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Armin

16.08.2006, 13:17
 

kurz was über mich... (Erfahrungsberichte)

Hallo,
ich habe das Forum heute entdeckt und gleich mal drauflosgeantwortet. Jetzt sehe ich, daß meine Antworten statt im Archiv gleich auf Seite 1 landen und erschrecke.

Spätestens jetzt ist Zeit für eine Kurzvorstellung, damit Ihr wißt, wer hier den Mund so voll nimmt.

Ich lebe im Schwabenland, auf dem Land. Ich forsche (frei)beruflich die halbe Woche in der Photovoltaikbranche (schneller, besser, weiter, billiger, etc.), die andere halbe Woche arbeite an diversen Kleinprojekten und meinen eigenen Angelegenheiten.

Ich finde das Forum auffallend konstruktiv, voller Ideen etc.

Persönlich glaube ich nicht an den Weltuntergang (der mußte schon zu oft verschoben werden). Ich lasse mich aber auch nicht gern mit runtergelassener Hose erwischen, also mache ich was. Einfache Technik oder High Tech - wenns mich weiterbringt, bin ich dabei. Selber machen *können* bevorzuge ich, aber ich arbeite auch arbeitsteilig.

Ich lebe mit Frau und seit 4 Wochen 1 Kind in einem 100 Jahre alten Bauernhaus , gekauft vor Weihnachten, wir renovieren zur Zeit. Wir haben seit dem Kind 2 Autos und nur 1 läuft mit lokalem Rapsöl, was mich nicht um den Schlaf bringt ;-)
Stehen eh meist rum.

Wenn wir kein Auto brauchen haben wir auch keins (erfahrungsgemäß), wobei meine Frau das Rad bevorzugt und ich die eigenen Beine. 20 km sind schnell gelaufen :-)

Für die Totalautarkier unter Euch ein nettes Detail: Wenn unser Haus renoviert ist, wird es so wenig Brennholz brauchen, daß wir den eigenen Bedarf (8 Raummeter Weichholz für 150 qm Wohnfläche) auf einer Ecke unseres Grundstück anbauen könnten: etwa 1200 qm Kurzumtriebsplantage mit Weiden/Pappeln. Die Eingeweihten (hihi) wissen damit schon, daß wir Wasser auf dem Grundstück haben. Richtig, eigene Quelle *und* vorbeifließender Bach.

Gartenbaulich benutzen wir gerne Hochbeete/Tiefkulturbeete, also Intensivkulturen auf wenig Platz. 40 Generationen Chinesen können zwar irren, aber ich denke die Tiefkultur ist kein Irrtum.
Gewächshäuser liebe ich schon wegen dem Duft da drin, seit meiner Kindheit. Wir haben ein 18 qm Foliengewächshaus im Betrieb und viel wärmeliebendes drin. Wir leben auf 600 m über dem Meer, verglichen mit meinem Geburtsdorf Flachland, aber eine kalte Ecke isses schon (-20 bis -25°C jeden Winter und Schnee im Juni kann sein).

Bitte seht es mir nach, wenn ich mit Hektarflächen, Riesensolaranlagen, Bergen von Brennholz nicht viel anfangen kann. Ich senke erst mal den Bedarf und *dann* kümmere ich mich um dessen Deckung.

Wo wir gehen und stehen treiben wir etwas Gartenbau. Selbst als wir in Guatemala nur einige Monate lang einen eigenen Hinterhof hatte, haben wir lieber z.T. für die Ernte unserer Nachmieter angebaut als den Garten wie dort üblich nicht zu bestellen.

Ich habe kein Problem mit moderner Technik, sie macht uns frei, wenn wir die richtige wählen. Und bevor ihr daran verzweifelt, eine 8kW-Solaranlage zu bezahlen, sorgt lieber dafür daß ihr mit 2kW klarkommt und genießt die Freiheit. Genügend Leute kommen mit 0,075 kW klar.

Was kann ich hier im Forum machen außer von Euch zu lernen?

Ich kenne mich im Garten etwas aus (Gartenbau macht bescheiden), in allen möglichen alten Tricks und Herstellungsverfahren, in der Solarenergie, in Pflanzenölantrieb für Motoren. Ich interessiere mich auch für Vorderladerschießen, Bogenschießen und authentische Mittelalterdarstellung (Alamannen und Spätmittelalter um 1500), auch da kann man Nützliches lernen.
Naturbaustoffe und ökologisches Bauen, auch sehr billig, mein Steckenpferd seit Jahren (Vater und Bruder Architekten, Bau liegt bei uns im Blut).

Liebe Grüße an alle und nicht wundern wenn ich nur unregelmäßig hier bin, manchmal reizt mich der Computer mehr, manchmal weniger.

Armin

Armin

16.08.2006, 13:37

@ Armin

Korrektur zum Brennholz


Als Antwort auf: kurz was über mich... von Armin am 16. August 2006 13:17:15:


Hallo Forum,
>Für die Totalautarkier unter Euch ein nettes Detail: Wenn unser Haus renoviert ist, wird es so wenig Brennholz brauchen, daß wir den eigenen Bedarf (8 Raummeter Weichholz für 150 qm Wohnfläche)

Pardon, das muß heißen 4 Raummeter Holz. Realistisch wird es etwas mehr werden, denn erstens legt man/frau manchmal nur wegen dem schönen Feuer nach und zweitens dosieren wir das Holz nicht grammweise.
Im Krisenfall werden dafür auch nicht 140-150 qm beheizt, ist Ehrensache.

Wer das Rechenergebnis mit dem Brennholz anzweifelt: Kurzumtriebsplantage mit Weide und Pappel, nach 3-4 Jahren bodennah absägen und neu austreiben lassen (wird 7 m hoch, Handwerkzeug reicht). Grundstück mit reichlich Wasser, Ertrag üblicherweise 6-18 t/ha und Jahr (Trockenmasse). Angenommen habe ich 10 t/ha*a, Heizbedarf etwa 50 kWh/Quadratmeter Wohnfläche und Jahr (sehr guter Niedrigenergiestandard plus solare Heizungsunterstützung), Ofenwirkungsgrad 70 %. Uns reicht etwa 1,2 t Trockenmasse pro Jahr, sind lufttrocken etwa 4 Raummeter Weichholz/Jahr.

Gruß
Armin


AlexP

16.08.2006, 13:45

@ Armin

Drei Dinge, die mir einfallen.


Als Antwort auf: kurz was über mich... von Armin am 16. August 2006 13:17:15:


sehr schön, drei Dinge fallen mir spontan ein:

1. Die sicheren Finanzen um so ein Landleben auch in schlechten Zeiten (Erwerbslosigkeit) über Wasser halten zu können. In schlechten Zeiten werden ja die Abgaben/Steuern erhöht oft genug gehört die Immobilie lange Zeit zum Teil der Bank (Beispiel: <A href="http://www.bankmitarbeiter.de/html/lone-star.html" target="_top[/link]http://www.bankmitarbeiter.de/html/lone-star.html</A>;)

2. Was macht man wenn man älter oder krank wird, dann ist u.U. nichts mehr mit fleissiger Gartenarbeit und Radfahren. (Ärzte auf dem Land sterben aus <A href="http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/30/0,1872,2392862_3958250_TB,00.html" target="_top[/link]http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/30/0,1872,2392862_3958250_TB,00.html</A>;)

3. Gewächshauser können durch Sturm oder Hagel zerstört werden (ein netter Bericht <A href="http://www.pepperworld.com/botanisch/gewaechshaus1.htm" target="_top[/link]http://www.pepperworld.com/botanisch/gewaechshaus1.htm</A>;) Hier am warmen Oberrhein in Frankreich können wir zum Glück darauf verzichten, obwohl ich auch gerne eines hätte.

cu AlexP



Armin

16.08.2006, 14:16

@ AlexP

Re: Drei Dinge, die mir einfallen.


Als Antwort auf: Drei Dinge, die mir einfallen. von AlexP am 16. August 2006 13:45:50:


Hallo,
>1. Die sicheren Finanzen um so ein Landleben auch in schlechten Zeiten (Erwerbslosigkeit) über Wasser halten zu können.

Das ist ein heikler Punkt, deshalb haben wir unsere Monatsbelastung fürs Haus tief angesetzt, zur Zeit sinds unterm Strich etwa 350 Euro, davon 240 Euro Tilgung. Landleben/Stadtleben, was ist in schlechten Zeiten besser? Was meinst Du?

>In schlechten Zeiten werden ja die Abgaben/Steuern erhöht oft genug gehört die Immobilie lange Zeit zum Teil der Bank

Zur Zeit könnten wir das Haus auch bar zahlen, falls die Bank z.B. wegen örtlich verfallender Immopreise das Haus als nicht mehr besichert ansieht und den Kredit platzen läßt. Bloß haben wir so absurd niedrige Zinsen, daß sich das nicht lohnt.

Was die Steuern/Abgaben angeht: In schlechten Zeiten sind die Steuereinnahmen schlecht, wegen der Zeiten. Mehrwertsteuer nicht auf Selbstversorgung, Einkommensteuer nur auf Einkommen, Wasser/Strom wird bei sehr hohen Preisen wenig nachgefragt und dem Versorger droht Pleite, also sind die vorsichtig. Ich könnte (mußte) auch schon ohne Strom/fließend Wasser leben, aber so richtig toll ist das nicht.

2. Was macht man wenn man älter oder krank wird, dann ist u.U. nichts mehr mit fleissiger Gartenarbeit und Radfahren.

Das ist ein Risiko, und daran kann man sterben. Auch da wieder Thoreau, "Walden" (aus dem Kopf, kein Zitat): "Solange wir leben laufen wir Gefahr zu sterben, wobei zugegeben werden muß, daß die Gefahr um so kleiner ist, je mehr wir von vorneherein eher tot als lebendig sind"

In meinem Umfeld ist es eher so, daß die Leute nicht jeder für sich in einer Stadtwohnung hausen/verwesen, sondern eher sich die Leute kennen und gegenseitig helfen. Vielleicht würde das helfen. Natürlich kann meine Ehe zerkrachen, meine Freunde/Eltern und Nachbarn verschwinden etc., aber ich kann mir auch eine Kugel in den Kopf jagen als letzte Konsequenz.

Ich bilde mir nicht ein, auf jede Eventualität vorbereitet zu sein. Ich habe nur was gegen die Auswüchse der Energiewirtschaft, unnötigerweise gespritzes Gemüse etc. und lebe gerne frei. Das ist keine Ersatzreligion oder Lebensversicherung, sondern meine Art. Ich vertrage Antibiotika bestens, aber brauche sie so gut wie nie. Ich nehme Bachblüten und lasse mich operieren, wenn ich es für sinnvoll halte. Ich bin privat krankenversichert, aber ich kann meine Zähne auch selbst warten und habe keine Probleme mit Zahnlücken. Life goes on, sieht man in jeden Krisengebiet. "Die Leute meinen nicht ohne tägliche Haarwäsche leben zu können und dann gehts noch ganz anders" (hat eine Frau aus Sarajevo mal gesagt).

Übrigens sind Hochbeete ideal für alte gebrechliche Leute :-)

>3. Gewächshauser können durch Sturm oder Hagel zerstört werden

Ja. Ich habe mit Bedacht ein Gewächshaus eines Allgäuer Herstellers ausgesucht, die überleben auch Stürme, die ganze Waldhänge nebenan flachlegen. Und Hagel macht ein Foliengewächshaus zwar nicht schöner, aber zerstört auch meist nix (Bruchdehnung etwa das Zehnfache, d.h. Du kannst ein 10-cm-Stück Folie 1 m lang ziehen). Und falls doch? Dann isses kaputt. Dann kaufe ich ne neue Folie.

Und falls ich kein Geld habe... das kann man endlos weiterspinnen, ich würde noch lange Ideen haben. Aber irgendwann wäre dann eine Situation konstruiert, in der ich nicht weiter wüßte. Dann würde ich den Löffel abgeben. Das würde die Welt nicht anhalten. Und was das für mich bedeuten würde, das fände ich dann schon raus.

>Hier am warmen Oberrhein in Frankreich können wir zum Glück darauf verzichten, obwohl ich auch gerne eines hätte.

Eine Erweiterung Deiner Möglichkeiten wäre ein Gewächshaus so oder so. Aber brauchen tut mans nicht.

Nett hier, nicht?

Armin


Helene

16.08.2006, 16:34

@ Armin

Re: Korrektur zum Brennholz


Als Antwort auf: Korrektur zum Brennholz von Armin am 16. August 2006 13:37:38:


Hallo, Armin!

>Pardon, das muß heißen 4 Raummeter Holz. Realistisch wird es etwas mehr werden, denn erstens legt man/frau manchmal nur wegen dem schönen Feuer nach und zweitens dosieren wir das Holz nicht grammweise.

Wie kommst du auf diesen Wert? Der kommt mir extrem niedrig vor - habt ihr nur einen Raum, der auf 12° geheizt wird, oder wie macht ihr das?

>Wer das Rechenergebnis mit dem Brennholz anzweifelt: Kurzumtriebsplantage mit Weide und Pappel, nach 3-4 Jahren bodennah absägen und neu austreiben lassen

Und was machst du in den anderen beiden Jahren? Brauchst du nicht nach deiner Rechnung die 3-4fache Grundfläche?

Die mir bekannten Rechnungen gehen von 15-20 RM/Jahr aus, was einer benötigten Grundfläche von 1-2 ha Wald entspricht. Jede Idee, wie man den Verbrauch/Bedarf effektiv reduzieren kann, interessiert mich darum natürlich brennend!

lG Helene





Armin

16.08.2006, 17:08

@ Helene

Brennholzbedarf- und ertrag


Als Antwort auf: Re: Korrektur zum Brennholz von Helene am 16. August 2006 16:34:06:


Hallo Helene,
>Wie kommst du auf diesen Wert? Der kommt mir extrem niedrig vor - habt ihr nur einen Raum, der auf 12° geheizt wird, oder wie macht ihr das?

Nein, das Haus hat nach der Renovierung einen Heizbedarf von unter 5 Liter Öl pro Quadratmeter oder eben 750 Liter fürs ganze Haus. Das läßt sich durch etwa 4 Raummeter Weichholz ersetzen, wenn die Anlage gut geplant ist.

(Anmerkung für die Dämmskeptiker: Nein, das Haus wird nicht ersticken/verfaulen/schimmeln. Wetten? Ich weiß, das kommt vor. Pfusch am Bau/miese Planung etc.. Aber das diskutiere ich gerne separat.)

>>Wer das Rechenergebnis mit dem Brennholz anzweifelt: Kurzumtriebsplantage mit Weide und Pappel, nach 3-4 Jahren bodennah absägen und neu austreiben lassen
>Und was machst du in den anderen beiden Jahren? Brauchst du nicht nach deiner Rechnung die 3-4fache Grundfläche?

Nein, umgesägt wird jeweils nur ein Drittel, also 400 Quadratmeter. Die ganze Fläche trägt in meiner Rechnung 10 Tonnen pro Hektar Jahr (können auch 18 sein). Das macht bei 1200 qm 1,2 Tonnen, die man jährlich ernten kann, wenn man 400 qm umsägt.

>Die mir bekannten Rechnungen gehen von 15-20 RM/Jahr aus, was einer benötigten Grundfläche von 1-2 ha Wald entspricht. Jede Idee, wie man den Verbrauch/Bedarf effektiv reduzieren kann, interessiert mich darum natürlich brennend!

Stimmt, das sind übliche Werte. Ein Haus mit zeitgemäßem Heizenergieverbrauch (kann man gesund und wohnlich hinkriegen) braucht aber deutlich weniger Heizung als die alten Bauernhäuser, in denen normalerweise ganzjährig mit Holz geheizt wird.
Sonstige Unterschiede: Wenn man ein (k)altes Haus direkt mit dem Ofen heizt, ohne Wasserspeicher, ist es bei kaltem Wetter nur warm, wenn der Ofen brennt. Sobald die Bude warm ist, drosseln die Leute das Feuer. Besonders, wenn es auf einem Eisenrost brennt, was für Kohle gut und für Holz schlecht ist. Was dann oft aus dem Kamin qualmt (muß nicht sein, ist aber oft so) sind brennbare Gase. Die Ofendrossler schmeißen also den Brennwert zum Kamin raus. Wenn man sauber verbrennt (Grundofen, Öfen mit Wasserspeicheranschluß), nutzt man das Holz besser aus als es oft gemacht wird.

Darum kann man weniger Holz brauchen als vielerorts üblich.

Wer eine Abneigung gegen Zentralheizungen, Niedrigenergiehäuser etc. hat, kann sich ein hübsches kompaktes Blockhaus mit etwas Außendämmung plus Holzfassade hinstellen, oder auch ein Strohballenhaus. Beide Häuser sind schnell behaglich warm, kühlen aber nur langsam aus. Im Hauszentrum ein guter Grundofen mit Kachelofenwand/bank. Einmal am Tag mit Holz füllen sollte reichen. Feuer nicht ersticken, ruhig im Aschenbett brennen lassen. Wenn runtergebrannt, die Kachelofenwand vom Ofen trennen (ein Handgriff).

Bekannte von mir haben 2 Blockhäuser gebaut zu je 350 Euro/Quadratmeter. Geht doch :-)

Wenn jemand schon ein Haus/eine Wohnung hat, gehts auch. Nur eben anders.

20 Raummeter sind zwar üblich, müssen aber nicht sein. Wenn jeder 20 Meter im Jahr verheizt, reicht das einheimische Holz nicht, fürchte ich. Schon deshalb wollte ich weniger brauchen (gilt für Deutschland. In Österreich sieht das evtl. anders aus).

Der Ofen ist unterwegs, das Haus wird umgebaut, die Erfahrung wirds zeigen. Unser Dach hat nachher 3,5 cm Holzweichfaser plus 24 cm Zelluloseflocken als Isolierung im Dach, und außen an der Fachwerkwand 16-18 cm Flachsdämmstoff plus 2 cm Holzweichfaser. Wenige, gute Fenster, kompakter Baukörper, da braucht man einfach wenig Heizung. Warme, trockene Außenwände bedeuten niedrige Lufttemperatur und gute Isolierwerte. Also noch günstiger.

Oh mann, ich texte Dich zu... :-)

Frag lieber nach, was Dich genau interessiert. Ist besser, hihi.

Liebe Grüße
Armin
>lG Helene



AlexP

16.08.2006, 17:17

@ Armin

Re: Brennholzbedarf- und ertrag


Als Antwort auf: Brennholzbedarf- und ertrag von Armin am 16. August 2006 17:08:54:


<i>Unser Dach hat nachher 3,5 cm Holzweichfaser plus 24 cm Zelluloseflocken als Isolierung im Dach, und außen an der Fachwerkwand 16-18 cm Flachsdämmstoff plus 2 cm Holzweichfaser.</i>

Da fallen mir gleich einige pelzige "Freunde" ein, die sich da wohl fühlen werden. ;-)

Also darauf achten, dass die nicht die schöne Isolierung zerstören. Das ist schwieriger als man so denkt.

cu AlexP


Armin

16.08.2006, 17:29

@ AlexP

pelzige Freunde?


Als Antwort auf: Re: Brennholzbedarf- und ertrag von AlexP am 16. August 2006 17:17:57:


Hallo Alex,
meinst Du Mäuse oder so? Die bevorzugen Mineralwolle, dacht ich immer. Vielleicht liegt das aber nur dran, daß Zellulose so selten ist. Wespen stehen mehr auf Styropor etc.

Mäuse hatten wir im letzten Haus, nicht isoliert. Mäuse lieben Hohlräume. Wenn sie sich erst ein ganzes Haus durch hochkämpfen müssen, dann 3,5 cm Holzweichfaser durchnagen (können sie - aber wollen sie's?) und dann erst noch in verdichteter, borsalzhaltiger Dämmung Platz schaffen für ein Nest, dann können sie es auch einfacher haben. Und: Bisher habe ich noch jede Maus erwischt, die ich gehört habe.

In der Außenhautdämmung könnten sie es versuchen. Da müssen sie nur durch ein Lochblech durch und dann durch 2 cm Weichfaserplatte.

Auf der Innenseite ist jeweils 2cm OSB. Unpraktisch, aber kann maus durchnagen, keine Frage.

Im Keller ist es nachher auch wärmer, vielleicht bleiben sie auch dort. Weniger Lebensgefahr.

Vielleicht toleriere ich die pelzigen Freunde aber auch. Dämmung zerstören? Wie das?

Neugierig
Armin


AlexP

16.08.2006, 17:43

@ Armin

Re: pelzige Freunde?


Als Antwort auf: pelzige Freunde? von Armin am 16. August 2006 17:29:06:


Sagen wir mal, dass Ratten und Marder zeitlich versetzt Hand in Hand arbeiten können und garantiert jede Lücke besser finden als ein Mensch.

Früher dachte ich dass Ratten nervige Geister sind, bis ich mich mit Mardern herumgeschlagen habe. Da unser Garten ein Paradies für Tiere aller Art ist und auch bleiben soll, die Nachbarn Hühner haben, bekommen wir immer wieder Besuch von Mardern. Und findet der Marder den Weg in die Isolierung, dann sind die Dämmwerte und Nachtruhe schnell futsch.

cu AlexP


Armin

16.08.2006, 17:57

@ AlexP

Re: pelzige Freunde?


Als Antwort auf: Re: pelzige Freunde? von AlexP am 16. August 2006 17:43:55:


Hallo Alex,
ach so, Marder auch noch ... tja, das kann passieren. Mein Vater (Jäger) hatte auch mal einen Marder. Falle aufgestellt, Marder tot.

Mäuse, Ratten, Marder sind natürlich nicht auszuschließen. Bisher hatten wir nur dann Säugetiere im Haus, wenn auch Futter da war (Bauernhof, Pferdehaltung, Ferienhütte). Falls welche kommen, werde ich wie üblich versuche, sie umzulegen. Zum Glück ist eine selbstgebaute Dämmung hinter einer Holzverschalung einfacher zu reparieren als z.B. hinter einer Putzfassade. Das tröstet mich.

Viel Glück mit Deinen Viechern!

Katzen helfen. Bin leider allergisch. Ein Bekannter hatte mal eine Katze, Kreuzung aus 1/4 Luchs und 3/4 Wildkatze. Eion Marder wollte an ihre Hasen. IHRE Hasen! Pech - Gulasch - fertig.

Gruß
Armin


AlexP

16.08.2006, 18:16

@ Armin

Re: pelzige Freunde?


Als Antwort auf: Re: pelzige Freunde? von Armin am 16. August 2006 17:57:11:


Hier die Marder sind erfahren, weil denen ständig einer nach dem Leben trachtet. Meine Fallen wären eher grausamer Natur, die ich erst einsetze wenn nichts anderes mehr hilft. Ich habe ja nichts gegen Marder ganz im Gegenteil, sondern nur gegen Marder an den falschen Stellen.

Katzen, naja hier gibts zwar viele Katzen und kleinere Kater auch Hunde, aber alle viel zu lieb. Selbst wenn ein Marder tot wäre, kommt der nächste nachgerückt.

Bisher die besten Erfahrung habe ich mit Teebaumöl an den wichtigsten Orten gemacht, muss man aber wieder erneuern. Mal sehen wie das langfristig läuft.

Ansonsten werde ich mir eine umfassende automatische Webcam-Überwachung mit einer automatischen Softair-Selbstschussanlage installieren. ;-)

cu AlexP


Guerrero

16.08.2006, 19:30

@ Armin

Photovoltaik.


Als Antwort auf: kurz was über mich... von Armin am 16. August 2006 13:17:15:




Buen día Armin.

Du bist eine Bereicherung hier!

Ich habe eine Photovoltaikanlage,
die funktioniert aber nur,
wenn Strom von Draussen ankommt.

Wenn ich die Umbaue so dass ich über Akkus Strom im Haus
habe bei Stromausfall von Drausen,
so wird das relativ teuer.

Gibt es da vielleicht eine einfachere
und billigere Lösung als die Übliche
mit 2. Wechselrichter, Ladegerät und Akkus?

Kann man den Wechselrichter im "Notfall" nicht
"austricksen"
wenn der Strom ausfällt von raussen?

Saludo
Guerrero


Guerrero

16.08.2006, 19:44

@ AlexP

Autark.


Als Antwort auf: Drei Dinge, die mir einfallen. von AlexP am 16. August 2006 13:45:50:



Buen día.

Sich in D völlig autark zu machen
ist wohl nur wenig Menschen möglich.
(Finanziell)
Und die machen es nicht...


Jeder sollte sich nach seinen Möglichkeiten
unabhängig machen.

Falls wirklich weltliche Systeme (Sozialsystem, Ölversorgung etc)
zusammenbrechen und noch wetterbedingt Probleme der Versorgung
durch Nahrungsmittel auftreten,
wirst du es immer leichter haben,
wenn du einen wichtigen Teil zum Überleben selbst herstellst.
(Nahrungsmittelprobleme wird es auch geben,
wenn die Öllieferungen ausfallen.
Die Bauern brauchen viel Dieslkraftstoff für ihre Traktoren)

Nahrungsmittel, Wasser und Wärme (Feuer) sind
die Grundbedürfnisse.

Bei diesen sollte man möglichst autark sein.

Kleidung und Unterkunft setze ich als gegeben vorauss.

Wenn man in der Stadt lebt
und nichts tun kann in dieser Richtung,
so sollte man sich wenigstens einen
vernünftigen Vorrat anschaffen und
aufrecht erhalten.

Saludo
Guerrero




Guerrero

16.08.2006, 19:47

@ Armin

Rapsöl als Sprit.


Als Antwort auf: kurz was über mich... von Armin am 16. August 2006 13:17:15:




>Ich lebe mit Frau und seit 4 Wochen 1 Kind in einem 100 Jahre alten Bauernhaus , gekauft vor Weihnachten, wir renovieren zur Zeit. Wir haben seit dem Kind 2 Autos und nur 1 läuft mit lokalem Rapsöl, was mich nicht um den Schlaf bringt ;-)

-------------------------------------------------------------------------
Buen día.

Ich habe einen Golf Diesel und möchte auch gerne mit Rapsöl (100%) fahren.
Habe schlechte Erfahrungen mit einem Anbieter (Motorumbau).

Wer ist da zuverlässig?
Preis, Qualität.

Saludo
Guerrero






Helene

16.08.2006, 21:32

@ Armin

Re: Brennholzbedarf- und ertrag


Als Antwort auf: Brennholzbedarf- und ertrag von Armin am 16. August 2006 17:08:54:


Hallo, Armin!
Danke für deine detaillierte Antwort. Das Thema interessiert mich nämlich sehr.

>Nein, das Haus wird nicht ersticken/verfaulen/schimmeln. Wetten? Ich weiß, das kommt vor. Pfusch am Bau/miese Planung etc..

Wir haben in den letzten 2 Jahren viele alte Bauernhäuser besichtigt, aber keines davon war wirklich trocken. In vielen Fällen ist genau das gemacht worden, nämlich die nassen Wände hinter Plastik zu "verstecken". Mit dem Effekt, dass die oft nur unzulänglich gebrannten Ziegeln dahinter zerfallen. Wie kriegst du also die Wände so trocken, dass sie eben nicht verwittern? Herkömmliche Trockenlegungsmethoden wie "Durchsägen", oder hast du eine "sanftere" Alternative zu bieten?

>Wer eine Abneigung gegen Zentralheizungen, Niedrigenergiehäuser etc. hat, kann sich ein hübsches kompaktes Blockhaus mit etwas Außendämmung plus Holzfassade hinstellen, oder auch ein Strohballenhaus. Beide Häuser sind schnell behaglich warm, kühlen aber nur langsam aus. Im Hauszentrum ein guter Grundofen mit Kachelofenwand/bank. Einmal am Tag mit Holz füllen sollte reichen. Feuer nicht ersticken, ruhig im Aschenbett brennen lassen. Wenn runtergebrannt, die Kachelofenwand vom Ofen trennen (ein Handgriff).

So etwas habe ich vor einiger Zeit gesehen, machte einen sehr gemütlichen Eindruck. Wieviel Holz die im Jahr verbraucht haben, weiss ich aber nicht mehr, sicher jedoch mehr als 4-5 RM.

lG Helene



Die Ratte Bederich

16.08.2006, 21:41

@ Guerrero

Re: Photovoltaik.


Als Antwort auf: Photovoltaik. von Guerrero am 16. August 2006 19:30:00:


>Buen día Armin.
>Du bist eine Bereicherung hier!
>Ich habe eine Photovoltaikanlage,
>die funktioniert aber nur,
>wenn Strom von Draussen ankommt.
>Wenn ich die Umbaue so dass ich über Akkus Strom im Haus
>habe bei Stromausfall von Drausen,
>so wird das relativ teuer.
>Gibt es da vielleicht eine einfachere
>und billigere Lösung als die Übliche
>mit 2. Wechselrichter, Ladegerät und Akkus?
>Kann man den Wechselrichter im "Notfall" nicht
>"austricksen"
>wenn der Strom ausfällt von raussen?
>Saludo
>Guerrero


Netzeinspeisung durch PV-Anlagen wird staatlich gefördert. Eine Eigennutzung ist in diesem Fall Verboten.
Wechselrichter für Netzeinspeisung auszutricksen ist für Fachleute wohl möglich aber für Laien könnte das tödlich enden.

Die Ratte



quink

16.08.2006, 21:53

@ Guerrero

Re: Rapsöl als Sprit.


Als Antwort auf: Rapsöl als Sprit. von Guerrero am 16. August 2006 19:47:34:


>>Ich lebe mit Frau und seit 4 Wochen 1 Kind in einem 100 Jahre alten Bauernhaus , gekauft vor Weihnachten, wir renovieren zur Zeit. Wir haben seit dem Kind 2 Autos und nur 1 läuft mit lokalem Rapsöl, was mich nicht um den Schlaf bringt ;-)
>-------------------------------------------------------------------------
>Buen día.
>Ich habe einen Golf Diesel und möchte auch gerne mit Rapsöl (100%) fahren.
>Habe schlechte Erfahrungen mit einem Anbieter (Motorumbau).
>Wer ist da zuverlässig?
>Preis, Qualität.
>Saludo
>Guerrero

Hi,
ich hab mir hier schon den Mund fusselig geredet das man bei diesen Autos (ich tippe so bis Baujahr 96/97) keinen teuren Umbau braucht!!!
Diese Diesel sind Vorkammerdiesel, da kann man so Rapsöl reinkippen. Was jedoch zu empfehlen wäre, ist eine Heizung (beim Landmaschinenladen fragen nach einer Winterheizung für Traktoren). Diese Heizung etwa 20 Euro wird an die Spritleitung mit 12V angeschlossen und heizt das Rapsöl vor.
Ich habs erst 20% Raps, 80% Diesel ausprobiert und dann langsam gesteigert. also bei 80%Raps und 20%Diesel funzte auch längerfristig noch alles bestens. Höher wollte ich persöhnlich nicht gegehn, aber es müßten auch 100% Raps möglich sein - und das mit Umbaukosten von 20 Euro für ne Traktorspritleitungs-Heizung :o



Armin

16.08.2006, 22:01

@ Guerrero

Re: Rapsöl als Sprit.


Als Antwort auf: Rapsöl als Sprit. von Guerrero am 16. August 2006 19:47:34:


Buenas noches,
>Ich habe einen Golf Diesel und möchte auch gerne mit Rapsöl (100%) fahren.
>Habe schlechte Erfahrungen mit einem Anbieter (Motorumbau).
>Wer ist da zuverlässig?

Du selbst. Wenn Du einen Wirbelkammerdiesel hast, also Golf 1, Golf 2 (1,6 Liter) oder Golf 3 1,9 Liter, geht es sogar ohne Umbau, wenn Du in den ersten Minuten nicht über 2500 U/min drehst. Vor allem der 3er Golf geht da normalerweise nicht kaputt.

Ich empfehle aber einen Umbau, den kannst Du selbst machen. Falls Du 2 linke Hände hast, findest Du vielleicht unter www.fmso.de einen kompetenten Ansprechpartner. Oder frag bei www.oeko-energie.de nach wer deren VW-LT-Bus umgerüstet hat. Der ist nämlich heikler als ein Golf.

Falls Du einen Tdi-Golf hast, kann Dir auch geholfen werden, auch in fmso. Ich würde den aber gegen einen älteren Golf/Passat oder besser noch einen Daimler tauschen.

Gute kommerzielle Umrüster kenne ich persönlich nicht, aber schau bei den Links nach. Die kennen welche.

Gruß
Armin


Armin

16.08.2006, 22:05

@ quink

Umbau und VW


Als Antwort auf: Re: Rapsöl als Sprit. von quink am 16. August 2006 21:53:53:


Hi,
mit einem einfachen Umbau springt er im Winter besser an, läuft schneller, hat bessere Abgaswerte und mehr Durchzug. Ohne Umbau gehts aber auch, außer beim TDI/PumpeDüse.

Ich würde ändern: Dickere Spritleitung Tank-Dieselfilter, kühlwasserbeheizter Dieselheizer, Soganzeige, Lecköl-Ringleitung. Fertig.

Kostet gute 100 Euro.

Gruß
Armin


Armin

16.08.2006, 22:12

@ Die Ratte Bederich

Re: Photovoltaik.


Als Antwort auf: Re: Photovoltaik. von Die Ratte Bederich am 16. August 2006 21:41:43:


Hallo,
>>Ich habe eine Photovoltaikanlage,
>>die funktioniert aber nur,
>>wenn Strom von Draussen ankommt.
>>Wenn ich die Umbaue so dass ich über Akkus Strom im Haus
>>habe bei Stromausfall von Drausen,
>>so wird das relativ teuer.
>>Gibt es da vielleicht eine einfachere
>>und billigere Lösung als die Übliche
>>mit 2. Wechselrichter, Ladegerät und Akkus?

Nein. Aber die Akkus müssen nicht groß sein, und auch der zweite Wechselrichter nicht. Bei Stromausfall solltest Du nur die nötigsten Verbraucher betreiben, dann reichen auch kleine Komponenten.

Billig und selbst geht immer, aber weiter wie bisher nur billig und selbst geht selten. Bescheiden bleiben.

Gruß
Armin


Ruhrgebietler

17.08.2006, 07:49

@ Armin

Re: kurz was über mich...


Als Antwort auf: kurz was über mich... von Armin am 16. August 2006 13:17:15:


kurzum: Du wohnst in einem Paradies. Sogar mit Grundwasser! Ein beneidenswerter Zustand (auch für den, der nicht an DAS Desaster glaubt. (Weil Ostern und Weihnachten nicht zusammenfällt, weil weil weil...)

Schön für Dich & Co. - mach was draus!! Würd' Dich gerne mal besuchen!


Ruhrgebietler

17.08.2006, 12:26

@ Guerrero

ist machbar!


Als Antwort auf: Photovoltaik. von Guerrero am 16. August 2006 19:30:00:


>Buen día Armin.
>Du bist eine Bereicherung hier!
>Ich habe eine Photovoltaikanlage,
>die funktioniert aber nur,
>wenn Strom von Draussen ankommt.
>Wenn ich die Umbaue so dass ich über Akkus Strom im Haus
>habe bei Stromausfall von Drausen,
>so wird das relativ teuer.
>Gibt es da vielleicht eine einfachere
>und billigere Lösung als die Übliche
>mit 2. Wechselrichter, Ladegerät und Akkus?
>Kann man den Wechselrichter im "Notfall" nicht
>"austricksen"
>wenn der Strom ausfällt von raussen?
>Saludo
>Guerrero
-.-.-
ja, man kann. Dazu wird es hier im Internet sicherlich Bauvorschläge geben. Ansonsten müßte ich mal kurz nachdenken um WIE, aber machbar ist das! Auf jeden Fall!
.-.-.



Guerrero

17.08.2006, 20:39

@ quink

Re: Rapsöl als Sprit. Golf IV TDI.


Als Antwort auf: Re: Rapsöl als Sprit. von quink am 16. August 2006 21:53:53:


>>>Ich lebe mit Frau und seit 4 Wochen 1 Kind in einem 100 Jahre alten Bauernhaus , gekauft vor Weihnachten, wir renovieren zur Zeit. Wir haben seit dem Kind 2 Autos und nur 1 läuft mit lokalem Rapsöl, was mich nicht um den Schlaf bringt ;-)
>>-------------------------------------------------------------------------
>>Buen día.
>>Ich habe einen Golf Diesel und möchte auch gerne mit Rapsöl (100%) fahren.
>>Habe schlechte Erfahrungen mit einem Anbieter (Motorumbau).
>>Wer ist da zuverlässig?
>>Preis, Qualität.
>>Saludo
>>Guerrero
>Hi,
>ich hab mir hier schon den Mund fusselig geredet das man bei diesen Autos (ich tippe so bis Baujahr 96/97) keinen teuren Umbau braucht!!!
>Diese Diesel sind Vorkammerdiesel, da kann man so Rapsöl reinkippen. Was jedoch zu empfehlen wäre, ist eine Heizung (beim Landmaschinenladen fragen nach einer Winterheizung für Traktoren). Diese Heizung etwa 20 Euro wird an die Spritleitung mit 12V angeschlossen und heizt das Rapsöl vor.
>Ich habs erst 20% Raps, 80% Diesel ausprobiert und dann langsam gesteigert. also bei 80%Raps und 20%Diesel funzte auch längerfristig noch alles bestens. Höher wollte ich persöhnlich nicht gegehn, aber es müßten auch 100% Raps möglich sein - und das mit Umbaukosten von 20 Euro für ne Traktorspritleitungs-Heizung :o
-----------------------------------------------------------------------------
Buenas noches Quink.

Vielen Dank für deine Tipps.
Ich habe einen Golf 4 Baujahr 99.

Ich möchte nicht selbst daran umbauen
sondern einen Spezialisten das machen lassen mit Garantie.
Deshalb würde ich gerne jemanden kennen,
der erfolgreich seinen Golf hat umbauen lassen und mit 100% Rapsöl fährt.
Einen Golf IV TDI.

Saludo
Guerrero





Armin

17.08.2006, 23:00

@ Helene

Alte Häuser und Feuchtigkeit - Achtung! Viel Text


Als Antwort auf: Re: Brennholzbedarf- und ertrag von Helene am 16. August 2006 21:32:50:


Hallo Helene, hallo alle,

<quote Helene>
>Wir haben in den letzten 2 Jahren viele alte Bauernhäuser besichtigt, aber keines davon war wirklich trocken. In vielen Fällen ist genau das gemacht worden, nämlich die nassen Wände hinter Plastik zu "verstecken". Mit dem Effekt, dass die oft nur unzulänglich gebrannten Ziegeln dahinter zerfallen. Wie kriegst du also die Wände so trocken, dass sie eben nicht verwittern? Herkömmliche Trockenlegungsmethoden wie "Durchsägen", oder hast du eine "sanftere" Alternative zu bieten?

unser Haus war schon beim Kauf trocken, zumindest in den Wohnräumen. Was heißt das? Hiert in der Gegend haben die Bauernhäuser ein Erdgeschoß aus massiven Steinquadern, darauf ein oder zwei Wohngeschosse in Fachwerkbauweise. Das Holzfachwerk ist dadurch ein halbes (bei Hanglage) bis ganzes Steinstockwerk entfernt vom feuchten Boden und vom Spritzwasser im Sockelbereich.
In den unteren Räumen ist die Luft feuchter als oben, aber i.d.R. nicht feucht genug, um den darüber liegenden Holzboden der Wohnräume zu gefährden. Auch die Steinwände sind etwas feucht, mehr von kondensierender Luftfeuchte (kälteste Stelle im Raum) als von aufsteigender Feuchte aus dem Erdboden.

Wenn wir nun auf Teufel komm raus unten im Keller - pardon, Erdgeschoß - wohnen wollten, müßten wir wegen der Feuchte vielleicht was unternehmen (Lüftungsanlage, Mauerwerk aufpeppen,...). Aber dann hätten wir
1. weniger Aussicht
2. keine Keller-/Hobbyräume mehr
3. unnötige Arbeit, vor allem bei der Wärmedämmung

Also bauen wir den Dachstuhl - ehemals Heulager, heute außer Betrieb - als Wohnraum aus. Knochentrocken, einfach zu sanieren, geniale Aussicht. Und gleich das Dach renoviert
Außerdem lieben wir Dachschrägen :-)

Was ich auch noch gemeint hatte: Nein, das Haus wird nicht WEGEN der Dämmung schimmeln/feucht werden/ersticken. Manche befürchten das. Vor allem die, die jemanden kennen, dem ein paar Wahnsinnige das Haus "isoliert" haben. Komisch nur, daß es hinterher schimmelt, also ein Kälteproblem hat. Pfusch am Bau/bei der Planung.

Helene:
Wenn Du Dir (oder mir) ein paar Fragen beantwortest, hilft das weiter (falls nicht schon geschehen)
Fragen:
Was für eine Art Haus suchst Du, wie sind die in Deiner Suchgegend gebaut? Stein? Holz? Beides? Wie willst Du das Haus nutzen, welche Räume in welchem Geschoß? Wie soll/darf es nachher aussehen und funktionieren? Was darf es etwa kosten? Wieviel kannst Du/Freunde selbst machen?

Für alle, die das Thema alte Häuser und Feuchtigkeit interessiert, habe ich früher schon mal was geschrieben. Siehe unten.

Alle anderen verabschiede ich :-)

Gruß
Armin

+++++++++++++++
alte Häuser und Feuchtigkeit

wenn die Rede auf alte Häuser kommt, dann heißt es gleich:
Feucht, muß sofort was getan werden!
"Aufsteigende Feuchte!" heißt es meistens, und sofort drängen sich unzählige Kellertrockner, Sanierungsspezialisten und sonstige hilfreiche Geister um die Besitzer. Saniert ist hinterher auf jeden Fall der Sanierer, das Bauwerk ist danach vielleicht eher erledigt.

Wenn ein altes Haus feucht ist, dann kommt das Wasser meist von oben nach unten (wie man's von Wasser gewohnt ist), manchmal aus der feuchten Luft, selten steigt es von unten her auf.

Wieso feucht?
- Mürbe Ziegel lassen etwas Regen durch. Vor allem zwischen den unteren 2 Ziegelreihen, direkt über der Regenrinne, denn dort fließt das Wasser des gesamten Daches drüber. Dort kann bei jedem starken Regenfall etwas Wasser durch die Ziegelfalze hochsteigen und dann - unbemerkt - direkt in die Außenwand tropfen. Dachboden trocken, Außenwand naß.

- Schlagregen klatscht gegen die Fassade. Die kann das eventuell schlechter verkraften als noch vor 100 Jahren: Z.B. wenn das Haus früher auf der Wetterseite eine Holzverschalung hatte, die dann (dunkel, häßlich) entfernt wurde. Oder der Dachüberstand - früher größer - wurde verkürzt. Oder ein ehemals verputzes Fachwerk wurde freigelegt. Oder ein immer schon offen liegendes Schmuckfachwerk wurde unsachgemäß saniert. Dann sitzt Wasser im Holz oder Stein und alles fault, schimmelt, wird kalt, noch feuchter... ein Teufelskreis

- Spritzwasser im Sockelbereich: Im Laufe der Jahrzehnte steigt das Bodenniveau ums Haus herum immer weiter an, das Haus "versinkt" im Boden wie all das, was Archäologen nachher ausgraben. Früher wurde ums Haus herum regelmäßig wieder abgegraben und "tiefergelegt", heute vielleicht nicht mehr ... und so spritzt das Wasser bei jedem Regen höher an die Wand, als der alte Baumeister das gutgeheißen hätte.
Manchmal ist dazu noch die Regenrinne löchrig oder der Ablauf verstopft. Gleichzeitig ist vielleicht der Sockelbereich "malerisch" eingewachsen - hinter den Pflanzen trocknet die Wand nicht mehr ab. Wenn dann noch der Sockel falsch verputzt ist ...

- Moderne Baumaterialien und Bauweisen falsch mit alter Bausubstanz kombiniert: Die Außenwand an der Wetterseite innen voll gefliest, oder mit dampfdichter Tapete/Farbe behandelt, oder mit Styropor beklebt. Estriche, Folien, Bauschäume an der falschen Stelle und das Fachwerkhaus säuft ab, das Massivsteinhaus wird ungemütlich und sanierungsbedürftig

- Neue, dichte Isolier-Fenster und alte, kalte Wände und alte Lüftungsgewohnheiten führen zu höherer Luftfeuchte, die an den kalten Außenwänden kondensiert: Schimmel, Holzpilze, Haus und Bewohner in Gefahr.

- Schlecht ausgeführte Wärmedämmung: Die ehemals kalten Wände sind nun innen warm und außen kalt (man will ja nicht die Umwelt heizen), aber wie in alten Zeiten pfeift die feuchte Wohnluft hindurch. "Das Haus muß atmen!", heißt es dann. Könnte ein Haus atmen, dann würde es dem "Sanierer" was husten: Die feuchte Luft kondensiert in der nun außen kalten Wand. Die Isolierung leidet, die Wand wird noch kälter ... Ein Steinhaus wird ungemütlich und eine teure Sanierung bahnt sich an. Ein Fachwerkhaus geht daran zugrunde.

- aufsteigende Feuchte - tatsächlich! In manchen (nicht allen) Häusern steigt die Feuchte aus dem Boden die Wände hoch. Viele Bauernhäuser z.B. waren früher so aufgeteilt, daß im Erdgeschoß Stall, Wirtschaftsräume und Werkstätten untergebracht waren. Im 1. Obergeschoß (über den warmen Tieren) wurde gewohnt. Die höhere Luftfeuchte und Wandfeuchte im EG war egal. Heute wollen die neuen Hausbesitzer oft im Erdgeschoß wohnen. Hier kann sich eine Sanierung durch erfahrene Fachleute mit über 10 Jahren alten guten Referenzen lohnen. Oft muß ohnehin das Fundament verstärkt und tiefergelegt werden ("unterfangen";), so daß die horizontale Feuchtigkeitssperre gleich mit eingebaut werden kann. Bevor also wild drauflos Bleche eingezogen, Kunstharz eingespritzt und Elektroden angeklemmt werden, erst mal klären, ob das Fundament nicht ohnehin unterfangen werden muß, um die statischen Lasten zu tragen.

Ach ja, alte Häuser und neue "Fachleute":
Ich selbst habe jahrelang in Fachwerkhäusern aus dem 15. Jahrhundert gelebt. Ohne horizontale Feuchtigkeitssperre haben diese Holzbauten über 500 Jahre durchgehalten. Heutige Stahlbetonbauten müssen z.T. nach 20 Jahren abgerissen werden - wegen Einsturzgefahr. Nicht selten Feuchteschäden...
Die selben "Fachleute", die moderne Sanierungsruinen hinstellen, erklären dann, daß das alte Haus unbedingt ein Blech, Kunstharz etc. braucht, um noch ein paar Jahre leben zu können. Mag sein, daß es im Einzelfall sinnvoll ist, oder zumindest nicht übermäßig schädlich. Aber ein Haus, das FÜNFHUNDERT Jahre durchhält, braucht nichts zu beweisen. Seine heutige Existenz ist Beweis genug, daß seine Bauweise von überragender Qualität ist.
++++++++++++++++++++++++


Armin

17.08.2006, 23:22

@ Ruhrgebietler

Paradies is in Arbeit ;-)


Als Antwort auf: Re: kurz was über mich... von Ruhrgebietler am 17. August 2006 07:49:24:


Hallo,
>kurzum: Du wohnst in einem Paradies. Sogar mit Grundwasser! Ein beneidenswerter Zustand (auch für den, der nicht an DAS Desaster glaubt. (Weil Ostern und Weihnachten nicht zusammenfällt, weil weil weil...)
>Schön für Dich & Co. - mach was draus!! Würd' Dich gerne mal besuchen!

Augenblicklich ist noch ein Ölofen und ein Holzherd drin und ein paar beleidigte Nachtspeicheröfen (abgeklemmt), aber der Holzofen ist schon bestellt und unterwegs (Zentralheizkaminofen für 1600 €, wurde hier im Forum schon früher mal erwähnt) und das Kompostklo ist auch unterwegs von Finnland her :-)
Heut war ich im benachbarten Sägewerk. Allmählich gehts ab :-)

Der Garten wird größer und größer, das Haus gemütlicher und gemütlicher ... heute haben wir einen Gefrierschrank bekommen, 300 Liter, 217 kWh/Jahr, 700 €. Dolle Sache. Dazu noch die Solarkochkiste ...

Hast schon recht, aber weißt warum? Ein Paradies ists wegen unserem Sohn Linus, 30 Tage alt :-)

Kannst gerne mal vorbeikommen, siehst halt jeweils was es schon zu sehen gibt. Wir wohnen erst seit April hier ...

Gruß
Armin


Ismael

18.08.2006, 00:20

@ Armin

Re: Umbau und VW


Als Antwort auf: Umbau und VW von Armin am 16. August 2006 22:05:59:


>Hi,
>mit einem einfachen Umbau springt er im Winter besser an, läuft schneller, hat bessere Abgaswerte und mehr Durchzug. Ohne Umbau gehts aber auch, außer beim TDI/PumpeDüse.
>Ich würde ändern: Dickere Spritleitung Tank-Dieselfilter, kühlwasserbeheizter Dieselheizer, Soganzeige, Lecköl-Ringleitung. Fertig.
>Kostet gute 100 Euro.
>Gruß
>Armin

hallo,

ich würde einer elektrischen heizung den vorzug geben! man hätte dann die möglichkeit, den wage anzunabeln und vorzuheizen. pöl hat erst bei etwa 90°C eine brauchbare viskosität, das ist bei einer kühlwasserheizung erst nach vielen kilometern machbar, wenn der tank über die rücklaufleitung schon auf temperatur ist! je dicker das öl, desto schneller ist die einspritzpumpe dahin und dann wird es teuer!

Ismael


Ruhrgebietler

18.08.2006, 07:54

@ Armin

Re: Paradies is in Arbeit ;-)


Als Antwort auf: Paradies is in Arbeit ;-) von Armin am 17. August 2006 23:22:55:


>Hallo,
>>kurzum: Du wohnst in einem Paradies. Sogar mit Grundwasser! Ein beneidenswerter Zustand (auch für den, der nicht an DAS Desaster glaubt. (Weil Ostern und Weihnachten nicht zusammenfällt, weil weil weil...)
>>Schön für Dich & Co. - mach was draus!! Würd' Dich gerne mal besuchen!
>Augenblicklich ist noch ein Ölofen und ein Holzherd drin und ein paar beleidigte Nachtspeicheröfen (abgeklemmt), aber der Holzofen ist schon bestellt und unterwegs (Zentralheizkaminofen für 1600 €, wurde hier im Forum schon früher mal erwähnt) und das Kompostklo ist auch unterwegs von Finnland her :-)
>Heut war ich im benachbarten Sägewerk. Allmählich gehts ab :-)
>Der Garten wird größer und größer, das Haus gemütlicher und gemütlicher ... heute haben wir einen Gefrierschrank bekommen, 300 Liter, 217 kWh/Jahr, 700 €. Dolle Sache. Dazu noch die Solarkochkiste ...
>Hast schon recht, aber weißt warum? Ein Paradies ists wegen unserem Sohn Linus, 30 Tage alt :-)
>Kannst gerne mal vorbeikommen, siehst halt jeweils was es schon zu sehen gibt. Wir wohnen erst seit April hier ...
>Gruß
>Armin
-.-.-
also alles ganz normal! fein! zeit koennte 9.-12.10.2006 sein. wir sollten vorher miteinander mailen.
arbeit? alls ist arbeit - am meisten schwer faellt jene, die unbeliebt ist
.-.-.


Helene

18.08.2006, 09:20

@ Armin

Re: Alte Häuser und Feuchtigkeit


Als Antwort auf: Alte Häuser und Feuchtigkeit - Achtung! Viel Text von Armin am 17. August 2006 23:00:14:


Hallo, Armin!

Nachdem du mir ja deine Beratung angeboten hast, hier also mein Problem:

Wir haben ein Objekt in Aussicht, im südöstlichsten Zipfel Österreichs (an der Grenze zu Ungarn). Dort gibt es zwar sehr warmes Klima (Weinbau), es ist aber in der unmittelbaren Umgebung auch ziemlich feucht. Das Haus selbst ist aus gebrannten Lehmziegeln gebaut, die das Wasser richtiggehend aus dem Boden "saugen". Durch eine Drainage an der Hangseite könnte man vermutlich den Nachfluss reduzieren, doch wie bekomme ich die Wände wieder trocken? Bekannte von uns haben das Problem gelöst, indem sie die unterste Schicht der Mauern Ziegel für Ziegel abgebaut und neu aufgemauert sowie mit einer Horizontalisolierung versehen haben - eine sehr Zeit- und Geldintensive Methode! Das würde ich mir gerne ersparen (abgesehen von den Stellen, wo die Ziegel schon zerbröseln). Der Dachboden muss sowieso auch genutzt werden - das Haus ist ziemlich klein, war ja eine sehr arme Gegend damals.
Mit Steinmauern ist man da natürlich besser dran: meine Eltern hatten ein altes Bauernhaus am nördlichsten Ende Österreichs (ist ja ein kleines Land ;-) welches Steinmauern hatte. Dieses haben sie alleine durch "Heizen und Lüften" trocken bekommen, wobei ich mir bei den Ziegelmauern nicht vorstellen kann, dass das funktioniert!

Wenn du also irgendeine Idee hast - ich bin für jede Anregung dankbar!

lG Helene




E-Techniker

18.08.2006, 12:14

@ Ruhrgebietler

bei netzgeführten Wechselrichtern leider nicht


Als Antwort auf: ist machbar! von Ruhrgebietler am 17. August 2006 12:26:55:


>> Kann man den Wechselrichter im "Notfall" nicht "austricksen"
>> wenn der Strom ausfällt von raussen?
> ja, man kann. Dazu wird es hier im Internet sicherlich
> Bauvorschläge geben. Ansonsten müßte ich mal kurz nachdenken
> um WIE, aber machbar ist das!

Wenn Du einen netzgeführten Wechselrichter hast, kann der nicht
im Inselbetrieb funktionieren. Da brauchst Du einen anderen
Wechselrichter mit einem anderen Schaltungsprinzip.

MfG
Thomas




Armin

21.08.2006, 12:00

@ Ismael

elektrische Heizer und Pöl im VW


Als Antwort auf: Re: Umbau und VW von Ismael am 18. August 2006 00:20:57:


Hallo,
wenn man den ganzen Motor per Tauchsieder (Waeco-Heizer) auf Betriebstemperatur bringt, bringt es was, denn dann ist die Einspritzpumpe als ganzes warm und stirbt nicht den VW-Pumpentod.

Wenn Du nur das Pöl vorwärmst, wird es in der riesigen Kältemasse der ESP und spätestens der saukalten Einspritzdüse wieder kalt. Das mit der Düse ist nur bei TDI etc. problematisch, das mit der Pumpe sogar bei den guten alten Wirbelkammerdieseln a la Golf 1-3.

Es geht darum, die Einspritzpumpe nicht zu schrotten. Das kann man auch erreichen, indem man auf den ersten paar km bei kalter Pumpe und kaltem Pöl nicht über 2500 U/min dreht. ACHTUNG! Gilt nur für VW-4-Zylinder-Wirbelkammerdiesel mit BOSCH-Reiheneinspritzpumpe.

Eine elektrische Dieselheizung hilft, aber stellt nicht immer eine Garantie dar. Wenn ich mich also auf die Heizung verlasse und sogar über 3000 drehe, kann es PLONK machen. Pumpentod.
Nach ein paar km sorgt die immense Heizleistung des Kühlwassers dafür, daß die Pumpe nicht sterben kann, sie ist eh schon durch die Verdichtungsarbeit gleichmäßig warm geworden. Und das warme Pöl verbrennt besser.

Hast Du oder jemand, bei dem Du den Überblick hast, anderslautende Erfahrungen mit Pöl in VW-Motoren? Erfahrungen sind immer gesucht, es gibt zwar schon viele, aber es hört nie auf.

Gruß
Armin

>ich würde einer elektrischen heizung den vorzug geben! man hätte dann die möglichkeit, den wage anzunabeln und vorzuheizen. pöl hat erst bei etwa 90°C eine brauchbare viskosität, das ist bei einer kühlwasserheizung erst nach vielen kilometern machbar, wenn der tank über die rücklaufleitung schon auf temperatur ist! je dicker das öl, desto schneller ist die einspritzpumpe dahin und dann wird es teuer!
>Ismael



Armin

21.08.2006, 12:38

@ Helene

Re: Alte Häuser und Feuchtigkeit


Als Antwort auf: Re: Alte Häuser und Feuchtigkeit von Helene am 18. August 2006 09:20:07:


Hallo Helene,
eins vorweg: Mit Ziegelmauern habe ich keine eigene Erfahrung.

Eine Drainage am Hang hilft auf jeden Fall. Das kann ein mit Kies gefüllter Graben sein, oder eine moderne Plastikschlauchdrainage, oder eine mit Steingutdrainagerohren... Nützlich bei Rohren sind Schächte/Öffnungen mittendrin, als Möglichkeit zum Spülen. Drainagen verstopfen mit der Zeit.

Außen kann man an der Mauer etwas abgraben und die Wand tief runter mit Bitumen-Dickspachtel wasserdicht machen. Achtung: Nur ein kurzes Stück auf einmal abgraben, die Mauer nicht untergraben! Einsturzgefahr!


>"saugen". Durch eine Drainage an der Hangseite könnte man vermutlich den Nachfluss reduzieren, doch wie bekomme ich die Wände wieder trocken?

Wenn Du den Nachfluß wirksam unterbrochen hast, werden sie mit Heizen und Lüften zwangsläufig trocken. *Wenn* ist hier das heikle Wort ...

>Bekannte von uns haben das Problem gelöst, indem sie die unterste Schicht der Mauern Ziegel für Ziegel abgebaut und neu aufgemauert sowie mit einer Horizontalisolierung versehen haben - eine sehr Zeit- und Geldintensive Methode!

Wenn das Haus ziemlich klein ist, wie Du schreibst, dann ist die Methode Ziegel für Ziegel tauschen entweder Zeit- ODER Geldintensiv. Selber machen: dauert. Machen lassen: teuer.

Man kann das Fundament unterfangen, d.h. unter die bestehende Mauer etwas Stahlbeton gießen. Das ist nicht unbedingt etwas für Laien, kann aber mit Anleitung von erfahrenen Bauleuten gemacht werden. Dabei baut man gleich eine horizontale Sperre ein, dann ist Ruhe mit Wasser von unten.

Was würde *ich* machen?
Drainage am Hang (Übel an der Wurzel packen).

Vertrauen, daß die Ziegelmauer noch eine Weile hält. Nicht unterfangen, außer es muß sein (alles schon krumm & schief und ich will das Haus trotzdem).

Außen kurze Stücke an der Mauer runtergraben und Bitumendickspachtel auf die Ziegelmauer.

Wenn ich schon ein Loch gegraben habe: Außen 5-10 cm Perimeterdämmung draufkleben (=unterirdische Dämmung um die Mauern rum, z.B. Glasschaumplatten oder spezielle Polystyrolschaumplatten), damit die Mauer innen wärmer wird und das Wasser aus der Luft nicht kondensiert.

Außen im Sockelbereich um die Mauer rum einen halben Meter breit Kies schütten, damit das Wasser beim Regen nicht die Mauer hoch spritzt.

++++++++++++++++++++++
Beschleunigte Trocknung mit Solarenergie, nach Geschmack:
Einige Zeit (ein Jahr) Lichtwellplatten (Transparente Wellplatten aus Kunststoff, wie man sie für lichtdurchlässige Überdachungen benutzt) außen an die feuchte Mauer schrauben, auf eine senkrecht stehenden Lattung aus Dachlatten. Hoch bis unter den Dachüberhang. Dahinter wird die Mauer warm (Sonne), auch auf der Nordseite wirksam! Die Luft steigt auf (in den Wellen und zwischen den Latten) und geht oben unter dem Dachüberstand raus. Das trocknet die Mauer von außen und hält den Regen ab.
An Fenstern die Wellplatten unterbrechen, Fensterbänke außen verlängern, damit es nicht hinter die Wellplatten regnet.

Nach einem Jahr die Wellplatten gegen eine Außendämmung tauschen (keine Glas-Steinwolle oder Plastik hier, bitte, gibt Ärger) plus Holzverschalung drüber (unbehandeltes lokales Nadelholz, sägerauh), damit auch zukünftig der Regen draußen bleibt. Details auf Anfrage.

Mit den Wellplatten ein Gewächshaus bauen ;-)
++++++++++++++++++++++++++

Falls solare Trocknung nicht gewünscht: 2 cm feuchtraumgeeignete OSB-Platte auf die Mauer, darauf Dämmung, darauf Holzverschalung.

Falls die Fassade außen so (authentisch) bleiben soll, innen in den oberirdischen Räumen wenig Dämmung (10 cm Schilfplatten oder 8 cm Flachs/Baumwolle/Zellulose o.ä.) und darauf innenseitig eine sorgfältig verklebte vollflächige Dampfsperre, z.B. die schadstoffarme OSB-Platte Norbord Sterling. Darauf Wandgestaltung nach Wunsch. Fensterdetails: geht hier zu weit, auf Anfrage.

Im Keller (außen erdberührte Wände) würde ich auf die Innenwände eine etwa 2 cm dicke Calciumsilikat-Platte anbringen. Dämmt ein bisserl, ist schimmelbeständig da hoch alkalisch. Wenn die Kellerwand innen so bleiben soll, hoffen und weglassen. Wird schon klappen.

Gute Nachricht, Helene: Ziegel sind Materialien, die man gut austrocknen kann und die angrenzendes Holz gut trocken halten, besser als Stein.

Selbst wenn Du keine Lust hast auf das ganze Programm, das ICH machen würde: Drainage plus außen Bitumenspachtel plus außen Kiesbett ums Haus rum plus Heizen & Lüften sollte die Mauer ziemlich trocknen.

Liebe Grüße
Armin


Helene

21.08.2006, 16:03

@ Armin

Re: Alte Häuser und Feuchtigkeit


Als Antwort auf: Re: Alte Häuser und Feuchtigkeit von Armin am 21. August 2006 12:38:48:


Hallo, Armin!

>Außen kann man an der Mauer etwas abgraben und die Wand tief runter ...

:-))) mit tief runter ist da nix - gerade mal so viel, wie sich an Erde im Laufe der Jahrhunderte angesammelt hat. Die haben damals direkt vom Boden weg gebaut, ohne Fundament oder irgendwas.

>Man kann das Fundament unterfangen, d.h. unter die bestehende Mauer etwas Stahlbeton gießen. Das ist nicht unbedingt etwas für Laien, kann aber mit Anleitung von erfahrenen Bauleuten gemacht werden. Dabei baut man gleich eine horizontale Sperre ein, dann ist Ruhe mit Wasser von unten.

Ja, so in etwa habe ich mir das auch vorgestellt. Ist bei einem Teil des Gebäudes offensichtlich auch nachträglich schon gemacht worden.

>Außen im Sockelbereich um die Mauer rum einen halben Meter breit Kies schütten, damit das Wasser beim Regen nicht die Mauer hoch spritzt.

Was hätte das für einen Vorteil gegenüber Pflaster oder Klinker?

Bzgl. Dämmung: Ich wehre mich dagegen, eine nicht vollständig trockene Wand zu dämmen: Wasser ist schließlich ein guter Wärmeleiter - das was man durch die Feuchtigkeit verliert, kann durch eine "übliche" Dämmung meist nicht mehr ausgeglichen oder gar verbessert werden. Viel wichtiger ist meiner Meinung nach, ein Gleichgewicht zwischen Feuchtigkeitsaufnahme und -abgabe zu schaffen. In der ursprünglichen Bauweise - mit Kalkputzen und Holzböden über gestampftem Lehm war das der Fall. Erst die "Modernisierung" durch Betonestrich, PVC-Böden und Silikat- oder Kunstharzputze hat es erreicht, dass die vorhandene Feuchtigkeit nicht mehr an die Raumluft abgegeben werden konnte (aber dafür haben wir ja heute Luftbefeuchter ...), und die Mauern "feucht"=nass geworden sind.
Meine Conclusio: entweder die Gebäude weitgehend in den Originalzustand mit Originalmaterialien zurückführen oder "zu Ende modernisieren" mit allem was dazugehört (Horizontalisolierung, Trocknung, Dämmung). Was mir davon sympathischer ist, weiss ich ehrlich gesagt noch nicht ...

>Gute Nachricht, Helene: Ziegel sind Materialien, die man gut austrocknen kann
und die angrenzendes Holz gut trocken halten, besser als Stein.
>Selbst wenn Du keine Lust hast auf das ganze Programm, das ICH machen würde: Drainage plus außen Bitumenspachtel plus außen Kiesbett ums Haus rum plus Heizen & Lüften sollte die Mauer ziemlich trocknen.

Dein Wort in Gottes Ohr ;-)

Herzlichen Dank für die Mühe, die du dir mit deiner ausführlichen Antwort gemacht hast!

lG Helene



Armin

21.08.2006, 16:48

@ Helene

Dämmung


Als Antwort auf: Re: Alte Häuser und Feuchtigkeit von Helene am 21. August 2006 16:03:32:


Hallo Helene,
>>Außen im Sockelbereich um die Mauer rum einen halben Meter breit Kies schütten, damit das Wasser beim Regen nicht die Mauer hoch spritzt.
>Was hätte das für einen Vorteil gegenüber Pflaster oder Klinker?

Von Pflaster spritz das Wasser hoch (prallt ab), bei Kies verschwindet der Tropfen zwischen den Kiessteinchen.

>Bzgl. Dämmung: Ich wehre mich dagegen, eine nicht vollständig trockene Wand zu dämmen: Wasser ist schließlich ein guter Wärmeleiter - das was man durch die Feuchtigkeit verliert, kann durch eine "übliche" Dämmung meist nicht mehr ausgeglichen oder gar verbessert werden.

Trocken ist besser, aber feucht geht manchmal auch. Falls mensch nicht warten will. Eine alte Massivsteinwand hat feucht nicht sehr viel schlechtere Isolationswerte als trocken. So schlecht sind die (nenne wir es tolerant).
Bei modernen Hohlbausteinen ist das anders.
Bei einem Fachwerkhaus würde ich mich das nicht unbedingt trauen, bei einem Massivziegelhaus schon eher.

> Viel wichtiger ist meiner Meinung nach, ein Gleichgewicht zwischen Feuchtigkeitsaufnahme und -abgabe zu schaffen.

Ein Gleichgewicht hast Du jetzt schon, nur halt auf einem hohen Feuchteniveau. Mehr Feuchteabgabe und weniger Feuchteaufnahme (unterm Strich, über's Jahr) senkt das Feuchteniveau auf eine neue Gleichgewichtsfeuchte, die tiefer liegt.

Ein Baustoff sollte Feuchte gut aufnehmen und noch besser abgeben können. Gut: Lehm, Ziegel, Holz.
Schlecht: Beton, besonders Gasbeton (Ytong).

>In der ursprünglichen Bauweise - mit Kalkputzen und Holzböden über gestampftem Lehm war das der Fall. Erst die "Modernisierung" durch Betonestrich, PVC-Böden und Silikat- oder Kunstharzputze hat es erreicht, dass die vorhandene Feuchtigkeit nicht mehr an die Raumluft abgegeben werden konnte (aber dafür haben wir ja heute Luftbefeuchter ...), und die Mauern "feucht"=nass geworden sind.

Das gab's auch früher schon, die Häuser sind halt schon weg. Beliebte Gründe: Drückende Nässe am Hang, Tiere im Haus.

Betonestrich, PVC etc. sind sehr heikel an alten Häusern, im Einzelfall kann man sie sich aber sogar zunutze machen, wenn sie schon drin sind. Reinmachen würde ich sie nicht.

Kalkputz, Lehmputz (mein Favorit), Kalkfarbe, Massivholz ist fast immer die bessere Wahl. Manche Materialien wie Tyvek (so ne Art LowTech GoreTex für's Haus) oder bestimmte OSB-Platten an manchen Stellen ergänzen das. Die modernen Dämmstoffe wie Glaswolle sind Zicken, die theoretisch fuktionieren und praktisch rumzicken.
Mit Deiner im besten Sinne "konservativen" Haltung wirst Du wenig bis keinen Schaden anrichten, denke ich :-)

>Meine Conclusio: entweder die Gebäude weitgehend in den Originalzustand mit Originalmaterialien zurückführen oder "zu Ende modernisieren" mit allem was dazugehört (Horizontalisolierung, Trocknung, Dämmung). Was mir davon sympathischer ist, weiss ich ehrlich gesagt noch nicht ...

Ein Haus im Originalzustand ist oft entweder kalt (was in den meisten Räumen original wäre) oder braucht Unmengen Heizenergie. Einen Dachstuhl original zu renovieren, der früher Heulager war, ist einfach: Heu rein.

Dämmt sogar :-)

Die von mir beschriebenen Aufbauten sorgen dafür, daß von außen/unten weniger Wasser in die Wand geht. Durch die Dämmung und Holzfassade und durchs Trockenwohnen geht die Feuchte nach beiden Seiten weg (die OSB-Platte kann das, was viele moderne Baustoffe nicht können: sich anpassen).

Was man früher mit Fassung getragen hat (Eiszapfen überm Kinderbett im Dachstuhl mit Blick auf die Dachziegel), scheint uns heute nicht akzeptabel. Dämmung kann helfen, aber mit Verstand.

Alte Häuser renovieren ist viel lustiger als neu bauen und kostet kaum doppelt so viel...

Gruß
Armin


picus

21.08.2006, 17:22

@ Armin

Re: Dämmung


Als Antwort auf: Dämmung von Armin am 21. August 2006 16:48:27:


Hallo Armin,
ist recht interessant was ich da alles lese und kommt mir gerade recht das da jemand Ahnung hat.
Haben uns im März auch ein über 100 Jahre altes Haus gekauft weils neu bauen für uns nicht bezahlbar ist und auch die Grundstückchen da wohl eher was für Rasenfetischisten sind.
Decken diese Woche das Dach neu und ich hab noch nicht den rechten Plan wie und mit was ich die Dachschrägen in den Zimmern dämme.Hatte bisher an Mineralwolle gedacht,weil alternative Dämmstoffe wie Schafwolle zu teuer sind.Was kann man da noch nehmen?Dachdecker gucken einen nur mit großen Augen an wenn mann nach anderen Dämmstoffen fragt.
Gruß picus
>Hallo Helene,
>>>Außen im Sockelbereich um die Mauer rum einen halben Meter breit Kies schütten, damit das Wasser beim Regen nicht die Mauer hoch spritzt.
>>Was hätte das für einen Vorteil gegenüber Pflaster oder Klinker?
>Von Pflaster spritz das Wasser hoch (prallt ab), bei Kies verschwindet der Tropfen zwischen den Kiessteinchen.
>>Bzgl. Dämmung: Ich wehre mich dagegen, eine nicht vollständig trockene Wand zu dämmen: Wasser ist schließlich ein guter Wärmeleiter - das was man durch die Feuchtigkeit verliert, kann durch eine "übliche" Dämmung meist nicht mehr ausgeglichen oder gar verbessert werden.
>Trocken ist besser, aber feucht geht manchmal auch. Falls mensch nicht warten will. Eine alte Massivsteinwand hat feucht nicht sehr viel schlechtere Isolationswerte als trocken. So schlecht sind die (nenne wir es tolerant).
>Bei modernen Hohlbausteinen ist das anders.
>Bei einem Fachwerkhaus würde ich mich das nicht unbedingt trauen, bei einem Massivziegelhaus schon eher.
>> Viel wichtiger ist meiner Meinung nach, ein Gleichgewicht zwischen Feuchtigkeitsaufnahme und -abgabe zu schaffen.
>Ein Gleichgewicht hast Du jetzt schon, nur halt auf einem hohen Feuchteniveau. Mehr Feuchteabgabe und weniger Feuchteaufnahme (unterm Strich, über's Jahr) senkt das Feuchteniveau auf eine neue Gleichgewichtsfeuchte, die tiefer liegt.
>Ein Baustoff sollte Feuchte gut aufnehmen und noch besser abgeben können. Gut: Lehm, Ziegel, Holz.
>Schlecht: Beton, besonders Gasbeton (Ytong).
>>In der ursprünglichen Bauweise - mit Kalkputzen und Holzböden über gestampftem Lehm war das der Fall. Erst die "Modernisierung" durch Betonestrich, PVC-Böden und Silikat- oder Kunstharzputze hat es erreicht, dass die vorhandene Feuchtigkeit nicht mehr an die Raumluft abgegeben werden konnte (aber dafür haben wir ja heute Luftbefeuchter ...), und die Mauern "feucht"=nass geworden sind.
>Das gab's auch früher schon, die Häuser sind halt schon weg. Beliebte Gründe: Drückende Nässe am Hang, Tiere im Haus.
>Betonestrich, PVC etc. sind sehr heikel an alten Häusern, im Einzelfall kann man sie sich aber sogar zunutze machen, wenn sie schon drin sind. Reinmachen würde ich sie nicht.
>Kalkputz, Lehmputz (mein Favorit), Kalkfarbe, Massivholz ist fast immer die bessere Wahl. Manche Materialien wie Tyvek (so ne Art LowTech GoreTex für's Haus) oder bestimmte OSB-Platten an manchen Stellen ergänzen das. Die modernen Dämmstoffe wie Glaswolle sind Zicken, die theoretisch fuktionieren und praktisch rumzicken.
>Mit Deiner im besten Sinne "konservativen" Haltung wirst Du wenig bis keinen Schaden anrichten, denke ich :-)
>>Meine Conclusio: entweder die Gebäude weitgehend in den Originalzustand mit Originalmaterialien zurückführen oder "zu Ende modernisieren" mit allem was dazugehört (Horizontalisolierung, Trocknung, Dämmung). Was mir davon sympathischer ist, weiss ich ehrlich gesagt noch nicht ...
>Ein Haus im Originalzustand ist oft entweder kalt (was in den meisten Räumen original wäre) oder braucht Unmengen Heizenergie. Einen Dachstuhl original zu renovieren, der früher Heulager war, ist einfach: Heu rein.
>Dämmt sogar :-)
>Die von mir beschriebenen Aufbauten sorgen dafür, daß von außen/unten weniger Wasser in die Wand geht. Durch die Dämmung und Holzfassade und durchs Trockenwohnen geht die Feuchte nach beiden Seiten weg (die OSB-Platte kann das, was viele moderne Baustoffe nicht können: sich anpassen).
>Was man früher mit Fassung getragen hat (Eiszapfen überm Kinderbett im Dachstuhl mit Blick auf die Dachziegel), scheint uns heute nicht akzeptabel. Dämmung kann helfen, aber mit Verstand.
>Alte Häuser renovieren ist viel lustiger als neu bauen und kostet kaum doppelt so viel...
>Gruß
>Armin



Armin

21.08.2006, 17:49

@ picus

Re: Dämmung


Als Antwort auf: Re: Dämmung von picus am 21. August 2006 17:22:02:


Hallo Picus,
>Decken diese Woche das Dach neu

Na dann is ja gut daß Du rechtzeitig fragst :-)

>und ich hab noch nicht den rechten Plan wie und mit was ich die Dachschrägen in den Zimmern dämme.Hatte bisher an Mineralwolle gedacht,weil alternative Dämmstoffe wie Schafwolle zu teuer sind.Was kann man da noch nehmen?Dachdecker gucken einen nur mit großen Augen an wenn mann nach anderen Dämmstoffen fragt.

Jeder Zimmerer/Dachdecker, der auch nur 1 Pfennig wert ist, kennt Zellulose-Einblasdämmstoffe. Isofloc, Climafloc, Thermofloc, wie sie halt so heißen. Kostet etwa 70 Euro pro Kubikmeter Isoliervolumen, wenn es ein zertifizierter Isofloc-Betrieb macht (sind die besten). Sonst billiger.

Schafwolle wäre mir zu heikel wegen Motten, außerdem teuer. Mit Mottenschutz (Pestizid) wird's auch nicht sympathischer. Obwohl, unterm Dach könnte es gehen mit den Motten, bei der Hitze.

A Propos Hitze: Isoflocgedämmte Dächer sind im Sommer kühler als Mineralwollegedämmte.

Aber schnell mal eben die Dämmung klären ... au weia.

Also: Wenn heute ein Dach neu gedeckt wird, kommt ein Unterdach unter die Ziegel, damit Spritzregen/Flugschnee nicht ins Dach kommen. Aufbau zum Beispiel:

Ziegel
Dachlatten
Konterlattung (damit die Luft unter den Ziegeln aufsteigen kann)
Unterdach, z.B. sogenannte Diffusionsoffene Wand/Dach-Platte, kurz DWD.
Dachsparren (Die dicken Balken von First bis Regenrinne)

Wenn Du jetzt im Dach Wohnraum schaffen willst, mußt Du per Gesetz dämmen. Glaswolle/Steinwolle wird bei schon kleinen Mengen Feuchtigkeit ("bauübliche Feuchte";) doppelt so schlecht in der Dämmung. Scheiße, nicht? Übliche Feuchte, doppelt so schlecht...

Also die billigste Variante ohne Feuchtedesaster: Zelloloseflocken.

Dazu wird innen auf die Sparren eine feste Platte und eine Dampfbremse gemacht (oder OSB). Der Hohlraum wird dann mit einer Spezialmaschine vollgepustet mit Zelluloseflocken.

Statt der üblichen Bauweise (innen Holzplatte plus Dampfbremsfolie) würde ich eine 2 cm dicke OSB-Platte nehmen (Norbord Sterling, ist die sauberste). Die bremst auch und geht nicht so leicht kaputt wie eine Folie.

ACHTUNG: Wenn Dein Dach so aufgebaut ist, daß innen eine DampfSPERRE sein muß, reicht die OSB-Platte nicht.

Ob Dampfbremse oder Dampfsperre: Sie muß innen FEHLERLOS verklebt sein, kein Löchlein, nix! Sonst Ärger. Nicht mit Paketklebeband, sondern mit gelbem Sicral-Band von Siga.

So auf die schnelle per Ferndiagnose einen guten Dachaufbau empfehlen ist aber Mist. In Deiner Gegend muß es einen Isofloc-Betrieb geben. Ruf an. Laß sie anrücken zum Angucken/Angebot abgeben. Kann man auch noch nach dem Dachdecken machen, selbst wenn Du noch kein Unterdach hast. Dann macht man ein sog. provisorisches Unterdach.

Im Ernst, Dachdämmung ist heikel, frag die Isofloc-Fuzzis.

Falls Du mit Lehrbüchern was anfangen kannst, für's nächste Bauprojekt: Vorher "Wege zum gesunden Bauen" von Holger König lesen.

Man könnte das Buch auch "Vermeiden sie den größten Scheiß und sorgen sie dafür, daß ihr Haus noch ne Weile durchhält" nennen. Sehr bodenständig. Steht mehr drin als in meinem restlichen Meter Baulektüre.

Viel Glück, Du wirst es brauchen.

gruß
Armin


Helene

22.08.2006, 14:00

@ Armin

Re: Dämmung


Als Antwort auf: Dämmung von Armin am 21. August 2006 16:48:27:


>Alte Häuser renovieren ist viel lustiger als neu bauen und kostet kaum doppelt so viel...

Yep! :-))))))



picus

22.08.2006, 14:15

@ Armin

Re: Dämmung


Als Antwort auf: Re: Dämmung von Armin am 21. August 2006 17:49:49:


>



Hallo Picus,
>>Decken diese Woche das Dach neu
>Na dann is ja gut daß Du rechtzeitig fragst :-)
>>und ich hab noch nicht den rechten Plan wie und mit was ich die Dachschrägen in den Zimmern dämme.Hatte bisher an Mineralwolle gedacht,weil alternative Dämmstoffe wie Schafwolle zu teuer sind.Was kann man da noch nehmen?Dachdecker gucken einen nur mit großen Augen an wenn mann nach anderen Dämmstoffen fragt.
>Jeder Zimmerer/Dachdecker, der auch nur 1 Pfennig wert ist, kennt Zellulose-Einblasdämmstoffe. Isofloc, Climafloc, Thermofloc, wie sie halt so heißen. Kostet etwa 70 Euro pro Kubikmeter Isoliervolumen, wenn es ein zertifizierter Isofloc-Betrieb macht (sind die besten). Sonst billiger.
>Schafwolle wäre mir zu heikel wegen Motten, außerdem teuer. Mit Mottenschutz (Pestizid) wird's auch nicht sympathischer. Obwohl, unterm Dach könnte es gehen mit den Motten, bei der Hitze.
>A Propos Hitze: Isoflocgedämmte Dächer sind im Sommer kühler als Mineralwollegedämmte.
>Aber schnell mal eben die Dämmung klären ... au weia.
>Also: Wenn heute ein Dach neu gedeckt wird, kommt ein Unterdach unter die Ziegel, damit Spritzregen/Flugschnee nicht ins Dach kommen. Aufbau zum Beispiel:
>Ziegel
>Dachlatten
>Konterlattung (damit die Luft unter den Ziegeln aufsteigen kann)
>Unterdach, z.B. sogenannte Diffusionsoffene Wand/Dach-Platte, kurz DWD.
>Dachsparren (Die dicken Balken von First bis Regenrinne)
>Wenn Du jetzt im Dach Wohnraum schaffen willst, mußt Du per Gesetz dämmen. Glaswolle/Steinwolle wird bei schon kleinen Mengen Feuchtigkeit ("bauübliche Feuchte";) doppelt so schlecht in der Dämmung. Scheiße, nicht? Übliche Feuchte, doppelt so schlecht...
>Also die billigste Variante ohne Feuchtedesaster: Zelloloseflocken.
>Dazu wird innen auf die Sparren eine feste Platte und eine Dampfbremse gemacht (oder OSB). Der Hohlraum wird dann mit einer Spezialmaschine vollgepustet mit Zelluloseflocken.
>Statt der üblichen Bauweise (innen Holzplatte plus Dampfbremsfolie) würde ich eine 2 cm dicke OSB-Platte nehmen (Norbord Sterling, ist die sauberste). Die bremst auch und geht nicht so leicht kaputt wie eine Folie.
>ACHTUNG: Wenn Dein Dach so aufgebaut ist, daß innen eine DampfSPERRE sein muß, reicht die OSB-Platte nicht.
>Ob Dampfbremse oder Dampfsperre: Sie muß innen FEHLERLOS verklebt sein, kein Löchlein, nix! Sonst Ärger. Nicht mit Paketklebeband, sondern mit gelbem Sicral-Band von Siga.
>So auf die schnelle per Ferndiagnose einen guten Dachaufbau empfehlen ist aber Mist. In Deiner Gegend muß es einen Isofloc-Betrieb geben. Ruf an. Laß sie anrücken zum Angucken/Angebot abgeben. Kann man auch noch nach dem Dachdecken machen, selbst wenn Du noch kein Unterdach hast. Dann macht man ein sog. provisorisches Unterdach.
>Im Ernst, Dachdämmung ist heikel, frag die Isofloc-Fuzzis.
>Falls Du mit Lehrbüchern was anfangen kannst, für's nächste Bauprojekt: Vorher "Wege zum gesunden Bauen" von Holger König lesen.
>Man könnte das Buch auch "Vermeiden sie den größten Scheiß und sorgen sie dafür, daß ihr Haus noch ne Weile durchhält" nennen. Sehr bodenständig. Steht mehr drin als in meinem restlichen Meter Baulektüre.
>Viel Glück, Du wirst es brauchen.
>gruß
>Armin



picus

22.08.2006, 14:34

@ picus

Re: Dämmung


Als Antwort auf: Re: Dämmung von picus am 22. August 2006 14:15:27:


>>Hallo Armin

Vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Also unter die Ziegeln auf die Sparren kommt eine diffusionsoffene Unterspannbahn von Tyvek oder so ähnlich.So viel weis ich.
Hoffe das ist richtig oder muß es diese Dachplatte sein?
Die Dachschrägen die Dämmung und den Innenausbau wollte ich selber herrichten von der Dachunterseite,da kann man ja immer noch was an der Art des Dämmmaterials entscheiden.Sicher brauch ich dann von innen eine Dampfsperre?

Grug Picus


>Hallo Picus,
>>>Decken diese Woche das Dach neu
>>Na dann is ja gut daß Du rechtzeitig fragst :-)
>>>und ich hab noch nicht den rechten Plan wie und mit was ich die Dachschrägen in den Zimmern dämme.Hatte bisher an Mineralwolle gedacht,weil alternative Dämmstoffe wie Schafwolle zu teuer sind.Was kann man da noch nehmen?Dachdecker gucken einen nur mit großen Augen an wenn mann nach anderen Dämmstoffen fragt.
>>Jeder Zimmerer/Dachdecker, der auch nur 1 Pfennig wert ist, kennt Zellulose-Einblasdämmstoffe. Isofloc, Climafloc, Thermofloc, wie sie halt so heißen. Kostet etwa 70 Euro pro Kubikmeter Isoliervolumen, wenn es ein zertifizierter Isofloc-Betrieb macht (sind die besten). Sonst billiger.
>>Schafwolle wäre mir zu heikel wegen Motten, außerdem teuer. Mit Mottenschutz (Pestizid) wird's auch nicht sympathischer. Obwohl, unterm Dach könnte es gehen mit den Motten, bei der Hitze.
>>A Propos Hitze: Isoflocgedämmte Dächer sind im Sommer kühler als Mineralwollegedämmte.
>>Aber schnell mal eben die Dämmung klären ... au weia.
>>Also: Wenn heute ein Dach neu gedeckt wird, kommt ein Unterdach unter die Ziegel, damit Spritzregen/Flugschnee nicht ins Dach kommen. Aufbau zum Beispiel:
>>Ziegel
>>Dachlatten
>>Konterlattung (damit die Luft unter den Ziegeln aufsteigen kann)
>>Unterdach, z.B. sogenannte Diffusionsoffene Wand/Dach-Platte, kurz DWD.
>>Dachsparren (Die dicken Balken von First bis Regenrinne)
>>Wenn Du jetzt im Dach Wohnraum schaffen willst, mußt Du per Gesetz dämmen. Glaswolle/Steinwolle wird bei schon kleinen Mengen Feuchtigkeit ("bauübliche Feuchte";) doppelt so schlecht in der Dämmung. Scheiße, nicht? Übliche Feuchte, doppelt so schlecht...
>>Also die billigste Variante ohne Feuchtedesaster: Zelloloseflocken.
>>Dazu wird innen auf die Sparren eine feste Platte und eine Dampfbremse gemacht (oder OSB). Der Hohlraum wird dann mit einer Spezialmaschine vollgepustet mit Zelluloseflocken.
>>Statt der üblichen Bauweise (innen Holzplatte plus Dampfbremsfolie) würde ich eine 2 cm dicke OSB-Platte nehmen (Norbord Sterling, ist die sauberste). Die bremst auch und geht nicht so leicht kaputt wie eine Folie.
>>ACHTUNG: Wenn Dein Dach so aufgebaut ist, daß innen eine DampfSPERRE sein muß, reicht die OSB-Platte nicht.
>>Ob Dampfbremse oder Dampfsperre: Sie muß innen FEHLERLOS verklebt sein, kein Löchlein, nix! Sonst Ärger. Nicht mit Paketklebeband, sondern mit gelbem Sicral-Band von Siga.
>>So auf die schnelle per Ferndiagnose einen guten Dachaufbau empfehlen ist aber Mist. In Deiner Gegend muß es einen Isofloc-Betrieb geben. Ruf an. Laß sie anrücken zum Angucken/Angebot abgeben. Kann man auch noch nach dem Dachdecken machen, selbst wenn Du noch kein Unterdach hast. Dann macht man ein sog. provisorisches Unterdach.
>>Im Ernst, Dachdämmung ist heikel, frag die Isofloc-Fuzzis.
>>Falls Du mit Lehrbüchern was anfangen kannst, für's nächste Bauprojekt: Vorher "Wege zum gesunden Bauen" von Holger König lesen.
>>Man könnte das Buch auch "Vermeiden sie den größten Scheiß und sorgen sie dafür, daß ihr Haus noch ne Weile durchhält" nennen. Sehr bodenständig. Steht mehr drin als in meinem restlichen Meter Baulektüre.
>>Viel Glück, Du wirst es brauchen.
>>gruß
>>Armin



Armin

22.08.2006, 17:44

@ picus

Re: Dämmung


Als Antwort auf: Re: Dämmung von picus am 22. August 2006 14:34:23:


Hallo Picus,
>Also unter die Ziegeln auf die Sparren kommt eine diffusionsoffene Unterspannbahn von Tyvek oder so ähnlich.So viel weis ich.

Tyvek ist super, so eine Art Goretex für's Haus. Eine von den wenigen Anwendungen, wo PLASTIK am Haus Sinn macht.

Wenn da nur Tyvek drauf kommt und keine festere Platte, *könnte* es mit Isofloc haarig werden. Im Zweifelsfall bei einem Isoflocbetrieb fragen.

Falls Du es eh' selbst machen willst, käme als nächstes Flachsdämmung in Frage, die kostet etwa 100 Euro pro Kubikmeter Dämmung, gegenüber Isofloc etwa 70 Euro pro Kubikmeter gedämmte Dachfläche. Heißt im Klartext, daß die Isoflocker die Sparren mitrechnen in ihrer Abrechnung :-)

Unterm Strich ist Flachs also kaum teurer.

Bis Ende 2006 wird Flachs gefördert mit 35 Euro pro Kubikmeter, das habe ich bei den 100 Euro schon berücksichtigt.

Quelle zum Beispiel www.naturbauhof.de

Hast recht, innen brauchst Du eine sauber verklebte Dampfbremse (bei Tyvek außen reicht eine BREMSE, daher brauchst DU keine SPERRE, kann sonst nötig sein).

Ich bevorzuge OSB-Platten (von Norbord Sterling, denn die sind sehr sauber laut Ökotest)

OSB-Platten haben gegenüber den üblichen Folien, Dampfbremspappen etc. den Vorteil, daß sie super robust sind:

Schraubt jemand eine Schraube in die Dampfbremsfolie, hast Du ein Loch.

Schraubst jemand in eine OSB-Platte, hast Du ein verstopftes Loch.

Gleichzeitig ist durch die OSB-Platte etwas Speichermasse im Dach, gut gegen sommerliche Hitze.
Die Stöße müssen mit gelbem Sicral-Band von Siga verklebt werden.
Innen drauf könntest Du eine oder zwei Gipsfaserplatten machen ("Fermacell";) oder auch Massivholz (Z.B. Nut-& Federschalung). Noch mehr Speichermasse.

Falls Du innen verputzen willst (kommt Lehmputz in Frage? Ich bin seit dem ersten Versuch davon begeistert), kannst Du eine Schilfplatte (gibts auch beim Naturbauhof), eine Heraklithplatte oder sonst was putzfreundliches auf die OSB Platte draufmachen.

Nochmals: Das Buch "Wege zum gesunden Bauen" ist sein Geld wert.

Gruß
Armin




lustamdasein

23.08.2006, 22:01

@ Armin

Re: Dämmung


Als Antwort auf: Re: Dämmung von Armin am 22. August 2006 17:44:23:


hallo Armin,

Du bist sicher, daß ein Warmdach mit einer diffusionsoffenen Unterspannbahn, mit Isofloc gefüllt ohne Dampfsperre NICHT absäuft?

mfg





Armin

23.08.2006, 22:56

@ lustamdasein

Re: Dämmung


Als Antwort auf: Re: Dämmung von lustamdasein am 23. August 2006 22:01:28:


Hallo,

>Du bist sicher, daß ein Warmdach mit einer diffusionsoffenen Unterspannbahn, mit Isofloc gefüllt ohne Dampfsperre NICHT absäuft?

wenn sonst kein grober Unfug getrieben wird (z.B. keine Konterlattung), ja.

Tyvek hat einen sD-Wert von 0,02
Flachs/Isofloc hat gute Entfeuchtungseigenschaften
Innen OSB sD-Wert von etwa 4,5

Voraussetzung ist - wie bei Dampfsperre - sauberes Verkleben der OSB-Dampfbremse.

Stimmt was daran nicht?

Gruß
Armin

P.S. Ich habe nix gegen DampfSPERREN, ich hab nur was gegen Aufbauten, die eine Dampfsperre brauchen und mit einer bloßen Bremse absaufen. Ich glaube nicht an Pfuschfreiheit am Bau.



lustamdasein

24.08.2006, 01:30

@ Armin

Re: Dämmung


Als Antwort auf: Re: Dämmung von Armin am 23. August 2006 22:56:22:


>Hallo,
>>Du bist sicher, daß ein Warmdach mit einer diffusionsoffenen Unterspannbahn, mit Isofloc gefüllt ohne Dampfsperre NICHT absäuft?
>wenn sonst kein grober Unfug getrieben wird (z.B. keine Konterlattung), ja.
>Tyvek hat einen sD-Wert von 0,02
>Flachs/Isofloc hat gute Entfeuchtungseigenschaften
>Innen OSB sD-Wert von etwa 4,5
>Voraussetzung ist - wie bei Dampfsperre - sauberes Verkleben der OSB-Dampfbremse.
>Stimmt was daran nicht?
>Gruß
>Armin
>P.S. Ich habe nix gegen DampfSPERREN, ich hab nur was gegen Aufbauten, die eine Dampfsperre brauchen und mit einer bloßen Bremse absaufen. Ich glaube nicht an Pfuschfreiheit am Bau.


Wahrscheinlich bin ich zu sehr an meinem Dach in Gedanken. Ich glaube einfach nicht, daß sich ein Dach sowenig bewegt, daß die Stöße an den Durchdringungen dicht bleiben.
Aber wie gesagt, zur Zeit kann ich mich wieder mal selbst nicht entscheiden, was ich nun in unser Dach einbaue. Aktuell bin ich für 140mm Mineralwolle (Sparren) + Konterlattung und 50mm Untersparrendämmung + Dampfsperre / Lattung / (50mmUSD ) / Holzverkleidung. Dies erscheint mir jedoch noch etwas wenig, also vielleicht doch erst aufdoppeln um 60 und somit 200mm Mineralwolle + den Rest?

Vom U_wert ist letzeres besser, nur lohnt sich das bei insgesamt 8qm Nordfenster + 17qm Dachschrägenfenster (nur Thermostar von Velux) bei einer Grundfläche des Raumes von 200qm? und offen bis in den First, also bis in 4,80m?

mfg



Armin

24.08.2006, 10:41

@ lustamdasein

Re: Dämmung


Als Antwort auf: Re: Dämmung von lustamdasein am 24. August 2006 01:30:51:


Hi,

>Wahrscheinlich bin ich zu sehr an meinem Dach in Gedanken. Ich glaube einfach nicht, daß sich ein Dach sowenig bewegt, daß die Stöße an den Durchdringungen dicht bleiben.

das ist in der Tat ein Risiko. Immerhin wird auch dieses Risiko durch die extrem aussteifende Wirkung von OSB-Platten als Dampfbremse erschlagen.

Durchdringungen sind heikel. Bei unserem Dachboden wird es nach der Sanierung keine Querbalken, keine Mittelpfetten etc. geben, nur 2 perfekte schräge Dachflächen.
Wer das nicht hat - bei wem die Dampfbremsebene oder DampfSPERRebene von Balken durchdrungen wird - der muß an allen Durchdringungen dicht abkleben, wobei das Spezialklebeband durchaus etwas labberig bleiben kann - dann ist es flexibel gegenüber Dachstuhlbewegungen.

Ungehobelte *gg* Holzbalkenoberflächen können nicht direkt mit dem Band beklebt werden, sondern die Klebeflächen müssen geglättet (geschliffen) und mit Spezialgrundierung vorbehandelt werden. Man kann hier statt Klebeband (wie Sicral) auch vorkomprimiertes Butylkautschukdichtband verwenden, das mit Anpressleisten befestigt wird. Im Zweifelsfall lokal einen erfahrenen Baumenschen einen Blick drauf werfen lassen. Lieber eine Stunde Profiarbeit zahlen (für die Beratung) als pfuschen..

Mineralwolle: Du kennst meine Vorbehalte. Ich hab nix gegen Glaswolle oder Mineralfilz, nehme ich liebend gerne für den Ofenbau und allerlei Hochtemperaturanwendungen. Am Haus aber...

Mineralwolle hat z.B. eine Dämmstoffklasse von 035. (wenn fast Absolut trocken).

Im Bereich "bauüblicher Feuchte" kann die Wärmeleitfäghigkeit aber bis auf 065-070 steigen. Ich nenne das Verarsche - wie nennst Du das? Halbe Dämmung wie versprochen bei ÜBLICHEN Bedingungen?

Der sommerliche Wärmeschutz ist auch bescheiden (unterm Dach ein Problem). Allerdings ist es besser, innerseits einer (trockenen, haha) Mineralwolledämmung Speichermasse anzubringen als das gleiche Gewicht in Holzweichfaserdämmung zu investieren (die wäre am besten, was die sommerliche Hitze angeht).

Wieviel Dämmung für Dich sinnvoll ist, hängt AUCH davon ab, wieviel Heizleistung Du im Dach zur Verfügung stellen kannst, wenn's draußen -20°C hat bei starkem Wind. Bevor man extra die Heizung aufmotzt, kann mehr Dämmung sinnvoll sein. Wenn man eh sehr viele Wärmeschlucker wie Nordfenster hat (bei Dir gehts noch), macht das mehr Dämmung irgendwann sinnlos. Unterm Dach ist allerdings nicht so schnell der Overkill angesagt: Die Schweden dämmen gerne 300 mm zwischen Sparren 60x300. An der senkrechten Hauswand kann man da schon bescheidener sein.

Sperre/Bremse: Falls Du mit einer DampfBREMSE allein nicht glücklich wirst, könntest Du trotzem das ganze so aufbauen, daß es mit eine BREMSE hinhauen würde und dann dennoch eine perfekt verklebte SPERRE montieren, gibt Sicherheit.

Allerdings machst Du innen ja eine Holzverkleidung hin auf Konterlattung. Und die schraubst Du durch die Dampfsperre hindurch. Dadurch hast Du an den Schraubenlöchern in der Folie automatisch Schwachstellen. Wird zwar durch die Anpresswirkung der Konterlatten im Zaum gehalten, aber eine wirkliche SPERRwirkung (=nix geht mehr durch) hast Du nicht mehr. Schon deshalb würde ich das ganze so aufbauen, daß es mit etwas Wasserdampf klar kommen könnte.

Also außen Tyvek/Holzweichfaser-Unterdachplatten mit geringem sD-Wert

Zwischensparrendämmung/Untersparrendämmung mit feuchteresistentem, gut diffusiosoffenem Material (billig sind Zellulose und Flachs)

Innen Dampfsperre, perfekt verklebt.

Zwecks Aussteifung und zusätzlicher Sicherheit würde *ich* OSB- oder Sperrholzplatten montieren, nicht unter 15 mm dick, Stöße verklebt. OSB hat den Vorteil, per Nut- und Feder schon eine gewisse Eigendichtigkeit mitzubringen.

Optimaler Platz für die aussteifende Platte ist unter den Sparren, also:

Unterdach, diffusionsoffen
Zwischensparrendämmung feuchtetolerant
aussteifende Platte, Stöße verklebt
Untersparrendämmung auf Konterlatten, gleichzeitig Installationsebene
Holzverschalung

+++++++++++++++++++++++

Sag mal, dieser 200-qm-Grundfläche-Dachboden, ist das Deine private Landebahn für Dein Fluchtflugzeug? Ein Hangar? Ein Survival-Tagungszentrum für 100 Teilnehmer? Deine gesamte Wohnung?
Nicht leicht autark zu bekommen, so eine Fläche. Aber das muß ja nicht sein, vielleicht hast Du ja eine Strohballen-Passivhaus-Waldhütte, die man mit ein paar Kerzen heizen kann, oder ein bewohnbares Höhlensystem :-)

Geht mich nix an ;-)

Grüße
Armin


Johannes

24.08.2006, 23:40

@ Armin

Re: kurz was über mich...


Als Antwort auf: kurz was über mich... von Armin am 16. August 2006 13:17:15:


><i> Ich finde das Forum auffallend konstruktiv, voller Ideen etc.</i>




Hallo Armin,

danke, das freut mich. Und mir ist es auch ausgesprochen wichtig, daß wir hier konstruktiv sind, und da wir hier super Leute haben, klappt das auch gut.

Gruß

Johannes



P.S.: Du bist inzwischen freigeschaltet.


lustamdasein

24.08.2006, 23:46

@ Armin

Re: Dämmung


Als Antwort auf: Re: Dämmung von Armin am 24. August 2006 10:41:50:


Hallo Armin,
Die Ziegel und die USB sind ja schon drauf,
außerdem würde sich die Erhöhung des Daches durch Aufdoppeln oder Aufsparrendämmung negativ auf das Erscheinungsbild auswirken.
Wir haben das mal am Rechner durchexerziert, sah einfach blöd aus.

Ich wollte ja eigentlich zuerst die Sparren nur abhängen auf dreißig Zentimeter Zwischenraum (da wär die Mittelpfette grad verschwunden) und Holzverkleidung anbringen, natürlich mit Dampfsperre und dann Zellulose einblasen, allerdings haben wir 22 Sparren auf jeder Seite, also 88 Einblaslöcher ( pro Sparren einen untterhalb der Mittelpfette und oberhalb) , aber nach Murphys Gestze wäre ein Einblasloch mindestens nicht dicht und ich hätte auch Angst, daß die Zellulose die USB ausbeult und nach dem Nasswerden zusammensackt. Außerdem bräuchte ich dann wieder eine teure Rüstung fürs komplette Dach. Deshalb der Ausweg zur Mineralwolle. Über die zu erwartende Hitze mache ich mir eigentlich keinen Kopf, da wir in der warmen Zeit sowieso nur zum Schlafen hochgehen, und ab Mitternacht ist die Bude längst ausgekühlt, ist ja keine Masse drin. (im Erdgeschoss haben wir ja noch (irgendwann, baue ich grad dran) eine 80qm große Wohnküche, welche auf 20qm keine Zwischendecke hat, also offen bis zum First ist. Die wird schon wegen der Luftzirkulation immer kühl bleiben, auch auf Grund ihrer 60cm dicken Ziegel/Lehmwände.)

Mein hin und her ist eigentlich nur noch , insgesamt 140+50+DS+50 oder aufgelattet 200+50+DS+50 und dann die Holzverschalung. Lohnt sich der Mehraufwand eigentlich?

1.ps mit osb-Platten oder Sperrholz würde ich die Dachlast ggü dem alten dach um 20% erhöhen und das bei einem 1947 im Osten gebauten Bauernhaus, traue ich mich nicht ( ein Statiker übrigens auch nicht). Deshalb haben wir schon die Sparschalung runtergerissen, jedes Kopfband, jede Zange neu verbolzt, jeden Deckenbalken verbolzt, jeden Sparren mit Pfettenanker gesichert, eine stärkere Fußpfette eingezogen etc. und für die Galerie zwei Wechsel eingezogen, die jedem Kirchengestühl Ehre machen (24x20 auf 4,50m) und alles in einen Ringanker (30x15) gegossen, der soviel Eisen hat (mit 6 verschweißten 12er Baustahl als Korb), daß er fast Blitze anzieht :-).
Das Dach ist jetzt so steif als mit der Sparschalung, wird aber mit der Dämmung auch nur 5% schwerer. Mehr habe ich mich nicht getraut. Ein Statiker war mir zu teuer, da er erst alles aufnehmen müsste, so habe ich also selbst geschätzt und 100% Sicherheit draufgerechnet.

2.ps Ist eigentlich nur für uns zwei. 200qm hört sich groß an, Rechnet man die Schrägen, das Bad und die Galerie sowie den "verloren" Platz hinter dem Bücherregel weg, bleiben ein großzügige Galerie mit Polsterecke und einem Schlafplatz übrig.
Und autark wirst Du ein Haus nie kriegen, vielleicht heizungsautark und wir haben auf dem Grundstück für die nächsten drei Jahre genug Holz und zur Zeit kostet bei Selbstwerbung eine Buche mit 50cm Stammdurchmesser und 9m Stammhöhe hier in der Gegend grad mal 30 Euro (wohlgemerkt der Baum mit Stamm!) Die in 50cm lange Stücke zuschneiden und aus dem Wald zu ziehen kostet zwar auch nochmal Geld, aber wenig: Radlader für eine Woche 250€ + 100l Diesel+ 2. Mann für 7 Tage 200€ +100 Euro Spesen. da habe ich in 7 Tagen einen Dreijahresbedarf für derzeit 1500€ . ist nicht zuviel Geld,oder? Allerdings muss man für diesen Preis eben selektiv fällen, also nur auslichten. Macht auch mehr Arbeit.


Eine Frage habe ich, warum forstest Du mit Pappel und Wiede auf? ist dochn nur minderwertiges Holz? Wiede nehme ich nur zur Böschungsstabilisierung und zum Lagerfuer.
Ich habe noch etwas Platz auf dem Grundstück und will mit Esche (wieder)aufforsten , diese dann aller 15 Jahre schneden. hat einen höheren Brennwert.

pps lohnt es sich mit Torf zu feuern? Ich will noch die benachbarte Wies dazukaufen und auch da einen Teich ausbaggern und diesen mit meinem verbinden. Bei der Ausbaggerung meines Teiches letztes Wochenende habe ich festgestellt, daß da eine mehr als 3 Mter dicke Torfschicht unter der Schwarzerde ist.

mfg


Armin

28.08.2006, 11:05

@ lustamdasein

Re: Dämmung


Als Antwort auf: Re: Dämmung von lustamdasein am 24. August 2006 23:46:19:


Hallo,


> natürlich mit Dampfsperre und dann Zellulose einblasen, allerdings haben wir 22 Sparren auf jeder Seite, also 88 Einblaslöcher ( pro Sparren einen untterhalb der Mittelpfette und oberhalb) , aber nach Murphys Gestze wäre ein Einblasloch mindestens nicht dicht und ich hätte auch Angst, daß die Zellulose die USB ausbeult und nach dem Nasswerden zusammensackt.

Daß die Zellulose die USB beim Einblasen ausbeult, kann passieren.
Daß feucht gewordene Dämmung zusammensackt kenne ich von Mineralwolle. Ob Zellulose auch zu so was neigt weiß ich nicht.

Feuchtetolerant und leichtgewichtig wären Hanfplatten. Ich habe am Wochenende entdeckt, daß man sie noch billiger als Flachs bekommt. www.oeko-energie.de (unter 90 Euro/Kubik)

Wenn Du genau arbeitest (den Eindruck vermittelst Du) und ihr wißt was ihr tut und die Dampfdichtigkeitsebene nicht beschädigt, dann könnt ihr allerdings auch Mineralwolle nehmen, ist ja schon billiger.

>Mein hin und her ist eigentlich nur noch , insgesamt 140+50+DS+50 oder aufgelattet 200+50+DS+50 und dann die Holzverschalung. Lohnt sich der Mehraufwand eigentlich?

Bei Holzheizung und selbst zugerichtetem Brennholz lohnt sich der Unterschied wohl kaum, zumindest finanziell. Wenn ich es richtig verstanden habe, sind die Kosten für die Wäreverteilung ja auch rel. gering durch die Galerie.

>1.ps mit osb-Platten oder Sperrholz würde ich die Dachlast ggü dem alten dach um 20% erhöhen und das bei einem 1947 im Osten gebauten Bauernhaus, traue ich mich nicht ( ein Statiker übrigens auch nicht). ... Ein Statiker war mir zu teuer, da er erst alles aufnehmen müsste, so habe ich also selbst geschätzt und 100% Sicherheit draufgerechnet.

Öhm, habe ich jetzt nicht verstanden. Hat da nun ein Statiker was dazu gesagt oder nicht? Geschmackssache, ob man sich den Statiker spart ... aber Holzkonstruktionen sind eh' recht fehlertolerant, solange es nicht verfaulte Nagelbinder sind :-(

>2.ps Ist eigentlich nur für uns zwei. 200qm hört sich groß an, Rechnet man die Schrägen, das Bad und die Galerie sowie den "verloren" Platz hinter dem Bücherregel weg, bleiben ein großzügige Galerie mit Polsterecke und einem Schlafplatz übrig.

200 qm Fußboden IST viel, wie Du es drehst und wendest. Freu Dich über den Luxus, ohne es kleinzureden ;-)

>Und autark wirst Du ein Haus nie kriegen, vielleicht heizungsautark

Ich dachte wir *reden* von Dämmung und Heizung, wovon sonst? *grübel*

>Eine Frage habe ich, warum forstest Du mit Pappel und Wiede auf? ist dochn nur minderwertiges Holz?

In welcher Hinsicht minderwertig? Pappel und Weide geben die Wärme schnell ab und halten kaum Glut. Aber das ist mir wurscht, ich betreibe keinen ollen Holzofen von anno dunnemals ohne Speichermasse in einer alten, nicht gedämmten zugigen Bude. Denn da isses ja so: geht das Feuer/die Glut aus, wird's kalt.

Wir bekommen einen Kaminofen mit Wasserregister, also eine Holzzentralheizung, an der ein großer Pufferspeicher hängt. Pappel hat soundsoviel Heizenergie, und wenn diese Energie (abzüglich Verluste) im Wasserspeicher und in der Wohnzimmerluft ist, dann hat die Pappel ihre Pflicht getan. Ich bin nicht drauf angewiesen, daß ein halbersticktes Hartholzfeuer vor sich hin knöselt. Wer ein Haus mit wenig Heizbedarf hat und einen knappen Kubikmeter kochendes Wasser im Speicher, der hat eine Weile warm. Egal ob gleichzeitig ein Feuer im Ofen ist oder nicht.

Buche ist wirklich ein sehr gutes Brennholz (Statement eines Schreiners, der andeuten wollte, daß es zu sonst nix taugt wegen Holzwurmneigung), aber dieser gute Ruf kommt eben von früher her, als nur ein ständig brennendes/glühendes Feuer ein Haus warm hielt.

Allerdings hat man mit Buche wohl weniger Arbeit bezogen auf den Verkauferlös, verglichen mit Fichte. Das sagte mir ein professioneller Brennholzlieferant. Gilt wahrscheinlich auch für die *Arbeit* je Heizwert.

>Wiede nehme ich nur zur Böschungsstabilisierung und zum Lagerfuer.
>Ich habe noch etwas Platz auf dem Grundstück und will mit Esche (wieder)aufforsten , diese dann aller 15 Jahre schneden. hat einen höheren Brennwert.

Alle 15 Jahre Esche einschlagen gibt auch einen hübschen Ertrag.
Aber alle 3-4 Jahre Weide/Pappel einschlagen gibt mehr Heizenergie pro Quadratmeter und Jahr, das hatte ich gemeint.

Im übrigen: Ich habe nicht gesagt, daß wir mit Weide aufforsten. Ich habe geschrieben, daß unser Haus nach der Sanierung so wenig Heizenergie verbraucht, daß wir rein rechnerisch mit dem Holzertrag von 1200 qm hinkommen würden, also mit Brennholz auf 40% unseres Grundstücks. Wir können das machen, weil wir Wasser auf dem Grundstück haben und deshalb Weide/Pappel anbauen können.

Das Beispiel sollte verdeutlichen, daß ein sparsames Haus so wenig Holz braucht, daß das eigene Grundstück reichen kann für den Brennholz-Anbau.

Augenblicklich haben wir derart viel Fichtenbrennholz neben dem Haus, daß es eine Weile reicht. Wir renovieren lieber als aufzuforsten. Waldbesitz in der Familie sorgt für Nachschub.

Viel Spaß beim Renovieren und am Lagerfeuer

Gruß
Armin

>pps lohnt es sich mit Torf zu feuern? Ich will noch die benachbarte Wies dazukaufen und auch da einen Teich ausbaggern und diesen mit meinem verbinden. Bei der Ausbaggerung meines Teiches letztes Wochenende habe ich festgestellt, daß da eine mehr als 3 Mter dicke Torfschicht unter der Schwarzerde ist.

Ich habe schon mit Torf geheizt, aber noch nie welchen als Heizmaterial hergerichtet. Riecht etwas speziell, aber nicht unangenehm. Wird eine ganze Weile lufttrocknen müssen ehe er ordentlich brennt. Und paß auf, daß Du nicht wegen Vernichtung eines Feuchtgebietes erschossen wirst - und das, obwohl Du mit Deinem Teich doch ein Feuchtgebiet errichtest. Das Stichwort heißt Eingriff in ein Biotop. Der Gedanke dahinter ist daß der zufällige Jetztzustand einer Grünfläche heilig ist und jede Veränderung des Teufels.


Miriam

29.08.2006, 11:56

@ Armin

Re: Alte Häuser und Feuchtigkeit


Als Antwort auf: Alte Häuser und Feuchtigkeit - Achtung! Viel Text von Armin am 17. August 2006 23:00:14:


Hallo,
bin beim google zufällig auf die Seite gestoßen. Ich hoffe, dass ich Anworten bekomme und die dann auf mein email account gehen. Ich finde die Seite nämlich bestimmt nicht mehr :-)
Seit April wohnen wir in dem alten Haus meiner Großeltern. Es ist aus Stein -glaub ich- und ungefähr 150 Jahre alt.
12 Jahre lang haben Mieter drin gewohnt. Als ihre Möbel draßen waren, haben wir Schimmel an der Außenwand im ersten Stock bemerkt. Wir haben die Wand mit Pilzvernichter behandelt und den Putz abgebürstet und das ganze wiederholt. Es gab auch 3 Wasserrohrbrüche, die wohl ziemlich lange unbemerkt geblieben sind, weil es immer wieder abgetrocknet ist. Da hat sich wohl immer mal wieder ein Kalkbrocken oder so vor das Loch geschoben. Aber so waren längere Zeit leider Innenwände naß. Aber da dann ja Sommer war und warm, sind die wieder abgetrocknet.
Das Haus hat einen Gewölbekeller, der ist immer ein bißchen feucht, aber ich glaub, das ist normal. Im Erdgeschoß und im ersten Stock sind neue Fenster drin, die glaub ich ziemlich gut isolieren.
Was muss ich jetzt tun, v.a. im Winter, damit ich nicht wieder Schimmel kieg?

Vielen Dank im Voraus.
Liebe Grüße
Miriam


Johannes

29.08.2006, 12:08

@ Miriam

Re: Alte Häuser und Feuchtigkeit


Als Antwort auf: Re: Alte Häuser und Feuchtigkeit von Miriam am 29. August 2006 11:56:17:


><i>bin beim google zufällig auf die Seite gestoßen. Ich hoffe, dass ich
> Anworten bekomme und die dann auf mein email account gehen. Ich finde die
> Seite nämlich bestimmt nicht mehr :-)</i>



Hallo Miriam,

schön, daß Du unser Forum gefunden hast, herzlich willkommen.

Die Startseite des Forums ist

<A href="http://f27.parsimony.net/forum66013/index.htm" target="_top[/link]http://f27.parsimony.net/forum66013/index.htm</A>

und damit Du es wiederfindest, schicke ich Dir auch noch eine eMail (die Beiträge erscheinen nur im Forum - und ich bevorzuge auch Forumsdiskussionen gegenüber eMail, weil dann alle etwas davon haben).

Ansonsten findest Du uns leicht, wenn Du bei Google nach "autarkes Leben" suchst, da stehen wir schon länger auf Platz 1.

Gruß

Johannes


Armin

29.08.2006, 12:19

@ Miriam

Re: Alte Häuser und Feuchtigkeit


Als Antwort auf: Re: Alte Häuser und Feuchtigkeit von Miriam am 29. August 2006 11:56:17:


Hallo Miriam,
hab Dir eine Kopie per Mail geschickt.

Wenn im Haus Wasserrohrbrüche waren, kann natürlich bleibender Schaden entstanden sein - das kann ich aus der Entfernung nicht sagen. Falls es wirklich ein Haus aus Stein oder Ziegel (und nicht verputztes Holz-Fachwerk) ist, hält das Haus einiges an Wasser aus. Wird sich zeigen in den nächsten Jahrzehnten.

Als die Mieter raus sind, hattet ihr Schimmel hinter den Möbeln an der Außenwand. Das ist verständlich. Wo etwas kalt ist im Haus (z.B. alte Fenster im Winter) schlägt sich Tauwasser nieder, weil die Luft feucht ist durchs Wohnen.

Was kannst Du tun, um keinen Schimmel zu bekommen?

Sehr grob gesagt: Schimmel bekommst Du, wo es feucht ist. Feucht ist es meist dort, wo es kalt und schlecht belüftet ist.

Erstens: Regelmäßig Lüften, solange Du zuhause bist. Fenster sperrangelweit eine Minute oder ein paar Minuten offen lassen, am besten Durchzug. Keine Bange, wird schnell wieder warm.

Laß' Dir nicht einreden, daß Du stündlich lüften mußt, auch wenn Du weg bist. Manche behaupten das. Vermutlich, um die Leute zu ärgern.

Lüften soll nicht nur frische Luft reinbringen (gut für Dich), sondern auch Feuchtigkeit rauslüften. Also: Besonders nach Kochen, Baden, Duschen, Schlafen kräftig lüften.

Zweitens: Möbel nicht ganz an die Wände schieben, besonders an Außenwänden. Ein paar cm von der Wand weg aufstellen. Wenn ein Möbel direkt an der Wand steht, hat es dahinter im Winter leicht mal 8-10 °C. Da wird die Wand naß. Dann schimmelts.

Ach ja, Heizen hilft, aber das macht man/frau ja im Winter von alleine (manchmal auch im August).

> Das Haus hat einen Gewölbekeller, der ist immer ein bißchen feucht, aber ich glaub, das ist normal.
Das muß so sein, früher hatten die Leute Vorräte wie Kartoffeln drin. Manche hier machen das heute noch ;-)

Gruß
Armin


Dow Jones

29.08.2006, 12:47

@ Miriam

Re: Alte Häuser und Feuchtigkeit


Als Antwort auf: Re: Alte Häuser und Feuchtigkeit von Miriam am 29. August 2006 11:56:17:


Da wird wohl ne Außenisolation nötig werden, da im Winter innen die Wände zu kalt sind. Dies geschieht vorrangig an der Nord- und Westseite des Gebäudes bzw. dort, wo sog. Kältebrücken vorhanden sind (nicht isolierte Betonteile, Balkonplatten, usf.)

Die Luftfeuchtigkeit im warmen Raum kondensiert an der kalten Wand, genauso wie sich ein frisch abgezapftes Bierglas im Sommer beschlägt oder die Brille, wenn du im Winter von draußen nach drinnen gehst.

An der nunmehr feuchten Wand finden Schimmelpilze ideale Lebensbedingungen vor.

Durch die Außenisolation wird der Frost-Tau-Punkt von der Innenseite der Wand in die Wand selbst verlegt, die Wand bleibt innen trocken und es entsteht auch kein Schimmel.

Ansonsten gilt nat. auch, daß regelmäßiges Lüften die Schimmelbildung in Grenzen hält.

Gruß

d.






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