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Johannes

30.10.2006, 22:22
 

Zum Headerbild - Obstanlage (Erfahrungsberichte)

xxx

Jochen

31.10.2006, 09:12

@ Johannes

Interessante Lösung...


Als Antwort auf: Zum Headerbild - Obstanlage von Johannes am 30. Oktober 2006 22:22:17:


So ne Obstbaum-Kommune kannte ich in dieser Form noch nicht, aber das ist ne geniale Idee um sich den eigenen Garten etwas freier zu halten. Wenn man wenig Fläche hat, will man meist auf Obstbäume nicht verzichten und blockiert sich damit eine Menge Feld.

Kannst du mal was zu den Pflanzabständen reinschreiben?

Wenn ich das richtig verstanden habe, hat also jeder in jeder Reihe einen Abschnitt von 5 Bäumen und das über 15 Reihen.

Wenn ich mir den Birnbaum so ansehe (du müsstest den Link mal editieren, er wird im Text nicht angezeigt) und das mal 75 nehme, kommt da gewaltig was zusammen. Was machst du mit all dem Obst? Äbbelwoi :-)

Der Vorteil solcher Anlagen ist sicher die zentrale Möglichkeit von Baumpflege und Pflanzenschutz. Nachteile werden vermutlich im zwischenmenschlichen Miteinander aufkommen im Laufe der Zeit aber das ist nur eine vage Vermutung.

Ist das ganze ein Pachtmodell oder eine Art Verein?

Jedenfalls sehr interessant.

LG Jochen



Johannes

31.10.2006, 23:34

@ Jochen

Re: Interessante Lösung... / Organisation der Obstanlage


Als Antwort auf: Interessante Lösung... von Jochen am 31. Oktober 2006 09:12:48:


<IMG src="http://bilder27.parsimony.net/forum66013/guerrero/Pic00002.jpg" alt="http://bilder27.parsimony.net/forum66013/guerrero/Pic00002.jpg[/link]




><i> So ne Obstbaum-Kommune kannte ich in dieser Form noch nicht, aber das ist ne
> geniale Idee um sich den eigenen Garten etwas freier zu halten. Wenn man
> wenig Fläche hat, will man meist auf Obstbäume nicht verzichten und blockiert
> sich damit eine Menge Feld.</i>



Hallo Jochen,

und im Garten hat man dann von jeder Sorte meist auch nur einen Baum, sprich, man muß sich entweder in die Pflege für jeweils einen Baum einarbeiten oder mit schlechter Qualität leben. In der Obstanlage ist die Arbeit deutlich effektiver.

><i> Kannst du mal was zu den Pflanzabständen reinschreiben?</i>

Jetzt muß ich erstmal passen, ich messe das nach. Sicher kann ich nur sagen, daß ich ca. 500 m2 habe, auf denen etwa 75 Bäume stehen. Zwischen den Reihen ist soviel Platz, daß der Traktor durchkommt.

> <i>Wenn ich das richtig verstanden habe, hat also jeder in jeder Reihe einen
> Abschnitt von 5 Bäumen und das über 15 Reihen.</i>

Ja, genau, wobei die Anzahl der Bäume etwas varieren kann, z.B. 4 größere Birnen oder auch mal 6 kleinere Äpfel. Von manchen Sorten haben wir zwei identische Reihen (bei mir: Alkmene, Boskopp, Idared), aber innerhalb der Anlage kann die Zusammensetzung variieren. Die Gesamtfläche beträgt 2,5 Hektar, jede Parzelle hat etwa 500 m2, hinzu kommt nach das Steinobst, von denen jeder aber nur einzelne Bäume hat (bei mir: 2x Süß-, 1x Sauerkirsch). Zusammen haben wir 35 Mitglieder (wer gerne nachrechnet: Manche habe mehrere Parzellen).

><i> Wenn ich mir den Birnbaum so ansehe (du müsstest den Link mal editieren,
> er wird im Text nicht angezeigt) und das mal 75 nehme, kommt da gewaltig was
> zusammen. Was machst du mit all dem Obst? Äbbelwoi :-)</i>

Danke für den Hinweis, jetzt wird das Bild angezeigt. Zur Menge: Natürlich ist nicht jeder Baum so voll, denn unter den 75 Bäumen sind auch ganz junge und schon recht betagte Bäume, und manchmal will auch ein Baum nicht tragen, weil das Wetter bei seiner Blüte falsch war. Dieses Jahr werde ich so auf 8-900 kg kommen, inkl. dem Fallobst, das ich hauptsächlich zu Saft presse. Dieses Jahr ist die Qualität nicht so gut (viele Schädlinge), so daß ich relativ viel zum pressen habe, so daß ich dieses Jahr das erste mal Apfelwein machen werde (ich habe die Parzelle erst im dritten Jahr).

><i> Der Vorteil solcher Anlagen ist sicher die zentrale Möglichkeit von Baum-
> pflege und Pflanzenschutz. </i>

Der Pflanzenschutz wird von zwei Mitgliedern übernommen, zusätzlich wird der Rasen zwischen den Reihen mit Hilfe des Traktors gemäht, ebenso die Erde in den Baumreihen gehackt, wobei beim Hacken / Unkraut jäten aber noch Handarbeit nötig ist. Hacken und Unkraut entfernen ist uns wichtig: Das Unkraut nimmt den Bäumen ansonsten Kraft und Wasser weg (wir haben keine Bewässerung) und wenn die Erde gut gehackt ist, dann sind die feinen Kapilaren zerstört, die ansonsten das Wasser nach oben ziehen und verdunsten lassen. So bleibt es den Bäumen. Baumschnitt (inkl. Schnitt gegen Mehltau) ist genauso wie das Ernten Sache jedes Einzelnen, beim Verkauf am Sonntag, der recht gut angenommen wird, wechseln wir uns ab.

> <i>Nachteile werden vermutlich im zwischenmenschlichen Miteinander aufkommen
> im Laufe der Zeit aber das ist nur eine vage Vermutung. </i>

Eigentlich nicht, es ist deutlich besser als in einer Kleingartenanlage. Es gibt ja auch den Begriff "geistige Kleingärtner", weil die dafür bekannt sind, erstmal einen ordentlichen Zaun zu ziehen, um dann ihr eigenes Reich für sich zu haben, mit einem kleinen Horizont. Ich der Anlage haben wir dagegen das gleiche Ziel, mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel und gutes Obst anzubauen, es gibt auch keine Zäune zwischen den Parzellen, und so sind wir eher Kollegen, die gemeinsam arbeiten (wir sind alle per Du), während man im Kleingarten eher für sich lebt (da ist eher das Sie üblich). Die Probleme sind eher in der Art, daß es niemand gewesen sein will, der schon wieder das Tor offen ließ oder die Saftpresse nicht sauber machte, wenn er sie außerhalb des normalen Pressens benutzte. Und es gibt auch Schwierigkeiten, weil beim Pressen hauptsächlich immer die gleichen mithelfen, aber alle Saft wollen. Klar, solche Dinge gibt es, aber die Athmosphäre ist klar besser als im Kleingarten, auch bei den Vereinsfesten sind wir viel mehr dabei (die brauchen wir, um Traktor etc. zu finanzieren).

> <i>Ist das ganze ein Pachtmodell oder eine Art Verein?</i>

Dauerpachtgelände von der Stadt, das wir als Verein gemietet haben. Für die Parzelle zahle ich 78,00 Euro im Jahr an Pacht, zusätzlich 2,00 Euro je Steinobst, außerdem muß ich die alten Bäume regelmäßig auf meine Kosten erneuern (bei einer Lebensdauer von etwa 25 Jahren sind das im Schnitt 3 Bäume im Jahr).

><i> Jedenfalls sehr interessant.</i>

So etwas würde ich im Prinzip auch noch für den Garten suchen. Denn mein jetziger Garten ist einfach zu weit weg (ich führe den Garten meiner Eltern weiter) und auch zu teuer, da ich ihn nicht als Freizeitgelände nutze, für Pacht, Wasser, Vereins-/Obstverbandsbeitrag, Zeitschrift, Versicherung für Hütte/Solar zahle ich um die 270,00 Euro im Jahr (in trockenen Jahren mehr). Wenn man sich da in einer Anlage in geplanter Wechselwirtschaft auf den Anbau von wenigen Dingen konzentrieren würde (Kartoffeln, Zuccini, Tomaten, ...), dazu vielleicht noch ein paar Kräuter, dann könnte ich mir das in Bezug auf Kosten und Arbeit als viel attraktiver vorstellen. Habe ich aber noch nicht gefunden.

Gruß

Johannes


Jochen

01.11.2006, 10:19

@ Johannes

Vielen Dank,


Als Antwort auf: Re: Interessante Lösung... / Organisation der Obstanlage von Johannes am 31. Oktober 2006 23:34:40:


So eine Anlage wünschte ich mir bei uns auch.

Deine Antwort lässt im Übrigen keine weiteren Fragen offen :-)

Vielleicht solltest Du aber überlegen, den Schrebergarten in der Ferne erst einmel abzugeben. Meist bringen solche Anlagen nur Verdruss und wenn dann noch der Zwang dazu kommt, "für die Leute" was machen zu müssen, damit man nicht gerügt wird, dann hört der Spaß auf.

Unser Gartenleben hat erst mit dem Hausbau richtig angefangen. Allerdings sind unsere 900 Quadratmeter schon vergleichsweíse groß für die jetzigen Gepflogenheiten. Unser ererbter Zweitgarten mit kleinem Haus bringt es da auf etwas mehr Fläche. Das sind zwar auch etwa 35 Minunten Anfahrt in ein anderes Bundeswland :-) aber da fahren wir eh nur 15-20 mal im Jahr hin.

Dort stellen wir allmählich auf Kulturen um, die das vertragen (unter Anderem die monströsen Topinabur)


LG Jochen



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