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Johannes

29.01.2008, 14:27
 

Bienen: Hohe Völkerverluste befürchtet (Tiere)

Nach dem Winter 2006/2007 wurden in den USA erhebliche Verluste an Bienen-
völkern registriert. In Deutschland waren dagegen die Imkerinnen und Imker
mit der Auswinterung ihrer Bienenvölker im Frühjahr 2007 sehr zufrieden.

Diese Situation hat sich in den folgenden Monaten verschlechtert. Die bienenwissenschaftlichen Institute rechnen mit erheblichen Verlusten an
Bienenvölkern nach dem Winter 2007/2008.


Weiter: http://www.dlr.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/ALL/93EC91BA0417D3B8C12573CC00416EAA/$FILE/PI_Bienensterben.pdf
(gefunden über http://www.vieh-ev.de )

Wie sieht es bei denen von Euch aus, die Bienen haben?

Viele Grüße

Clemens

lustamdasein

29.01.2008, 14:54

@ Johannes

Re: Bienen: Hohe Völkerverluste befürchtet


Als Antwort auf: Bienen: Hohe Völkerverluste befürchtet von Johannes am 29. Januar 2008 14:27:57:


...
>Wie sieht es bei denen von Euch aus, die Bienen haben?
>Viele Grüße
>Clemens

Naja, ich hatte bis jetzt noch Glück.
Nachdem hier im Norden der April mit der Rapsblüte trotz Trockenheit noch ganz gut war, hatten die Bienen ab Mitte Mai einfach zuwenig Flugtage, um genug zu sammeln. Ich habe dann mehr als zufällig beim Ableger kontrollieren gemerkt, das einfach zuwenig Honig da ist und bereits im Juli etwas halbherzig, das heißt zuwenig gefüttert. Als bei uns im August die ersten verhungerten Völker bekannt wurden, habe ich das dann intensiviert, allerdings hatten wir einfach zuwenig Flugwetter, so konnten die Bienen nicht genug Wasser holen, um den Sirup einzulagern. So konnten die meisten Imker hier auch keinen Notvorrat von Futterwaben anlegen.
Fazit vor 4 Wochen. noch leben sie, aber die Beuten sind viel zu leicht. Ich hoffe auf einen sehr frühen Frühling, das heißt auf Temperaturen mittags um 15 Grad
damit ich notfüttern kann.
Sollte der Winter wie vor zwei Jahren bis Ende April gehen, sind sie garantiert alle verhungert, bei einem normalen Frühlingsanfang hoffe ich das jedes zweite Volk überlebt.
Aber das ist nunmal so , es gibt gute und schlechte Jahre. Ich werde es überstehen und hoffe, das zwei drei vier Völker überleben. Wenn nicht, sind wieder 100 Euro Anschaffungskosten futsch und eine halbe Tonne Honig ebenso.
mfg



lustamdasein

29.01.2008, 15:34

@ lustamdasein

Re: Bienen: Hohe Völkerverluste befürchtet


Als Antwort auf: Re: Bienen: Hohe Völkerverluste befürchtet von lustamdasein am 29. Januar 2008 14:54:55:


>...
>>Wie sieht es bei denen von Euch aus, die Bienen haben?
>>Viele Grüße
>>Clemens
>Naja, ich hatte bis jetzt noch Glück.
>Nachdem hier im Norden der April mit der Rapsblüte trotz Trockenheit noch ganz gut war, hatten die Bienen ab Mitte Mai einfach zuwenig Flugtage, um genug zu sammeln. Ich habe dann mehr als zufällig beim Ableger kontrollieren gemerkt, das einfach zuwenig Honig da ist und bereits im Juli etwas halbherzig, das heißt zuwenig gefüttert. Als bei uns im August die ersten verhungerten Völker bekannt wurden, habe ich das dann intensiviert, allerdings hatten wir einfach zuwenig Flugwetter, so konnten die Bienen nicht genug Wasser holen, um den Sirup einzulagern. So konnten die meisten Imker hier auch keinen Notvorrat von Futterwaben anlegen.
>Fazit vor 4 Wochen. noch leben sie, aber die Beuten sind viel zu leicht. Ich hoffe auf einen sehr frühen Frühling, das heißt auf Temperaturen mittags um 15 Grad
> damit ich notfüttern kann.
>Sollte der Winter wie vor zwei Jahren bis Ende April gehen, sind sie garantiert alle verhungert, bei einem normalen Frühlingsanfang hoffe ich das jedes zweite Volk überlebt.
>Aber das ist nunmal so , es gibt gute und schlechte Jahre. Ich werde es überstehen und hoffe, das zwei drei vier Völker überleben. Wenn nicht, sind wieder 100 Euro Anschaffungskosten futsch und eine halbe Tonne Honig ebenso.
>mfg

sorry Fehler, sollte heißen 1000€ (sind für neue Ableger und Wirtschaftsvölker)



Helene

29.01.2008, 16:20

@ Johannes

Re: Bienen: Hohe Völkerverluste befürchtet


Als Antwort auf: Bienen: Hohe Völkerverluste befürchtet von Johannes am 29. Januar 2008 14:27:57:


2 von 7 sind futsch :-( Da hat die Ameisensäurebehandlung im Herbst nicht funktioniert, und wegen der Kälte im Nov/Dez sind wir zu spät mit der Oxalsäure gekommen. Die anderen Völker sehen aber ganz gut aus, die sollten es aller Voraussicht nach schaffen.
lG Helene


>Wie sieht es bei denen von Euch aus, die Bienen haben?
>Viele Grüße
>Clemens



Inge

29.01.2008, 18:55

@ Johannes

Re: Bienen: Hohe Völkerverluste befürchtet


Als Antwort auf: Bienen: Hohe Völkerverluste befürchtet von Johannes am 29. Januar 2008 14:27:57:


Hallo Clemens,
hallo zusammen,

>Wie sieht es bei denen von Euch aus, die Bienen haben?
>Viele Grüße
>Clemens

am letzten Wochenende hatten wir Besuch von einem bekannten Imker. Ihm sind alle 15 Völker eingegangen. Er ist jetzt am Überlegen, ob und wann er weitermacht...

LG Inge



Wesemichshof

Kiaril

29.01.2008, 23:06

@ Johannes

Re: Bienen: Hohe Völkerverluste befürchtet


Als Antwort auf: Bienen: Hohe Völkerverluste befürchtet von Johannes am 29. Januar 2008 14:27:57:


Hallo Johannes,


meine vier Völker leben noch alle. Der verflucht milde Winter bei uns läßt sie alle schon halbherzig die Kästen verlassen. Haselnußpollen wird auch schon eingetragen. Die haben fast durchgebrütet!!!

Weil Oxalsäure nicht in verdeckelte Brut wirkt, habe ich die daher ganz weggelassen. Es wäre eine sinnlose Belastung der Völker gewesen.

Ich vermute diese ewige Fummelei der Imker an ihren Kästen, ist teil des großen Problems.
Anstelle der Winterbehandlung, werde ich im Früjahr Kunstschwärme bilden und diese mit Ameisensäure per Schwammtuch behandeln.
Dann wird nur noch auf Naturbau umgestellt. Das gekaufte Wachs für Mittelwände ist leider Gottes oft genug noch mit allem Möglichen belastet.

Das Problem was die Amerikaner haben ist vielschichtig. Letzte Woche habe ich einen Honig-Kurs besucht, bei dem dies vom Leiter des Bieneninstituts auch angesprochen wurde. Es hat mit der Art und Weise zu tun wie die Völker dort gehalten und behandelt werden.

Mein Imkerpate besaß über 70 Völker. Er hat im Laufe des Winters über 50 (!) bisher verloren. Die Hälfte davon durch Vandalismus, der bei uns wohl häufiger anzutreffen ist. Er erzählte mir von einem Berufsimker, der von 200 Völkern schon 100 verloren hat !!!!!!
Ursache? Gute Frage. Ich weiß allerdings, daß es da Herrschaften gibt, die mit nicht zugelassenen Substanzen gegen die Varroa vorgehen. Ich wette ein Teil der Verluste ist darauf zurückzuführen. Das würde aber niieee einer von denen zugeben. Varroa ist eine viel zu bequeme Ausrede.

Nur soviel Prognose sei erlaubt: Kommende Saison wird der Preis verkaufter Völker stark in die Höhe schießen, da nach hörensagen die Völkerverluste schon erheblich sind.


Powertiger

30.01.2008, 07:50

@ Johannes

Re: Bienen: Hohe Völkerverluste befürchtet


Als Antwort auf: Bienen: Hohe Völkerverluste befürchtet von Johannes am 29. Januar 2008 14:27:57:


bei mir ist ein Volk von zwei "verschwunden".

Aber ich vermute es war ein falscher Eingriff von mir im Herbst der das verursacht hat.
Ich habe im Herbst eine alte Beute etwas zu rabiat entfernt.




Dowjones

30.01.2008, 21:50

@ Kiaril

Re: Bienen: Hohe Völkerverluste befürchtet


Als Antwort auf: Re: Bienen: Hohe Völkerverluste befürchtet von Kiaril am 29. Januar 2008 23:06:36:


Deine Idee mit der Varroa-Bahandlung ist Unsinn.

Früher hat man Varroa mit Apistan-Streifen behandelt (nach Schleudern im Spätsommer wurden die Streifen für ca. 4-5 Wochen eingehängt).

Das hat man aufgehört, nachdem Chemierückstände in den Waben festgestellt wurden, und zwar überall.

Das Problem mit Ameisen- oder Oxalsäure als Chemiesersatz ist nunmehr folgendes:

Wenn die Dosierung zu gering ist, nützt es nix, wenn zu hoch, dann geht das ganze Volk drauf. Und das haben viele Hobbyimker einfach nicht im Griff.

Gruß

d.



Kiaril

31.01.2008, 00:14

@ Dowjones

Türüllüüüü!


Als Antwort auf: Re: Bienen: Hohe Völkerverluste befürchtet von Dowjones am 30. Januar 2008 21:50:


Wer sagt dir denn, daß ich falsch dosiere??


Dowjones

31.01.2008, 21:52

@ Kiaril

Niemand


Als Antwort auf: Türüllüüüü! von Kiaril am 31. Januar 2008 00:14:32:


Allerdings war die Chemie früher wesentlich einfacher zu handhaben.

An deiner Stelle würde ich mir mit nem Sonnenwachsschmelzer die Mittelwände selbst herstellen.

Naturbau ist im Sinne einer vernünftigen Honigernte völlig unmöglich.

Gruß

d.




Pfadfinder

01.02.2008, 10:34

@ Johannes

Re: Bienen: Hohe Völkerverluste befürchtet


Als Antwort auf: Bienen: Hohe Völkerverluste befürchtet von Johannes am 29. Januar 2008 14:27:57:


Hallo Clemens, hallo Forum, hallo Imker!

Ich habe bislang 1 Volk von meinen 10 verloren, dass kann ich verkraften! die anderen 9 sind noch gut am summen, es jault dabei auch keiner. Ich kontrolliere einmal in der Woche ob noch leben drin ist ich hole dabei vorsichtig die Leichen aus dem Flugloch um die Luftzufuhr frei zu halten.

Wichtig ist nach meiner Erfahrung bzw dem was ich von meinen Lehrweistern begebracht bekommen habe, dass die Völker mit einem "warmen Kopf" und "kalten Füssen" in der Wintertraube sitzen. Bei den modernen Magazinen ist das ja durch den Gitterboden kein Problem, doch bei den Blätterstöcken (ja verehrte Ertragsgeilen, auch darin läßt sich mit Spaß und Freude imkern) muss man im Herbst ein Absperrschied mit Lüftungsgitter einsetzen und die hintere Lüftung öffnen. Nur so kann verhindert werden dass sich einzele Damen bei den ersten Sonnenstrahlen nach draussen verirren und erstarren, und wenn es nur 10 Bienen am Tag sind läppert es sich auch!

Meine Varroabehandlung erfolgt ausschließlich mit Ameisensäure, ich verwende seit Anfang an die Erfindung meines ersten, inzwischen leider verstorbenen, Lehrer dem Imkermeister Kurt Krämer (Untertaunus/Hessen). Sein Behandlungsystem erfolgt mit 80%iger Ameisensäure die auf einer Filzfaserplatte aufgebracht wird, welche in säurefester Folie verschweißt wird. Zur Behandlung wird die Folie beidseitig mit einer Anzahl von Löchern versehen die in Bezug zur Wabenzahl und Beutenart steht! Mit dem System kann man fast das ganze Bienenjahr über behandeln (nicht im Winter). Eine ausführliche Anwendungsanweisung iss beim Kauf dabei, Bezugsadressen kann ich bei Interesse weitergeben bzw. telefonisch näheres Erklären; Kontakt über Clemens!

Auch wenn Kurt Krämer seine Kritiker hatte, zeigen die Erfahrungen unseres Imkervereins das es wunderbar klappt. Wir haben keine Horrorverluste! Wer meint er dass andere Varianten besser seien kann sie gerne anwenden und sehen wie es "wirkt"! Tote haben eben leider keine Lobby und können wie die imkerliche High-Society Werbung in Büchern für IHR System werben!

Bedenkt beim Imkern immer: Es gibt nicht DIE IMKEREI, es führen viele Wege nach Rom!

Grüße aus dem Untertaunus - Kommt gut durch!!!



Pfadfinder *Allzeit bereit!



Kiaril

01.02.2008, 15:29

@ Dowjones

Re: Niemand


Als Antwort auf: Niemand von Dowjones am 31. Januar 2008 21:52:


>Allerdings war die Chemie früher wesentlich einfacher zu handhaben.


Schwammtuch obendrauf und 30 ml 60%er Ameisensäure pro Zarge für 24 Std. Was ist dran schwer?? Natürlich nur dann, wenn kein Honig in den Stöcken ist und die Außentemperatur stimmt...


>An deiner Stelle würde ich mir mit nem Sonnenwachsschmelzer die Mittelwände selbst herstellen.

Prinzipiell ok. Mittelwände lassen sich leicht gießen. Eine Mittelwandpresse ist mit einfachem Baumarktsilikon und ein paar Brettern leicht selber hersgestellt. Muß ja nicht die superteure käufliche Variante sein. Brauchst eingentlich nur eine gekaufte Mittelwand als Positiv. Ein Sonnenwachsschmelzer ist ehrlich gesagt nicht so das wahre. Auskochen in einem großen alten Emaille-Topf geht auch. Zumindest bei kleineren Volkszahlen. Ansonsten leistet ein alter Wurstkessel auch gute Dienste.

>Naturbau ist im Sinne einer vernünftigen Honigernte völlig unmöglich.

Ähö, ähö. Da gibt es schöne Lehrfilme von und über die Heideimkerei Klindworth. Google mal. Die betreiben heute noch Bienenhaltung in Strohkörben. Naturbau pur! Im übrigen kannst du nur über Naturbau den berühmten Scheibenhonig gewinnen. Dir ziehts die Schuhe aus, was dafür bezahlt wird.

Im übrigen muß ich mich für meine unpräziese Ausdrucksweise entschuldigen. Anstelle Naturbau hätte ich Wabenbau mithilfe von Anfangsstreifen erwähnen sollen. Damit funzt auch Rähmchenimkerei. Sooviel Honig weniger ist das nun auch nicht. Aber dafür hunderprozentig sauber!



>Gruß
>d.

dito


Dowjones

02.02.2008, 19:28

@ Kiaril

Re: Niemand


Als Antwort auf: Re: Niemand von Kiaril am 01. Februar 2008 15:29:44:


Naturbau pur! Im übrigen kannst du nur über Naturbau den berühmten Scheibenhonig gewinnen. Dir ziehts die Schuhe aus, was dafür bezahlt wird.

Durchaus möglich.

Nur muss jemand mit mind. 40 h Normaljob die Imkerei am Wochenende bewältigen.

Und da muss was weitergehen, zumal die Arbeit mit den Tieren bei widrigen Wetterbedingungen kaum möglich ist und daher auch wieder mal etliche Tage ausfallen.

Ich bin absolut kein Vertreter des Umbringens der ganzen Völker im Herbst (wies die Amis betreiben, damit nicht wintergefüttert werden muss), aber "Bienenstreicheln" halte ich genauso für übertrieben.

Vernünftige rationelle Bewirtschaftung eben.

Gruß

d.



lustamdasein

10.02.2008, 23:44

@ lustamdasein

Re: Bienen: Hohe Völkerverluste befürchtet


Als Antwort auf: Re: Bienen: Hohe Völkerverluste befürchtet von lustamdasein am 29. Januar 2008 15:34:19:


Es sind noch alle am Leben!!!!!
Und damit es so bleibt, werde ich morgen notfüttern.
mfg


Inge(R)

Homepage

11.05.2008, 11:36

@ Johannes

Bienensterben im Rheintal

Bienensterben im Rheintal

Imker verdächtigen Insektizid als Ursache

Es blüht allerorten, aber die Brummer schweigen: Im Rheintal sind nach der Mais-Aussaat Millionen Bienen verendet. Es ist nicht das erste mysteriöse Bienensterben in den vergangenen Jahren. Diesmal verdächtigen Imker ein bundesweit eingesetztes Insektizid.

Karlsruhe - Im badischen Rheintal stehen Weidekätzchen und Wildkirschen zwar schon längst in voller Blütenpracht. Doch in den Bäumen ist es erschreckend still: Es fehlt das Summen der Bienen. Hektik herrscht dagegen in der Geschäftstelle des Landesverbands Badischer Imker im beschaulichen Appenweier. Dort rufen immer mehr der landesweit rund 7000 Imker an und klagen über ein massives Bienensterben entlang der Rheinlinie. Der plötzliche millionenfache Tod in den Bienenstöcken setzte in den vergangenen Tagen unvermittelt mit der Mais-Aussaat ein. Viele der Samenkörner waren zur Insektenbekämpfung mit dem Nervengift Clothianidin gebeizt, das in einem Produkt der Firma BayerCropscience enthalten ist. Das könnte der Killer sein, vermuten die Imker.

Der Imkerverband spricht vom schlimmsten Bienensterben in der Region "seit 30 Jahren". Den Verdacht gegen das Nervengift aus dem Bayer-Konzern begründet der stellvertretende Verbandsvorsitzende Manfred Raff mit ähnlichen Erfahrungen italienischer Imker, bei denen die Mais-Aussaat schon vor einigen Wochen erfolgte. Dort fand sich in verendeten Bienen das Clothianidin. Es ist dem Verband zufolge Bestandteil des Agrargiftes Poncho Pro, welches für das Beizen des Mais-Saatgutes verwendet wird. Die Imker vermuten nun, dass die von den Saatmaschinen aufgewirbelten Stäube auf blühende Rapsfelder und Blumenwiesen wehten, wo das Gift von den Bienen aufgenommen wurde.

"Wir arbeiten mit den Behörden und Bienenwissenschaftlern an der Aufklärung der Angelegenheit", sagt Utz Klages von BayerCropscience. Bisher gebe es aber noch keine Erkenntnisse. Nach einem Brief der badischen Imker an den Stuttgarter Agrarminister Peter Hauk (CDU) lassen die Regierungspräsidien Freiburg und Karlsruhe tote Bienen auf Giftrückstände im Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen in Braunschweig untersuchen. Imker Raff befürchtet das Schlimmste. "Ich habe einige meiner Bienen als Erster untersuchen lassen: Die Todesursache war zu 80 Prozent Nervengift", sagt er.

Nach der Varroa-Milbe, die jeden Winter in den Stöcken der Honigsammlerinnen wütet, droht der Biene durch aggressive Agro-Gifte nun bundesweit eine womöglich weit größere Gefahr: Der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund weist darauf hin, dass Clothianidin in Deutschland mittlerweile zugelassen wurde für Kartoffeln, Mais, Zucker- und Futterrüben, Getreide und Raps. Internationalen Studien zufolge baue sich das Gift aber kaum ab. Es könne sich deshalb im Boden jedes Jahr trotz Fruchtfolge immer stärker ansammeln und wegen seiner guten Wasserlöslichkeit etwa in Bodensenken noch höher konzentriert sein.

Wie gefährlich Clothianidin eingeschätzt wird, zeigt auch eine Warnung der französischen Veterinärämter zu Frühjahrsbeginn: Darin rieten sie den Imkern eindringlich, mit ihren Bienenvölkern die Gebiete, in welchen das Gift eingesetzt wurde, für Jahre zu meiden. Im Elsass demonstrierten bereits Imker für ein Verbot von Clothianidin.

Eine Ausweisung großräumiger "No-Go-Gebiete" für Imker und ihre Bienen würde hierzulande auf die Landwirte mit voller Wucht zurückschlagen: 80 Prozent aller Nutzpflanzen werden von Bienen bestäubt. Dieser Nutzwert wird mit etwa vier Milliarden Euro beziffert. Besonders betroffen von Flugverbot oder massenhaftem Bienentod wären vor allem die Rapsbauern in Schleswig-Holstein. Dort ist Raps nicht nur die wirtschaftliche Grundlage für die 2500 Imker und ihre rund 25.000 Bienenvölker. Die Bienen sorgen mit dem Bestäuben der Ölpflanze zu Ertragssteigerungen von immerhin bis zu 30 Prozent.

In Süddeutschland ist dagegen Mais die am häufigsten angeflogene Pflanze der Bienen. Laut der Bayerischen Landesanstalt für Bienenkunde enthält ein Drittel des bayerischen Honigs inzwischen Maispollen. Dort wird der Mais allerdings ebenso wie in Baden-Württemberg vom Mais-Wurzelbohrer bedroht - und Saatgut deshalb mit Clothianidin behandelt. Raff räumt allerdings ein, dass ihm noch unklar sei, welches Gift seine Bienen getötet habe. "Das kann auch von einem Feld mit Energiepflanzen für Biosprit kommen. Die dürfen dort noch härtere Gifte einsetzen als bei Pflanzen für den menschlichen Verzehr", sagt er.

Jürgen Oeder, AFP

---
Viele Grüße
Inge

Hätten wir was getan, als noch Zeit war, bräuchten wir uns nicht vorzustellen,
wie es wäre, wenn wir was getan hätten, als noch Zeit war.

Saurier61(R)

Homepage E-Mail

NRW,
11.05.2008, 13:15

@ Inge

Bienensterben im Rheintal

Hallöle,

ich hab bis jetzt noch keine einzige Honigbiene gesehen.

Lieben Gruß von
Helga

---
Wenn du etwas als richtig erkannt hast.... tu es.. und zwar sofort

Alle sehen nur Bäume und Probleme dicht an dicht...
ich seh die Zwischenräume und das Licht

Inge(R)

Homepage

17.05.2008, 15:45

@ Saurier61

Behörde nimmt Insektengift vom Markt

Für die Experten hat sich der Verdacht erhärtet: Das Insektizid "Poncho" ist für das massenhafte Bienensterben im Rheintal verantwortlich. Das Nervengift wurde jahrelang gegen Pflanzenschädlinge eingesetzt - jetzt bleibt es bis auf weiteres verboten. Umweltschützer stellten Strafanzeige.
Quelle: spiegel online

Das Mittel darf nicht mehr verkauft werden, Bauern dürfen aber bereits behandelte Samen noch verwenden.

Ein weiterer Link dazu: Mit Clothianidin gebeiztes Saatgut ist nach Untersuchungen des Julius Kühn-Instituts Ursache für aktuelle Bienenschäden in Baden-Württemberg

---
Viele Grüße
Inge

Hätten wir was getan, als noch Zeit war, bräuchten wir uns nicht vorzustellen,
wie es wäre, wenn wir was getan hätten, als noch Zeit war.

Inge(R)

Homepage

19.06.2008, 19:47

@ Inge

Bienensterben - Fataler Pflanzenschutz

Jeder Zweifel ist ausgeräumt: Das Massensterben der Bienen in Deutschland wurde durch ein Pflanzenschutzmittel verursacht. Schuld ist ein Fehler bei der Saatgutherstellung.

Von Hanno Charisius

15. Mai 2008, später Nachmittag: Mit "sofortiger Vollziehung" ordnet das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) "das Ruhen der Zulassung" von acht Pflanzenschutzmitteln an, nachdem sich "neue Erkenntnisse ergeben haben".

[...]

Bienensterben - Fataler Pflanzenschutz

(SZ vom 19.06.2008/mcs)

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