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Dieter

23.04.2006, 19:45
 

Dorfgemeinschaften? (Gemeinschaften)

Hallo alle
Ich heiße Dieter und ich interessiere mich schon seit einer längeren Zeit für eine romantische alternative zum gegenwärtigen, hektischen und immer unsicher werdenden Leben. Ich erwarte den Zusammenbruch der Sozialsysteme und den Staatsbankkrott, ich mache mir große Sorgen vor einer Deflation mit noch schlimmeren Auswirkungen als unsere Großeltern sie 1929-1933 erlebt haben.
Deshalb wollte ich mal nach fragen welche Möglichkeiten es gibt auszusteigen und in einer möglichst Autarken Gesellschaft Fuß zufassen? Gibt es Dörfer? Was hat man da für Verpflichtungen? Welche vorraussetzungen muss da mitbringen ?Welche Alternativen gibt es noch? Wer kann mir da weiter helfen?

andika

24.04.2006, 07:53

@ Dieter

Re: Dorfgemeinschaften?


Als Antwort auf: Dorfgemeinschaften? von Dieter am 23. April 2006 19:45:45:


>Hallo alle
>Ich heiße Dieter und ich interessiere mich schon seit einer längeren Zeit für eine romantische alternative zum gegenwärtigen, hektischen und immer unsicher werdenden Leben. Ich erwarte den Zusammenbruch der Sozialsysteme und den Staatsbankkrott, ich mache mir große Sorgen vor einer Deflation mit noch schlimmeren Auswirkungen als unsere Großeltern sie 1929-1933 erlebt haben.
>Deshalb wollte ich mal nach fragen welche Möglichkeiten es gibt auszusteigen und in einer möglichst Autarken Gesellschaft Fuß zufassen? Gibt es Dörfer? Was hat man da für Verpflichtungen? Welche vorraussetzungen muss da mitbringen ?Welche Alternativen gibt es noch? Wer kann mir da weiter helfen?



Hallo Dieter,

etwas in der Art, was du suchst, findest du wahrscheinlich bei der Eurotopia-Dörfer-Gemeinschaft. Schau mal unter www.eurotopia.de nach.

Ansonsten google mal unter ökologische Dörfer, bzw. Lebensgemeinschaften, da findet sich einiges. Allerdings: "für eine romantische alternative zum gegenwärtigen, hektischen und immer unsicher werdenden Leben." Romantische Gemeinschaften wirst du wohl nicht finden, im Gegenteil, ohne Knochenarbeit ist so ein Projekt wohl nicht zu realisieren.

lg

andika


Zwobbel

24.04.2006, 10:09

@ Dieter

Re: Dorfgemeinschaften?


Als Antwort auf: Dorfgemeinschaften? von Dieter am 23. April 2006 19:45:45:


Solche Versuche gibt es.
Aber das wichtigste ist dabei die geistige Übereinstimmung.
Angenommen Du bist national eingestellt und gehst in ein Projekt mit grünlinken Leuten wird es nichts werden. Und umgekehrt auch nicht.
Wenn Du ein nordischer Göttergläubiger bist und gehst in ein Projekt mit lauter katholischen Familien, gibt es zwei Möglichkeiten: 1. Du wirst auch bald katholisch oder du machst dich dort schnell wieder aus dem Staub.
usw... usf...

Du verstehst schon. Je nachdem wie dein geistliches LEben ist wird die Gemeinschaft funktionieren oder nciht.

Aber romantisch? Es wird mit Sicherheit richtig harte Arbeit!


Johannes

24.04.2006, 11:37

@ Dieter

@detlef - das ist doch auch eine Frage für Dich (owT)


Als Antwort auf: Dorfgemeinschaften? von Dieter am 23. April 2006 19:45:45:


>Hallo alle
>Ich heiße Dieter und ich interessiere mich schon seit einer längeren Zeit für eine romantische alternative zum gegenwärtigen, hektischen und immer unsicher werdenden Leben. Ich erwarte den Zusammenbruch der Sozialsysteme und den Staatsbankkrott, ich mache mir große Sorgen vor einer Deflation mit noch schlimmeren Auswirkungen als unsere Großeltern sie 1929-1933 erlebt haben.
>Deshalb wollte ich mal nach fragen welche Möglichkeiten es gibt auszusteigen und in einer möglichst Autarken Gesellschaft Fuß zufassen? Gibt es Dörfer? Was hat man da für Verpflichtungen? Welche vorraussetzungen muss da mitbringen ?Welche Alternativen gibt es noch? Wer kann mir da weiter helfen?



Dieter

24.04.2006, 18:04

@ andika

Re: Dorfgemeinschaften?


Als Antwort auf: Re: Dorfgemeinschaften? von andika am 24. April 2006 07:53:01:


>Hallo Dieter,
>etwas in der Art, was du suchst, findest du wahrscheinlich bei der Eurotopia-Dörfer-Gemeinschaft. Schau mal unter www.eurotopia.de nach.
>Ansonsten google mal unter ökologische Dörfer, bzw. Lebensgemeinschaften, da findet sich einiges. Allerdings: "für eine romantische alternative zum gegenwärtigen, hektischen und immer unsicher werdenden Leben." Romantische Gemeinschaften wirst du wohl nicht finden, im Gegenteil, ohne Knochenarbeit ist so ein Projekt wohl nicht zu realisieren.
>lg
>andika

Erst mal danke für die schnelle Hilfe.

Was versteht ihr unter Knochenarbeit? Ich arbeite nebenberuflich als Möbelpacker. Arbeiten müssen wir alle um zu überleben, welche Tätigkeiten könnten da auf mich zu kommen?



Inge

24.04.2006, 18:34

@ Dieter

Re: Dorfgemeinschaften?


Als Antwort auf: Re: Dorfgemeinschaften? von Dieter am 24. April 2006 18:04:53:


Hallo Dieter,

<i>Was versteht ihr unter Knochenarbeit? Ich arbeite nebenberuflich als Möbelpacker. Arbeiten müssen wir alle um zu überleben, welche Tätigkeiten könnten da auf mich zu kommen? </i>

was mich persönlich am meisten zermürbt, ist nicht die harte körperliche Arbeit - es ist das Arbeiten ohne Feierabend und, dass man sich einfach nach der vorhandenen Arbeit (oder dem Wetter) richten muss. Eine Tagesgestaltung nach eigenen Wünschen wird da ziemlich schnell zur Rarität...

Aber trotzdem möchte ich nichts anderes machen ;o)

Viele Grüße
Inge



Wesemichshof

detlef

27.04.2006, 19:02

@ Dieter

Re: Dorfgemeinschaften?


Als Antwort auf: Re: Dorfgemeinschaften? von Dieter am 24. April 2006 18:04:53:


>>Hallo Dieter,
>>etwas in der Art, was du suchst, findest du wahrscheinlich bei der Eurotopia-Dörfer-Gemeinschaft. Schau mal unter www.eurotopia.de nach.
>>Ansonsten google mal unter ökologische Dörfer, bzw. Lebensgemeinschaften, da findet sich einiges. Allerdings: "für eine romantische alternative zum gegenwärtigen, hektischen und immer unsicher werdenden Leben." Romantische Gemeinschaften wirst du wohl nicht finden, im Gegenteil, ohne Knochenarbeit ist so ein Projekt wohl nicht zu realisieren.
>>lg
>>andika
>Erst mal danke für die schnelle Hilfe.
>Was versteht ihr unter Knochenarbeit? Ich arbeite nebenberuflich als Möbelpacker. Arbeiten müssen wir alle um zu überleben, welche Tätigkeiten könnten da auf mich zu kommen?
>

moin,

vorneweg, ich bin 1978 "ausgestiegen". ich lebe hier im westlichen teil (halbwueste) von paraguay.

was fuer arbeit? jede, die unangenehm ist. z.b. soviel unkraut zupfen, dass deine frau es aufgibt, deine jeans richtig zu flicken, sondern einfach jeden monat noch n grosses planestueck auf die knie naeht... an einem tag zehn stunden lang (oder laenger) umgraben, weil das wetter grade passend ist.
die richtig schwere arbeit, wie du sie vom moebelpacken kennst, ist recht selten. aber die nie endenwollende, die immer ein bisschen an den muskeln zieht, die hast du mehr als genug.
mitten in der nacht aufstehen, tiere versorgen, dies und das vorbereiten, fruehstuecken, losziehen, damit du beim ersten licht auf dem feld bist. so alle stunde eine zigarettenlaenge den ruecken gerade biegen... einmal am vormittag ne viertelstunde hinsetzen, was essen und trinken. arbeiten, bis mittagszeit ist. essen, halbe stunde hinlegen - batterien aufladen, abmarsch aufs feld.

halben nachmittag 15 min essen u trinken. vom feld gehen, wenn du pflanzen nicht mehr vom unkraut unterscheiden kannst.
wieder was in dich reinschaufeln, damit du nicht vom fleisch faellst, dann hockst du dich hin, und unterhaeltst dich mit deiner frau. (wenn du das glueck hattest, eine zu finden, die so was mitmacht. - denn das romantische leben ist fuer die frauen noch haerter)
aber glaub nicht, dass du bloss labern kannst! das ist die zeit am "tag", wo du werkzeug pflegst, etc.
ab in die heia! (wenn du glueck hast, laesst die deine dich schlafen) wenn du dich im bett so ca dreimal umgedreht hast, ist zeit! das ganze geht von vorne los!
variationen: samstags machst du dich fein. dann gehst du zum koma-saufen, oder zum tanz mit schlaegerei.
sonntags auschlafen! - denkste... da siehst du zu, dass du die haelfte dreck unter den fingernaegeln wegkriegst, dann gehst du zur naechsten kirche. (egal, ob du glaeubig bist, oder nicht) denn, wer sich da nicht sehen laesst, ist suspekt!
sonntagnachmittag hast du fuer dich alleine. (wenn kein nachbar zum saufen kommt...)
hab ich was von fernsehen, musik, internet geschrieben? nee. und das war kein versehen. waehrend der mahlzeiten wirst du wetterbericht, und viehpreise horchen, sonst nicht viel.

klingt schlimm, ja? ist es auch, aber auch furchtbar befriedigend!

wir sind auf die art in ca 15 jahren richtig wohlhabend geworden.(dann wars etwas leichter)
haben aber auch beide jeden monat mehr als doppelt soviele arbeitsstunden (nicht nur anwesendheits-) gekloppt, wie normale leute.
glaub aber nicht, dass es mit etwas weniger arbeit auch geht. auf dem land heisst es ganz oder garnicht!

ich kenn dich nicht. deshalb kann ich dir auch nicht raten.
aber eines ist sicher: das romantische leben ist nix fuer softies. ob du ein softie bist, musst du selbst wissen.
solange das noch moeglich ist, wuerde ich jedem raten, seinen job zu behalten, und zusaetzlich einen schrebergarten zu bewirtschaften.
wenn du es regelmaessig schaffst, neben der arbeit noch 30 std oder mehr pro woche da richtig zu arbeiten, dann kann es sein, dass du aus dem holz bist, um als selbstversorger auf dem lande zu leben.

gruss,detlef
watt mutt, datt mutt. - wenn datt denn mutt.


detlef

27.04.2006, 19:07

@ Johannes

Re: @johannes - woher hast du gewusst, dass ich grade etwas zeit habe? (owT)


Als Antwort auf: @detlef - das ist doch auch eine Frage für Dich (owT) von Johannes am 24. April 2006 11:37:42:





Dieter

27.04.2006, 20:00

@ detlef

Re: Dorfgemeinschaften?


Als Antwort auf: Re: Dorfgemeinschaften? von detlef am 27. April 2006 19:02:21:


>>>Hallo Dieter,
>>>etwas in der Art, was du suchst, findest du wahrscheinlich bei der Eurotopia-Dörfer-Gemeinschaft. Schau mal unter www.eurotopia.de nach.
>>>Ansonsten google mal unter ökologische Dörfer, bzw. Lebensgemeinschaften, da findet sich einiges. Allerdings: "für eine romantische alternative zum gegenwärtigen, hektischen und immer unsicher werdenden Leben." Romantische Gemeinschaften wirst du wohl nicht finden, im Gegenteil, ohne Knochenarbeit ist so ein Projekt wohl nicht zu realisieren.......


Das klingt ja ganz schön häftig, aber ich habe oft die Erfahung gemacht das ich mehr kann, als ich mir Selbst zu traue. Doch hier werde ich wohl erst mal passen. Nun, ich interessiere mich trotdem weiter für so eine alternative und möchte auch die eine oder andere dafür nötige Fähigkeit erlenen. Das Buch von John Seymour "Leben auf dem Lande" ist sicher eine gute Grundlage. Aber ohne praktische Anwendungsmöglickeiten nur halb so viel wert.

Ein paar Frage häte ich noch.

Wieviel Land hast du den zu bewirtschaften?
Bis Du mit deiner Frau alleine oder gibt es noch andere die aufgaben übernehmen?
Wie konnten denn die Menschen im Mittalter überleben? Im Mittelalter mussten ja noch viele steuern gezahlt werden muss du diese auch erwirtschaften?
Bist eine 100%tiger Selbstversorger der auch seine Kleidung von der Eigenen Schafsucht an selbst Produzierst?







detlef

27.04.2006, 23:06

@ Dieter

Re: Dorfgemeinschaften?


Als Antwort auf: Re: Dorfgemeinschaften? von Dieter am 27. April 2006 20:00:16:


hallo,

>Ein paar Frage häte ich noch.
>Wieviel Land hast du den zu bewirtschaften?

land war hier spottbillig. ich hatte 450 ha gekauft.
davon waren 10ha fertige weide, 15 ha ackerland.
(durch den wassermangel ist das land hier nicht so ergiebig, wie in deutschland.)
in den ersten beiden jahren haben wir von jemand anderem pfluegen und scheiben lassen, dann mit pferden gesaeht und kultivatert. unkraut hacken und zupfen in den reihen nur von hand. kein gift.
die ernte (kaffir, rizinus und baumwolle) von hand mit pferdewagen.
zusaetzlich hatten wir einen halben ha "hausgarten" mit gemuese, bataten und mandioka.


viehzucht: da hatten wir uns dreissig kuehe und faersen mit einem bullen gekauft. die liefen die ersten jahre vorwiegend im busch.
(unangenehm, wenn impfungen anstehen, da muss man die einzeln fangen)
auf dem hof natuerlich freilaufende huehner und ein paar schweine.

>Bis Du mit deiner Frau alleine oder gibt es noch andere die aufgaben übernehmen?

in den ersten jahren haben wir nur fuer schwere arbeiten, z.b. zaeune ziehen, hin und wieder einen tageloehener zu hilfe genommen.
zur ernte haben wir damals sechs zusaetzliche helfer benoetigt.

dann kaufte ich einen alten traktor. dadurch war das vorbereiten billiger.
die anderen arbeiten haben wir aber noch vier fuenf jahre weiter von hand gemacht.

immer, wenn etwas geld ueber war, haben wir etwas busch roden lassen, um die weide zu vergroessern.

nach knapp zwanzig jahren hatten wir 1080 ha, davon 900 ha weide, einen guten traktor, ein schoenes haus, zwei festangestellte reiter und knapp tausend kopf vieh.
....und beide einen kaputten ruecken.
inzwischen haben wir den groessten teil der weiden verkauft, und nur einen "resthof" von 270 ha gehalten.
von dem geld haben wir erst ein hotel, dann einen kleinen supermarkt aufgebaut. die arbeit geht auch ohne gesunden ruecken.
der hof wartet jetzt auf schwiegersoehne.

>Wie konnten denn die Menschen im Mittalter überleben? Im Mittelalter mussten ja noch viele steuern gezahlt werden muss du diese auch erwirtschaften?

die hatten viel weniger steuern, als ihr heutzutage. normal war der zehnte, und 1 bis 3 tage frondienst im monat. also 13 bis 20%

>Bist eine 100%tiger Selbstversorger der auch seine Kleidung von der Eigenen Schafsucht an selbst Produzierst?

nein.
ich war nie selbstversorger. was wir selbstmachten, war aus sparsamkeit, nicht aus ueberzeugung.
man haette mich als biobauer oder einoedbauern bezeichnen koennen, aber nicht als ueberzeugten selbstversorger.
nach meiner philosophie reicht es, dass ich bei bedarf einen webstuhl bauen und weben koennte. aber solange andere mir guten stoff fast schenken...
(ausserdem schmecken mir schafe nicht, brauchen sie mehr beaufsichtigung usw...)

gruss,detlef



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