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Hinterbänkler(R)

19.10.2008, 00:17
 

Biomeiler, Methangas und einige technische Fragen... (Energieversorgung / Wasser)

Hallo.

Ich suche immer noch eine primitive Methode um Energie in der kommenden Phase zu gewinnen und zu nutzen. Dabei blieb ich an folgendem Video hängen:

http://www.biomeiler.at/Filmdokumentation_des_Biomeilers.html

Dort wird ein Biomeiler beschrieben mit folgenden Rahmenbedingungen:

8 Jahre Wachstum im Wald ergibt
auf 1 Hektar
40 Tonnen Unterholz-Häcksel
Transport und Herstellung des Häcksels benötigt ca. 500 Liter Diesel

Es wird ein Biomeiler von ca. 10 Meter Durchmesser aufgeschichtet, in dessen Mitte ein Biogas-Reaktor (erzeugt Methan) steht und um den herum einige hundert Meter Schlauch verlegt werden, das von Brauchwasser durchflossen wird. Das Brauchwasser bekommt (je nach laufender Entnahmemenge) eine Ausgangstemperatur von teilweise über 60 Grad.

Der gezeigte Biogas-Reaktor hat einen Durchmesser von ca. 80 cm und eine Höhe von 180 cm. Gefüllt wird er mit angegammeltem Kompost und Wasser. Die genauen Mengen und Verhältnisse wurden nicht gezeigt. Der gasdichte Abschluss wurde ganz primitiv mit einer festgezurrten Gummidecke über die gesamte obere Öffnung realisiert.

Das Volumen des Biomeilers ist 80 Kubikmeter und besteht aus den 40 Tonnen Häcksel und 20 Tonnen (Kubikmeter) Wasser. Der Biogas-Reaktor erzeugt neben dem Heißwasser auch dauerhaft die notwendige Hitze für den Biogas-Reaktor. Das ist für mich interessant, denn normalerweise wird bei einem reinen Biogas-Reaktor ein Teil des erzeugten Methans zur eigenen Erwärmung abgezweigt. Der gezeigte Biogas-Reaktor ist absolut primitiv - und deshalb interessant - kein Rührwerk, keine kontinuierliche Beschickung usw.

Es wird behauptet, dass man über eine Nutzungszeit des Biomeilers von 1,5 Jahren über das Brauchwasser ein Äquivalent von 5.000 Liter Heizöl spart.
Ebenso wird behauptet, dass man über den Biogas-Reaktor ein Äquivalent von 5.000 Liter Heizöl erzeugt.

Der aus dem Häcksel entstehende Kompost ist ideale Pflanzengrundlage (mit vielen hier jetzt nicht beschriebenen Vorteilen) könnte aber auch noch verbrannt werden und dann eine Heizleistung von umgerechnet 3.000 Liter Heizöl bringen.




Nun meine grobe Rechnung aufgrund den gemachten Angaben - und zwar nur den Biogas-Reaktor betreffend.

Heizöl hat einen Heizwert von 43 MJ/Liter
Energieumrechnung: 1 MJ = 0,28 kWh
1 Liter Heizöl entspricht also rechnerisch: 1 L = ca. 12 kWh

Methan hat einen Heizwert von 33 MJ/m³
Energieumrechnung: 1 MJ = 0,28 kWh
1 Kubikmeter Methan entspricht also rechnerisch: 1 m³ = ca. 9 kWh

5.000 Liter Heizöl entsprechen ca. 6.600 Kubikmeter Methangas
5.000 Liter in 1,5 Jahren entsprechen ca. 9 Liter/Tag bzw. umgerechnet 12 Kubikmeter Methangas/Tag

Die oben genannte Anlage müsste - wenn die Angaben in etwa richtig sind - also irgendwas um die 12 Kubikmetern Methangas/Tag erbringen bzw. eine Energie von rechnerisch 108 kWh/Tag. Selbst bei einem miesen Wirkungsgrad von einem Uralt-Stromgenerator von sagen wir 25 Prozent wären das immerhin noch mehr als 25 kWh am Tag. Ich glaube, das ist das Mehrfache dessen, was ich heute verbrauche.

Aufgrund der Berechnung beginne ich mich für ein Biogas-Projekt zu interessieren. Angenommen ich bekomme nur ein Drittel oder ein Viertel, dann habe ich gegenüber Sonnenkollektoren, Dampfmaschine, Holzvergaser usw. bestimmt eine höhere Ausbeute, eine kontinuierlichere Produktion und ein deutlich niedrigeres Technologie-Niveau.

Nebenbei: Ich hege ziemliche Zweifel an der behaupteten erzeugbaren Methangasmenge. Oder habe ich mich verrechnet?



Biogas/Methangas kann verwendet werden:
- direkt zum Kochen und Heizen (s. Video)
- direkt für Gaskühlschränke
- direkt für stationäre Verbrennungsmotoren (Stromerzeuger s. Video)

Das Gas kann auch mit einem Kompressor verdichtet und dann in Gasflaschen abgefüllt werden (s. Video). Normale Gasflaschen sind mit 150 bar gefüllt. Das erreicht man nur mit speziellen Kompressoren (z.B. für Taucherflaschen). Sicher gingen auch verdichtete Drücke von 10 bar, was mit einem gängigen Industriekompressor einfach machbar sein müsste.

Die Gasflaschen sind dann mobil zu verwenden:
- für Autos (s. Video)
- aber wahrscheinlich auch ziemlich unproblematisch z.B. mit einem 20-m-Schlauch für eine Motorsäge



Nun denke ich das Ganze wie folgt zu modifizieren:

Was mich zunächst NICHT interessiert ist die Herstellung von heißem Wasser, sondern ich konzentriere mich nur auf den Biogas-Reaktor, den ich analog zum Video mit Holzhäcksel beheizen will, aber ich möchte nur die hierfür notwendige Menge Holzhäcksel produzieren (ich habe keinen eigenen Wald und ich möchte keinen Traktor und zig Leute organisieren und wie im Video kein riesen Häcksler selbst bauen usw.).

Ich denke an folgende Konstruktion:

1. ein Biomeiler mit vielleicht 1,5 Metern Durchmesser und ca. 2 Metern Höhe

2. Aussenwand des Biomeilers aus z.B. Holzlatten oder Blech und zur Isolation fett Styropor oder Stroh drumrum

3. Tür in der Aussenwand, um den Meiler besser zu entleeren.

4. Kaskadenartige Verbindung von mehreren Wasserbehältern (solche für 1.000 Liter mit dem Metallrohrgestänge / kosten ca. 50 EUR) in die oben das Gas aus dem Biogas-Reaktor geleitet wird. Das Gas verdrängt über einen Schlauch an der Unterseite das Wasser in den darüberliegenden Wasserbehälter usw. Es steht also immer nur eine Wassersäule von max 1 Meter über dem Gas, was ausreichend Druck im gesamten stationären System bedeuten sollte. Diese Konstruktion scheint mir gegenüber dem im Video gezeigten Auffangen von Gas in LKW-Schläuchen wesentlich einfacher und billiger zu sein.

5. Das Wasser wird z.B. mit Pool-Chemikalien versetzt um der Algenbildung vorzubeugen.

6. Feste Installation eines alten (ohne Elektronik - wg. EMP) Stromgenerators, der mit Methan angetrieben wird.


Nun zum guten Schluss meine Fragen:

1. Wie wird ein Benzin-Vergaser-Motor umgebaut, um ihn mit dem stationären Methangas bei 1-2 bar direkt zu betreiben? Ich habe dazu nichts Gescheites ergoogeln können.

2. Gibt es Berechnungen zur möglichen produzierbaren Gasmenge aus einem Biogas-Reaktor der gezeigten Größe? Für mich wäre auch ein häufigeres Beschicken des Biogas-Reaktors als alle 1 bis 1,5 Jahre akzeptabel.

Nun bin ich auf Eure Antworten gespannt.


Viele Grüsse
Hinterbänkler

Bederich(R)

E-Mail

19.10.2008, 19:34

@ Hinterbänkler

Biomeiler, Methangas und einige technische Fragen...

Hallo Hinterbänkler,
das wurde hier schon einmal reingestellt:
http://www.autarkes-leben.de/forum/mix_entry.php?id=32413#p32413
Wie man sieht, hat damit allerdings keiner praktische Erfahrungen, jedenfalls nicht im Forum Autarkes Leben.

Auch interessant:
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/278172.html

Schönen Gruß
Bederich

Hinterbänkler(R)

19.10.2008, 23:29

@ Bederich

Biomeiler, Methangas und einige technische Fragen...

» das wurde hier schon einmal reingestellt:
» Wie man sieht, hat damit allerdings keiner praktische Erfahrungen

Hallo Bederich,

mir ging es überhaupt nicht darum etwas zu wiederholen, was schon mal hier drin war, sondern habe ausgehend von den Behauptungen des Videos (und daher habe ich es verlinkt) meine Berechnungen und weiterführenden Überlegungen angestellt. Und hierzu hätte ich gern Meinungen gehört (z.B. ob die Behauptungen realistisch sind...). Außerdem brennen mir die zum Schluss gestellten technischen Fragen auf den Nägeln.

Viele Grüsse
Hinterbänkler

Hinterbänkler(R)

19.10.2008, 23:33

@ Bederich

Biomeiler, Methangas und einige technische Fragen...

» Auch interessant:
» http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/278172.html


Ja danke Bederich, auch interessant. Aber wieso brauchen die 5 Jahre zur Entwicklung? Das scheint mir viiiiieeel zu lange. Oder umgekehrt, wenn man noch so weit in den Kinderschuhen ist, dann ist es fraglich, ob es ein praktikables Produkt und zudem für die Dritte Welt werden wird.

Gruss
Hinterbänkler

Bederich(R)

E-Mail

20.10.2008, 11:17

@ Hinterbänkler

Biomeiler, Methangas und einige technische Fragen...

» » das wurde hier schon einmal reingestellt:
» » Wie man sieht, hat damit allerdings keiner praktische Erfahrungen
»
» Hallo Bederich,
»
» mir ging es überhaupt nicht darum etwas zu wiederholen, was schon mal hier
» drin war, sondern habe ausgehend von den Behauptungen des Videos (und daher
» habe ich es verlinkt) meine Berechnungen und weiterführenden Überlegungen
» angestellt. Und hierzu hätte ich gern Meinungen gehört (z.B. ob die
» Behauptungen realistisch sind...). Außerdem brennen mir die zum Schluss
» gestellten technischen Fragen auf den Nägeln.
»
» Viele Grüsse
» Hinterbänkler

Hallo Hinterbänkler,
es war ein Hinweis darauf, dass hier keiner praktische Erfahrungen diesbezüglich hat und sonst nichts.

Schönen Gruß
Bederich

poes(R)

22.11.2008, 06:04

@ Hinterbänkler

Biomeiler, Methangas und einige technische Fragen...

»
»
» Nun zum guten Schluss meine Fragen:
»
» 1. Wie wird ein Benzin-Vergaser-Motor umgebaut, um ihn mit dem stationären
» Methangas bei 1-2 bar direkt zu betreiben? Ich habe dazu nichts Gescheites
» ergoogeln können.

Bin gerade beim ersten Versuch eines Biomeilers. Der Versuch ist gerade so dass ich die optimale Mischung und Zusammensetzung für die Biomasse herausfinden möchte. In weitere Folge möchte ich aber auch die Sache mit dem Biogas testen und dann realisieren.
ich würde eher einen Dieselmotorn nehmen und den im Zündstrahlbetrieb betreiben. Zündstrahl heißt: Der Motor wird eigentlich ganz normal mit Diesel betrieben (Starten und Leerlauf) und zur Energiegewinnung wird der Ansaugluft das Methangas beigemengt um die Drehzahl/Leistung zu erhöhen. Für diese Beimengung benötig man jedoch eine geignete Regelung (Stellventil und Ansteuerung über Motor). das Ganze hat den Vortiel das man den Motor auch normal über Diesel/Heizöl oder noch wichtiger Pflanzen ÖL laufen lassen kann. google mal nach "Zündstrahl" internationale Bezeichnung PING


» 2. Gibt es Berechnungen zur möglichen produzierbaren Gasmenge aus einem
» Biogas-Reaktor der gezeigten Größe? Für mich wäre auch ein häufigeres
» Beschicken des Biogas-Reaktors als alle 1 bis 1,5 Jahre akzeptabel.
»
» Nun bin ich auf Eure Antworten gespannt.

Ich denke das die Menge mit nur einmal füllen eher zu wenig Biogas bringt für den Betrieb eines Motors würde man schon mehr brauchen. Ich hab mir eien Excel Formel für gasverbrauch bei Saugdieselmotor im Zündstrahlbetrieb geschnitz.

»
» Viele Grüsse
» Hinterbänkler

BasecampUSA(R)

Maine, USA,
04.10.2015, 01:58

@ Hinterbänkler

Biomeiler, Methangas und einige technische Fragen...

- nach 7+ jahre... B U M P !

Der Hinterbänkler (den ich schon lange aus anderen foren kenne) hat mich damals angesporen mit BIOMEILER technik zu experimentieren.

Ich fing an hächsel zu sammeln und entdeckte eine unendliche quelle die ich jetzt kostenlos hohe berge davon nachgeschmissen bekomme von firmen die hier hochspannungsleitungen von laub und äste freihalten.

[image]
Es fängt sogar schon an zu dampfen im lastwagen !

Wir verwendeten es erst als mulchgarten hier am "survivalhof":

[image]

[image][image]

Die haufen von hächsel (im hintergrund) kompstierten langsam über 2 jahre und ich messte die innerliche temperturen regelmässig. Nach bewässern und mit mein traktor vorderlader umgewalzt und belueftet, stieg die temperaturen wieder in die häufen. Ein haufen hab ich mit "manure tea" (jauche ?) als experiment begossen, dieses haufen erzuegte mehr hitze und auch länger als die anderen.

Da diese hächsel langsam "erschöpfen" muss mann ein biomeiler nach 12 bis 18 monaten erneuern laut die meisten erfahrungen berichtet.

[image]
Ich bin gerade dabei ein biomeiler hinter mein "erdenschiff" zu bauen, aber möchte es mindestens 24 monate nützen. Desshalb plaziere ich vertikale DN100 perforierte röhre in strategische stellen damit ich die nach 12-18 monate "bio-fracking" kann mit "manure tea" durch eine hochdruckpumpe und auch mit hochdruck luft belüften "in-situ" und das leben dees biomeilers 24 monate+ verlängern.

[image]

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