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Jochen

11.03.2006, 19:18
 

Tiefbeete? (Erfahrungsberichte)

Hat eigentlich jemand hier Erfahrungen mit den Tiefbeeten nach John Seymour.
Sollen ja erhebliche Mehrerträge bringen aber klappt das in der Praxis ?
Ich bin ja durchaus motiviert, ein paar Quadratmeter zu testen aber die Quälerei mit dem Rigolen.....

viele Grüße (im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt...dieses Jahr vor den Schlitten - aaarghh!!!!)

Jochen

volker

13.03.2006, 06:43

@ Jochen

Re: Tiefbeete?


Als Antwort auf: Tiefbeete? von Jochen am 11. März 2006 19:18:04:


ich habs nur im fernsehen gesehen vor etlichen jahren - du und dein garten

durchmesser etwa 6 meter
tiefe etwa 1,5 meter
war ein trichterbeet (nach seymour ??? - keine ahnung)

wuchs alles wunderbar - war zu sehen

der mann berichtete von höheren ernten als auf normaler fläche
hatte mehrere kulturen im trichterbeet

werd auf jeden fall eins oder mehrere anlegen
wenn ich den garten dazu hab
seit dem fernsehbericht fest eingetackert - sahen wirklich super vital aus die pflanzen

volker



Jochen

14.03.2006, 05:27

@ volker

Tiefbeete?


Als Antwort auf: Re: Tiefbeete? von volker am 13. März 2006 06:43:


Hallo Volker,

ich glaube, das traf es nicht ganz. Seymour schwört auf Beete, die 1,50 breit sind, beliebig lang und sich dadurch auszeichen, dass sie

* zwei Spaten tief umgegraben (=rigolt) werden
* wobei Stalldung untergegraben wird (was ja auch beim normalen Umgraben üblich ist, wenn man denn solchen hat)
* das ganze Jahr über nicht mehr betreten werden um die Erde nicht zu verdichten
* in den folgenden Jahren dann nur noch mit der Grabegabel gelockert werden
* in Folge dieser Praxis deutlich dichter bepflanzt werden können und höhere Erträge liefern, die (und hier setzt meine Skepsis ein)
* den etwa vierfachen (!!!) Ertrag eines normalen Beetes erbringen sollen (J.S.: "Im Nutzgarten arbeiten", Einzelband, Ravensburger Vlg. S13).

Angegeben sind 90 bis 180 kg Gemüse pro Jahr für ein 9-Quadratmeter-Beet, was nach meinen durchaus nicht unerheblichen Erfahrungen im Gärtnern in die Kategorie "gigantisch" einzuordnen wäre. Diese sog. Tiefkultur hat historische Wurzeln in China und Frankreich.

Zitat J.S.: "Nach dem, was ich in amerikanischen Tiefkultur-Gärten gesehen habe, und nach meinen persönlichen Erfahrungen auf meinem eigenen Land, kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass die Angaben über die Erntemöglichkeiten nicht im geringsten übertrieben sind."

Ich suche nun den Haken. Der muss irgendwo sein, sonst gäbe es sicher keine "Normalkultur" mehr.

Denn wer würde nicht jederzeit ein bisschen mehr und intensiver umgraben für den vierfachen Ertrags. Schon wegen der Nachbarn :-)......

mit freundlichen Grüßen

Jochen






volker

14.03.2006, 07:07

@ Jochen

Re: Tiefbeete?


Als Antwort auf: Tiefbeete? von Jochen am 14. März 2006 05:27:01:


ausprobieren - was sonst

das trichterbeet erzielt wohl höhere erträge wegen windschutz und mikkroklima
wenn man sich trittsteine in die hänge legt und vom rand gießt muß man da sicher auch nicht mehr drauf rumtrampeln

ich werd mich auf jedenfall wegen seymor´s tiefbeeten mal sachkundig machen
bei tante google

vielleicht hat jemand ein paar beweißpics online

volker



Johannes

14.03.2006, 21:55

@ Jochen

Re: Tiefbeete?


Als Antwort auf: Tiefbeete? von Jochen am 11. März 2006 19:18:04:


> <i>Hat eigentlich jemand hier Erfahrungen mit den Tiefbeeten nach John Seymour.
> Sollen ja erhebliche Mehrerträge bringen aber klappt das in der Praxis ?
> Ich bin ja durchaus motiviert, ein paar Quadratmeter zu testen aber die
> Quälerei mit dem Rigolen.....</i>




Hallo Jochen,

ich habe es probiert, allerdings nicht den Erfolg gesehen, wie ihn Seymour in seinen Büchern beschreibt.

Was den Aufwand angeht: Ich halte von 10 m2 je Tag für durchaus realistisch, wenn man es ordentlich machen will, also man bei dieser Gelegenheit auch gleich die Wurzelumkräuter entfernt, die es evtl. gibt.

Der hohe Aufwand wird aber dadurch relativiert, daß man die Beete nicht nur nicht mehr betreten darf, sondern auch nicht mehr graben muß, es reicht das Auflockern mit einer Grabgabel.

Mein Ertrag war eindeutig besser, allerdings lange nicht so hoch wie angegeben. Woran lag es? Ich denke, daß es bei mir zu einem großen Teil an zu geringer Düngung lag (zu wenig Kompost, und mit Dünger bin ich eh sehr sparsam), außerdem hat die Fruchtfolge nicht geklappt. Ich werde es in diesem Jahr aber weiter probieren.

> viele Grüße (im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt...dieses Jahr vor
> den Schlitten - aaarghh!!!!)

Wie es aussieht, werden wir hier (Frankfurt/Main) auch am Frühlingsanfang noch Nachtfröste haben. Und es gibt ja Stimmen, die nochmal mit kräftigem Frost Anfang April rechnen. Ich werde mir jetzt jedenfalls besonders frühe Buschbohnen holen, die ich zwar nicht früh legen kann, die aber innerhalb von 6 Wochen erntereif sein sollen (ich komme jetzt nicht auf den Namen der Sorte, habe aber irgendwo noch eine Tüte).

Gruß

Johannes



Jochen

15.03.2006, 06:20

@ Johannes

Re: Tiefbeete?


Als Antwort auf: Re: Tiefbeete? von Johannes am 14. März 2006 21:55:21:


Ah, hat es doch einer probiert!

Hast Du auch die engeren Pflanzabstände nach J.S. eingehalten?

Also 10-20 Quadratmeter werd ich wohl mal machen, wenn der Boden irgendwann mal aus dem Dauerfrost erwacht. Sonst steig ich auf indoor-farming um.

Hab noch ne Menge Platz im Haus seit das Kind aus demsemben ist.

Bei den survival-presslingen hat übrigens wieder jemand nen interessanten Link ausgebuddelt, den man auch als word-datei laden kann.

viele Grüße

Jochen




hier kucken!

Gänseblümchen

18.03.2006, 16:09

@ Jochen

Re: Tiefbeete?


Als Antwort auf: Re: Tiefbeete? von Jochen am 15. März 2006 06:20:35:


Hallo,

>Also 10-20 Quadratmeter werd ich wohl mal machen, wenn der Boden irgendwann mal aus dem Dauerfrost erwacht. Sonst steig ich auf indoor-farming um.

Sollte man wirklich überlegen bei dem Sch***wetter.
Zum Thema: muß gestehen, daß ich erst jetzt sehnsüchtig auf die bestellte Seymourbibel warte; bisher mußte es ohne gehen:-)

Dann berichte mal von Deinen Erfahrungen, wenn´s soweit ist.

>* zwei Spaten tief umgegraben (=rigolt) werden
* wobei Stalldung untergegraben wird (was ja auch beim normalen Umgraben üblich ist, wenn man denn solchen hat)
* das ganze Jahr über nicht mehr betreten werden um die Erde nicht zu verdichten

Erinnere mich ganz dunkel, daß mein Papa auch immer viel und tief (2 Spatenhöhen) umgegraben hat. Erträge: konnten wir uns nicht beschweren, wobei das eben lange her ist und man das als Kind anders beurteilt. Nur: in den Folgejahren hat er wieder umgegraben; jedesmal im Frühjahr hat er sich die Arbeit gemacht. Das mit dem Nichtbetreten ist so eine Sache. Wie will man denn ernten?


MfG
Gänseblümchen



Johannes

18.03.2006, 16:54

@ Gänseblümchen

Re: Tiefbeete?


Als Antwort auf: Re: Tiefbeete? von Gänseblümchen am 18. März 2006 16:09:22:


><i> Das mit dem Nichtbetreten ist so eine Sache. Wie will man denn ernten?</i>



Hallo Gänseblümchen,

zum einen sollten die Beete nicht so breit sein, sondern Du sollst bis in die Mitte greifen/ernten können. Und wenn es gar nicht anders geht, dann ein Brett auf das Beet legen und nur auf das Brett treten.

Seymour geht ja auch immer wieder von Gründung aus, denn man zwischendurch anbaut, der lockert dann mit seinen tiefen Wurzeln einiges aus, was sich von alleine verfestigt hat. Und die Oberfläche lockert man mit der Grabgabel, ohne umgraben.

Soweit die Theorie - ich muß das dieses Jahr auch noch gezielter probieren.

Zum Umgraben: Daß nicht (wendend) umgegraben werden soll, setzt sich immer mehr durch, denn durch das Wenden gelangen die Bodenlebewesen, die gerne an der Oberfläche leben, nach unten. Und umgekehrt. Und so braucht der Boden nach dem Umgraben einige Zeit, bis er wieder voll funktionsfähig ist.

Gruß

Johannes



Gänseblümchen

18.03.2006, 17:16

@ Johannes

Re: Tiefbeete?


Als Antwort auf: Re: Tiefbeete? von Johannes am 18. März 2006 16:54:39:


Hallo Johannes,

>Und die Oberfläche lockert man mit der Grabgabel, ohne umgraben.

So mach ich das eigentlich bisher bei meinen Beeten (auch im Frühjahr); jedesmal tief umgraben wäre mir etwas zu anstrengend:-)

>Zum Umgraben: Daß nicht (wendend) umgegraben werden soll, setzt sich immer mehr durch, denn durch das Wenden gelangen die Bodenlebewesen, die gerne an der Oberfläche leben, nach unten. Und umgekehrt. Und so braucht der Boden nach dem Umgraben einige Zeit, bis er wieder voll funktionsfähig ist.

Bis jetzt hab ich mich an Marie-Luise Kreuter gehalten, die das genauso beschreibt. Und übers Jahr dick um die Pflanzen mulchen (dick ist relativ). Umgraben kam nur in Frage, wenn es eine Neuanlage war, also eine Wiese umgestochen werden sollte oder derart. Und bei Seymour: soll jedes Jahr rigolt werden oder auch nur am Anfang?
So richtig ist mir das momentan nicht klar.

MfG
Gänseblümchen



Johannes

18.03.2006, 19:18

@ Gänseblümchen

Re: Tiefbeete?


Als Antwort auf: Re: Tiefbeete? von Gänseblümchen am 18. März 2006 17:16:34:


><i> Und bei Seymour: soll jedes Jahr rigolt werden oder auch nur am Anfang?</i>



Hallo Gänseblümchen,

nur am Anfang, danach nie wieder, nur die Grabgabel. Damit hätte man zwar einmal viel Arbeit zu Beginn, auf Dauer aber viel weniger.

Gruß

Johannes



Gänseblümchen

18.03.2006, 19:48

@ Johannes

Re:Danke; muß wohl auf´s Buch warten:-) (owT)


Als Antwort auf: Re: Tiefbeete? von Johannes am 18. März 2006 19:18:29:





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