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Autarkes Leben / Selbstversorgung


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Johannes

06.03.2006, 00:09
 

Beispiele für Selbstversorgung: Die Höfe der Hutterer (Projekte)

Hallo Forum,

ich möchte hier mal einen Beitrag aus dem Archiv holen, den ich bereits 2004 geschrieben hatte, die Grundidee läßt mich aber immer noch nicht los.

Ob Amish People, Hutterer oder andere: Dies sind Gemeinschaften, die weitgehend autark sind und so auch Krisenzeiten und Veränderungen der Gesellschaft überstehen konnten. Als Einzelner bzw. als Familie können wir zwar auch einiges erreichen, aber wenn wir es ernsthaft betrachten, so sind auch diejenigen von uns, die besonders weit sind, immer noch stark von einer funktionierenden Gesellschaft abhängig.

Das Grundproblem ist, daß ein einzelner Hof gar nicht alles alleine leisten kann, er ist auf ein funktionierendes Tauschwesen angewiesen, verschiedene Leistungen (Feuerwehr, eine gewisse Sicherheit, besondere Techniken oder größere Vorhaben) erfordern eine größere Gemeinschaft, eine vernünftige Arbeitsteilung macht dann viele Arbeiten effektiver.

Die Hutterer sind zwar eine religiöse Gemeinschaft, aber ich möchte sie hier einmal als Beispiel für Selbstversorgerprojekte vorstellen, aus denen wir alle lernen können. Ich habe dazu ein paar Kernpunkte aus einem Bericht der Humboldt-Gesellschaft zitiert, der komplette Artikel ist dann unten verlinkt.

Die Hutterer halte ich als Beispiel für interessant, weil sie schon lange bestehen, also aus der Experimentierphase heraus sind und ihre Beständigkeit bewiesen haben, so daß man sehen kann, was hilfreich ist und was nicht.

Interessant finde ich an der Idee der Hutterer, wie die Gemeinschaft hilft, einen Erfolg zu erreichen, den man als Einzelner nie haben könnte. Und um sich optimal zu ergänzen, reicht eine durchaus noch überschaubare Gemeinschaft, die bei den Hutterern maximal 120 Leute hat.

<ul><font color = blue>Die Vorstellung von den Bruderhöfen, als Archen im, "Meer der Sünde" zeigt vor allem zweierlei: Erstens das Schutz-, Sicherheits- und Abgrenzungsbedürfnis und zweitens den autarken Anspruch, der klosterähnlichen Siedlungen. Das erstreckt sich nicht nur auf ökonomische, sondern in besonderem Maße auf geistige Abgrenzung. In diesem Falle ist es sogar zulässig, "geistig" und "geistlich" als Synonyma zu sehen, da das Geistesleben der Hutterer ein ausschließlich geistliches ist, "autark" heißt in diesem Zusammenhang: Die Hutterer legen Wert darauf, sich selbst mit dem. Lebensnotwendigen zu. versorgen: Weltliches Brot wird selbst hergestellt, geistliche Erbauung erfolgt durch die Heilige Schrift und die anderen kanonischen Texte der Hutterer, welche durchweg aus dem (literarisch-geistlichen) "goldenen Jahrhundert", dem 17. Jh, stammen. Damals sind die meisten Lieder entstanden, die auch heute noch regelmäßig gesungen werden.
...
Einen Fortschritt gibt es für Hutterer allenfalls im technischen Sinne: Moderne Maschinen sind auf den Höfen gebräuchlich, solange sie das "biblische Sein" nicht antasten und dem Wohl der Gemeinschaft dienen, werden sie angeschafft. Diese Funktionalität spiegelt sich auch, in der Siedlungsstruktur wider: Alles dient der zeitlichen Notdurft. Was über diese Askese hinausgeht, gibt es auf den Höfen nicht. Trotzdem werden die leiblichen Grundbedürfnisse des Menschen erfüllt: Erlaubt sind Kuchen ("Schutenhonkelich", "Käspei";) und Kaffee (Aufgußkaffee), Fleisch und alkoholische Getränke ("Blemelwa", selbstproduziert). Aber alles in Maßen und rationiert, Lust und Luxus gelten als Gefahr für das Seelenheil. Trotzdem ist ein geregeltes Eheleben die Norm, gemäß des biblischen Auftrags "seid fruchtbar und mehret Euch" (I Mose 1, 22). So sind denn die Familien sehr groß. Mehr als zehn Kinder pro Paar sind keine Seltenheit, neun Kinder pro Frau ist der augenblickliche Durchschnitt. Nach hutterischer Auffassung ist allerdings die Gemeinschaft wichtiger als die Unterteilung in Familien. Die Kinder werden eher vom Lehrer denn von den Eltern und eher gemeinsam denn von Einzelpersonen erzogen.

3. Das Agrarland als Sicherheitsabstand zur "Welt"

Der innere soziale Raum, die "Gmah"/Gemeinde wird noch umgeben vom Wirtschaftsland des Bruderhofes. Dieses Land ist in der dreiteiligen Raumwahrnehmung der Hutterer unbedingt der Sphäre des Bruderhofes zuzuordnen. Hutterer sind reich und vermögend. Sie besitzen riesige Ländereien, von denen die säkularen kanadischen oder amerikanischen Landwirte nur träumen können: Ländereien mit 3000 ha sind keine Seltenheit. Der wirtschaftliche Erfolg der Hutterer erklärt sich aus mehreren Faktoren: Erstens ist schwere körperliche Arbeit für sie ein Gebot Gottes - ja geradezu ein Gottesdienst -, denn so steht es im Alten Testament (1 MOSE 3). Sie sind nicht nur außerordentlich geschickt, sondern auch fleißig, Arbeit ist für sie eine Ehre und schwere Strafen bestehen etwa nicht aus "Strafarbeiten", sondern aus einem Arbeitsverbot. Da alle arbeiten, bedeutet das für den Delinquenten einen zeitweisen Ausschluß aus der Gemeinde, also aus dem allumfassenden Sozialverband. Für gemeinschaftsgewöhnte Hutterer ist das ein unvorstellbarer Zustand,- denn ein Hutterer ist i. d. R, niemals allein. Zweitens kostet die Hutterer die Arbeitskraft nichts und sie können in einer ausgewachsenen Kolonie, die mit 125 Seelen kurz vor der Teilung steht, mit 50-60 helfenden Männern rechnen! Das zeigt, daß die Hutterer, die keineswegs technikfeindlich sind, solange die Technik keine außenweltlichen Werte transportiert, in gänzlich anderen Dimensionen rechnen können als benachbarte säkulare Farmer. Daraus folgt drittens, daß es nicht nur zu einer enormen Finanzakkumulation kommt, sondern daß auf größtmöglichem Ackerland die modernsten, effektivsten Maschinen zum Einsatz kommen können. Es wird also ein ökonomischer Kreislauf angestoßen, der zum weltlichen Erfolg verdammt ist, und das paradoxerweise, obwohl den Hutterern wirtschaftlicher Erfolg nichts bedeutet. Er stellt sich eben als Folge der gottgerechten Arbeit ein (Lukas 19, 11-28; Matthäus 25, 14-30). Auch hier drängt sich die Parallele zur Wirtschaftsweise der Bettelorden im Mittelalter auf, welche nach drei, vier Generationen aber meist ob ihres erwirtschafteten Reichtums verweltlichten. Das umliegende Agrarland der Hutterer ist somit nicht nur zeitliche Arbeitsstätte und Lebensgrundlage, sondern auch eine wichtige räumlich-geistige Sicherheitszone zur Außenwelt. Mit fortschreitendem Alter der Kolonie kann immer mehr Land erworben werden, so daß sich dieser Sicherheitsabstand ständig relativ und absolut vergrößert. Auch wird das "Huttererland" insgesamt also die Fläche, die von den Bruderhöfen aus in Nordamerika bewirtschaftet wird, immer größer: Die Geburtenrate ist eine der höchsten der Welt, so daß sich die Hutterergesamtbevölkerung alle 15-20 Jahre verdoppelt. Da alle Kolonien ab einer bestimmten Größe geteilt werden, also eine neue Tochterkolonie gegründet wird, müssen immer weitere Regionen erschlossen werden. Es gibt bereits Hochrechnungen, wann jeder fünfte Kanadier ein deutschsprechender Hutterer sein wird...
...
Wichtig sind zur Selbstversorgung außerdem der große Gemüsegarten und ein Gewässer. Das erinnert wiederum an mittelalterliche Klöster, besonders die des Zisterzienserordens, welche grundsätzlich an fließenden Gewässern angelegt wurden, um Trink- und Wirtschaftswasser zu haben und auch um Fischzucht betreiben zu können. Diese topographische Lage sowie die Masse der Wirtschaftsgebäude belegen den Autarkieanspruch der einzelnen Kolonien. Eine herausragende Rolle kommt der Kindererziehung zu. Auch die Schulerziehung spielt eine wichtige Rolle, allerdings ist sie dahingehend funktionalisiert, als daß alle Bildungsinhalte und Fähigkeiten in Hinsicht auf das Glaubensziel gelehrt werden. Schließlich werden junge Hutterer nicht in bürgerlichen Berufen, sondern in der Haus- und Landwirtschaft oder im Handwerk bestehen müssen. An intellektuellen Berufen findet sich nur der Lehrberuf. Alle Geistlichen sind Laien und üben ihr Amt zusätzlich aus. Auch Funktionen wie "Säckelwart"/Haushalter werden nicht als Berufe, sondern nebenbei ausgeübt. Die hohe Bedeutung der Lehrfunktion drückt sich in den separaten Schulgebäuden und im abseits gelegenen Lehrerwohnhaus aus. Auch einige Handwerksberufe haben ihre eigenen Gebäude, so die Schmiede, die mechanische Werkstatt, das Backhaus und das Melkhaus. Daraus kann aber, trotz eines hohen Grades an Arbeitsteilung, nicht auf Spezialistentum geschlossen, werden: Alle männlichen Hutterer beherrschen in der Regel mehrere Handwerksberufe, können also ebensogut einen Traktorenmotor reparieren als auch Schweine schlachten oder Seife sieden. Die Gebäude sind zwar räumlich voneinander getrennt, andererseits ist aber gerade ihre relative räumliche Nähe zueinander bemerkenswert: In ihnen drücken sich die Bedürfnisse und Ansprüche einer arbeitsteiligen autarken Agrargesellschaft aus, welche nur gleichwertige Arbeit kennt und durch einen hohen Grad an Universalismus gekennzeichnet ist. Einerseits existiert eine deutliche Geschlechter-, Alters- und Funktionstrennung,- das drückt sich in den räumlich abgegrenzten Häusern für Kinder und Jugendliche aus (Kindergarten, Schulhäuser), in der Großküche, der Bäckerei und dem Garten (Frauenarbeit),- andererseits wird diese Binnendifferenzierung, - welche keinesfalls mit einer Wertung verschiedener Arbeitsbereiche verbunden ist -, bei Bedarf aufgehoben: So arbeiten zur Erntezeit Frauen und Kinder auf den Feldern mit, während u. U. auch Männer in der Küche kurzfristig den Frauen unterstellt werden. Die Kargheit hutterischer Architektur, also die Reduktion, auf das rein Funktionale, entspricht exakt dem Bildnis und Luxusverbot. Architektonische Ausgestaltung würde dem Auge "gelusteln", es ablenken und mit weltlicher Schönheit versuchen zu verführen. So ist auch die Verwendung einfachster Baumaterialien, Holz für die Wohnhäuser, oftmals Wellblech für die Wirtschaftsgebäude, zu erklären. In einer Gütergemeinschaft gibt es kein Privateigentum. Die Hutterer leiten daraus ab, daß es keinen privaten Raum zu geben habe. Das Individuum und seine Bedürfnisse sollen sich dem Gemeinschaftsbedürfnis unterordnen. Da alle immer das gleiche tun, ist tatsächlich auch kein Bedarf und somit Raum an Privatsphäre vorhanden. Die Leistung des Individuums besteht darin, als Teil der Gruppe seiner weltlichen Funktion nachzukommen sowie sein Seelenheil zu retten. Familiäre Bindungen sind zwar überall ersichtlich, werden aber nicht als Keimzelle für eine größere soziale Einheit gesehen (diese wird eh nicht angestrebt), sondern allenfalls als biblisch vorgegeben anerkannt. </ul></font>

Es wäre schön, wenn Ihr Beispiele von anderen Gemeinschaften beitragen könntet. Möglichst solchen, die schon länger existieren, die also den "Schlüssel" gefunden haben, was für eine langfristige, tragfähige Arbeit wichtig ist.

Viele Grüße

Johannes


Hier der komplette Text über die Hutterer

hasel

06.03.2006, 17:58

@ Johannes

Re: Beispiele für Selbstversorgung: naturvölker


Als Antwort auf: Beispiele für Selbstversorgung: Die Höfe der Hutterer von Johannes am 06. März 2006 00:09:04:


hallo!

es trifft die frage nicht ganz, ist aber sehr interessant zu lesen:

<A href="http://www.derwegzurrohkost.de/" target="_top[/link]http://www.derwegzurrohkost.de/</A> und dort links der button "naturvölker"

liebe grüße
hasel


Johannes

07.03.2006, 00:32

@ hasel

Re: Beispiele für Selbstversorgung: naturvölker


Als Antwort auf: Re: Beispiele für Selbstversorgung: naturvölker von hasel am 06. März 2006 17:58:56:


><i> ist aber sehr interessant zu lesen:</i>



Hallo Hasel,

stimmt, aber auch abgesehen von den Infos zu den Naturvölkern war es ebenfalls interessant. Die Seite hat mich wieder einmal dazu angeregt, mich nicht über das Unkraut zu ärgern, sondern mich über den Salat zu freuen. :-)

> <i><A href="http://www.derwegzurrohkost.de/" target="_top[/link]http://www.derwegzurrohkost.de/</A> und dort links der button "naturvölker"</i>

Ich versuche, die Grundlinien zu erkennen, wie Gemeinschaften auch in schwierigen Zeiten überleben können, und vielleicht auch zu sehen, ob sich allgemeine Aussagen über Mindest- oder auch Höchstgrößen treffen lassem, damit eine Gemeinschaft gut funktioniert.

Bei den Hutterern sind die Gemeinschaften recht klein (120 Erwachsene), bei den Völkern in Deinem Link fiel mir dazu keine Info auf. Allen gemeinsam ist ihre Verbundenheit mit dem jeweiligen Glauben. Und es scheint wichtig zu sein, fest in der Gemeinschaft zu bleiben ("<i>Eines der größten Gefahren für das Volk der Toda ist der Drang der Männer, in die Stadt zu gehen. Sie fühlen sich von den modernen Dingen, anderen Sitten und Glaubensrichtungen angezogen, die das Überleben der Todas und ihrer Tradition stark gefährden.</i>";)

Wer kann mehr über andere Gruppen und Gemeinschaften sagen, die es schon langfristig gibt? Nach der Langfristigkeit frage ich deshalb, weil diese Gruppen in der Praxis zeigen konnten, daß sie ein tragfähiges Konzept haben. Zeigen sich zu den anderen Gruppen noch mehr Übereinstimmungen oder eher Unterschiede?

Viele Grüße

Johannes



Gänseblümchen

07.03.2006, 11:11

@ Johannes

Re: Beispiele für Selbstversorgung: Pitcairn


Als Antwort auf: Re: Beispiele für Selbstversorgung: naturvölker von Johannes am 07. März 2006 00:32:47:

<center>http://mitglied.lycos.de/christophuranowicz/08.jpg</center>


Hallo,

mich fasziniert die Lebensweise oder vielmehr der Lebensraum der Einwohner der abgelegenen 47 qkm großen Pazifikinsel Pitcairn:-)
Die nächsten Inseln sind 500km bzw. 2000km entfernt. Beneidenswert:-)
Die Insel (und die Häuser und landwirtschaftliche Fläche) ist hoch genug, so daß Tsunamis keinen Schaden anrichten können
Als Nachkommen der legendären Meuterer der Bounty hatten sie in ihren besten Zeiten duchaus mal knapp 200 Einwohner; zur Zeit sind es wohl etwas mehr als 50. Aufgrund der Entfernung zur restlichen "Zivilisation", des fehlenden (und auch nicht erwünschten) Flugplatzes, der schlechten Ankermöglichkeit für große Schiffe (nur weit draußen; außerdem führen die Schiffslinien der Reedereien weit an der Insel vorbei) sind die Pitcairner seit jeher auf Selbstversorgung angewiesen. Dank tropischen Klimas, dem Anbau von Brotfrüchten, Bananen usw., dem Fischfang,Imkerei, dem Muschelsammeln und der Hühner- und Ziegenhaltung auch wahrlich kein Problem. Die Autarkie ist jedoch trotz allem nicht ganz echt: ab und zu bringen Versorgungsschiffe (ca. 2x im Jahr) Baustoffe, Geräte, Medikamente u.ä..
Als religiöse Gemeinschaft kann man die Pitcairner nicht bezeichnen.Das Einzige, was dort "sonderbar" ist, ist das absolute Alkoholverbot für Einwohner und (spärliche) Besucher.
Leider sind sie in den letzten Jahren negativ in die Schlagzeilen gekommen wegen Gerichtsprozessen aufgrund von (vermuteten) Übergriffen auf die weibliche Bevölkerung. Mal abstrahiert von diesem Problem und daß Kinder, die eine weiterführende Schule besuchen wollen, 2000km weit weg nach Neuseeland müssen, wäre Pitcairn für mich ein ganz heißes Auswanderungsziel, was aber mit Sicherheit nur Wunschdenken bleiben wird.

Noch ein paar wirklich sehens- und lesenswerte Links:
<A href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pitcairn" target="_top[/link]http://de.wikipedia.org/wiki/Pitcairn</A>
<A href="http://mitglied.lycos.de/christophuranowicz/" target="_top[/link]http://mitglied.lycos.de/christophuranowicz/</A>
<A href="http://www.koys.de/Pitcairn/" target="_top[/link]http://www.koys.de/Pitcairn/</A>
<A href="http://www.pazifik-infostelle.org/laenderinfos/pitcairn.html" target="_top[/link]http://www.pazifik-infostelle.org/laenderinfos/pitcairn.html</A> - Linksammlung

Und schließlich hat Pitcairn auch eine eigene Domain:
<A href="http://www.government.pn/" target="_top[/link]http://www.government.pn/</A>


Freundliche Grüße
Gänseblümchen




hasel

07.03.2006, 14:19

@ Gänseblümchen

Re: Pitcairn - wie spricht man das aus? danke! (owT)


Als Antwort auf: Re: Beispiele für Selbstversorgung: Pitcairn von Gänseblümchen am 07. März 2006 11:11:25:





Gänseblümchen

07.03.2006, 14:46

@ hasel

Re: Pitcairn - wie spricht man das aus? danke! (owT)


Als Antwort auf: Re: Pitcairn - wie spricht man das aus? danke! (owT) von hasel am 07. März 2006 14:19:05:


Hallo,

wie Pitkährn (oder so ähnlich:-)

MfG
Gänseblümchen


detlef

07.03.2006, 15:12

@ Gänseblümchen

Re: Pitcairn - wie spricht man das aus? danke!


Als Antwort auf: Re: Pitcairn - wie spricht man das aus? danke! (owT) von Gänseblümchen am 07. März 2006 14:46:09:


>Hallo,
>wie Pitkährn (oder so ähnlich:-)
>MfG
>Gänseblümchen

hallo,

ich wuerde "pittkern" (mit einem nordeutschen rachen- "R" statt dem bayrischen, gerollten zungen- "R"

gruss,detlef



Gänseblümchen

07.03.2006, 15:20

@ detlef

Re: Pitcairn - wie spricht man das aus? danke!


Als Antwort auf: Re: Pitcairn - wie spricht man das aus? danke! von detlef am 07. März 2006 15:12:54:


Hallo,

das weiß ich jetzt nich, wie Du das meinst:-)

MfG
Gänseblümchen

>>Hallo,
>>wie Pitkährn (oder so ähnlich:-)
>>MfG
>>Gänseblümchen
>hallo,
>ich wuerde "pittkern" (mit einem nordeutschen rachen- "R" statt dem bayrischen, gerollten zungen- "R"
>gruss,detlef



Backbencher

09.03.2006, 13:11

@ Johannes

Re: Beispiele für Selbstversorgung: naturvölker


Als Antwort auf: Re: Beispiele für Selbstversorgung: naturvölker von Johannes am 07. März 2006 00:32:47:


>Allen gemeinsam ist ihre Verbundenheit mit dem jeweiligen Glauben. Und es scheint wichtig zu sein, fest in der Gemeinschaft zu bleiben ("<i>Eines der größten Gefahren für das Volk der Toda ist der Drang der Männer, in die Stadt zu gehen. Sie fühlen sich von den modernen Dingen, anderen Sitten und Glaubensrichtungen angezogen, die das Überleben der Todas und ihrer Tradition stark gefährden.</i>";)

Hallo Johannes,

es ist ein 'himmelweiter' Unterschied, ob man wie z.B. die Hutterer über zig Generationen eine Gemeinschaft bildet, oder ob man mal mit seinen Glaubensgenossen eine neue Gemeinschaft aufziehen will. Wenn meine Kinder und Kindeskinder immer im selben Glauben 'erzogen' werden, so ergibt sich dadurch langfristig eine belastbare Gemeinschaft, die auch Neuankömmlinge bis zu einem gewissen Grad aufnehmen können. So läuft es bei den Hutterern. Man ist nicht durch den gemeinsamen Glauben Hutterer, sondern noch viel mehr durch die gemeinsame Sozialisation. Gilt selbstverständlich auch für 'Natur'-Völker.

Umgekehrt, wenn Du einen Haufen mit gleicher Glaubensausrichtung - sei sie noch so rechtgläubig oder fromm - aber mit unserer modernen Sozialisation, vielleicht sogar noch in Städten, nimmst, wird das <i>niemals</i> eine belastbare Gemeinschaft. Da gehe ich jede Wette ein. Das braucht mindestens eine Generation. Es ist auch unheimlich leicht unter aktuellen Bedingungen sich bei gemeinsamem Bibellesen sein Glauben gegenseitig zu wärmen. Ändern sich die Bedingungen bald, kommt vielmehr die Sozialisation 'raus als der Glaube. Glaub mir.

Viele Grüsse
Hinterbänkler



Backbencher

09.03.2006, 14:33

@ Gänseblümchen

Wachsen dort Gänseblümchen?


Als Antwort auf: Re: Beispiele für Selbstversorgung: Pitcairn von Gänseblümchen am 07. März 2006 11:11:25:


>Mal abstrahiert von diesem Problem wäre Pitcairn für mich ein ganz heißes Auswanderungsziel, was aber mit Sicherheit nur Wunschdenken bleiben wird.

Wachsen dort Gänseblümchen?

Ich fürchte nicht.



Gänseblümchen

09.03.2006, 14:48

@ Backbencher

Re: Wachsen dort Gänseblümchen?


Als Antwort auf: Wachsen dort Gänseblümchen? von Backbencher am 09. März 2006 14:33:02:


Hallo,

>>Mal abstrahiert von diesem Problem wäre Pitcairn für mich ein ganz heißes Auswanderungsziel, was aber mit Sicherheit nur Wunschdenken bleiben wird.
>Wachsen dort Gänseblümchen?
>Ich fürchte nicht.

Genau deswegen wäre ich da goldrichtig und eine Bereicherung der örtlichen Flora (und Fauna).
:-))





fluchtigerBesucher

09.03.2006, 15:12

@ Gänseblümchen

Re: Wachsen dort Gänseblümchen?


Als Antwort auf: Re: Wachsen dort Gänseblümchen? von Gänseblümchen am 09. März 2006 14:48:48:


Ausserdem kann Pitcairn nur etwa 100 Menschen ernähren. Und es hat schon Bewohner. Da würde ich eher noch Henderson Island vorschlagen.



Gänseblümchen

09.03.2006, 15:16

@ fluchtigerBesucher

Re: Wachsen dort Gänseblümchen?


Als Antwort auf: Re: Wachsen dort Gänseblümchen? von fluchtigerBesucher am 09. März 2006 15:12:09:


Pitcairn hat auch mal 200 Leute ernährt; und jetzt sind es ca. 50.
Henderson kann man nicht bewohnen. Dann eher noch Oeno.


fluchtigerBesucher

09.03.2006, 15:19

@ fluchtigerBesucher

Henderson


Als Antwort auf: Re: Wachsen dort Gänseblümchen? von fluchtigerBesucher am 09. März 2006 15:12:09:


Ist auch noch etwas größer als Pitcairn (hat dafür andere Probleme).
4,5 km² < 31 km²


<A href="http://de.wikipedia.org/wiki/Henderson_(Pitcairninseln)" target="_top[/link]http://de.wikipedia.org/wiki/Henderson_(Pitcairninseln)</A>

Obwohl mich ja eigentlich vorallem für Höhlenökosysteme interessiere. ;-)


fluchtigerBesucher

09.03.2006, 15:28

@ fluchtigerBesucher

Re: Henderson


Als Antwort auf: Henderson von fluchtigerBesucher am 09. März 2006 15:19:41:


>Pitcairn hat auch mal 200 Leute ernährt; und jetzt sind es ca. 50.
>Henderson kann man nicht bewohnen. Dann eher noch Oeno.

Die wurden allerdings von Pitcairn ausgesiedelt weil es eng wurde.
Auf Henderson ist es archiologisch belegt das Menschen dort lebten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Henderson_(Pitcairninseln)</A>




Gänseblümchen

09.03.2006, 17:07

@ fluchtigerBesucher

Re: Henderson


Als Antwort auf: Re: Henderson von fluchtigerBesucher am 09. März 2006 15:28:59:


Hallo,

>Auf Henderson ist es archiologisch belegt das Menschen dort lebten.
>http://de.wikipedia.org/wiki/Henderson_(Pitcairninseln)</A>

Richtig; man hat dort Überbleibsel gefunden. Was jedoch nicht heißt, daß sie dort seßhaft waren. Es ist viel wahrscheinlicher, daß die früheren Einwohner Pitcairns (die auch schon wieder ausgestorben oder ausgewandert waren, als die Meuterer eintrafen) auf Henderson so etwas wie eine Kultstätte betrieben und deshalb diese Insel ab und zu besuchten.
Vorübergehend, mit viel mitgeführtem Proviant und mit ausgesprochen festem Schuhwerk ist es sicher machbar, auf der Insel zu leben.
Allerdings ist schon das Anlegen reichlich schwierig wegen der messerscharfen Klippen.
Siehe dazu auch:
<A href="http://www.ethlife.ethz.ch/articles/tages/Henderson.html" target="_top[/link]http://www.ethlife.ethz.ch/articles/tages/Henderson.html</A>

Übrigens gab es vor etlichen Jahren mal einen Aufruf der Briten, nach Pitcairn umzusiedeln. Für ein funktionierendes Leben in Autarkie braucht es auch eine gewisse Anzahl von Leuten. Sonst ist die Arbeit nicht zu bewältigen. Auf Pitcairn nimmt die Einwohnerzahl drastisch ab, weil die meisten jungen Leute nach Neuseeland oder Australien auswandern. Denen ist es auf der Insel zu langweilig. Das geht schon los bei der Partnersuche. Auf den Aufruf werden sich nicht wirklich Leute gemeldet haben. Die Überfahrt kostet einen Haufen Geld, dauert ewig und wer will schon sein relativ sicheres Leben mit dem nächsten Krankenhaus in max. 20km Entfernung gegen ein Leben voller Unsicherheiten, abgeschnitten vom Rest der Welt, eintauschen. Dazu kommt, daß man sicher auch nicht jeden genommen hätte. Denn Spinner mit viel Geld kann die Insel auch nicht brauchen, sondern Leute die zupacken können und handwerklich, landwirtschaftlich oder medizinisch begabt sind. Und es müssen relativ junge Leute sein, die bereit sind, dort ihre Kinder großzuziehen und sie ebenso zur Seßhaftigkeit auf Pitcairn zu erziehen. Und 7-Tages-Adventisten müssen es sein.

MfG
Gänseblümchen



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