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Inge(R)

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16.12.2008, 19:04
 

Menschen mit Behinderung in Unterfranken - off topic (Quatschen)

Hallo Tiger,
hallo zusammen,

unverhofft kommt nicht so oft, und diesmal war's eine besonders positive Überraschung.

Für die Leut, die es interessiert, hier ein Auszug aus dem Bericht im Main-Echo:

Jetzt doch externe Förderung auch für Heimbewohner
Bezirkstag: Sozialausschuss kippt Vorlage der Verwaltung - Aschaffenburger Elterninitiative lief Sturm

Würzburg/Aschaffenburg Schwerbehinderte in Unterfranken dürfen künftig wählen, ob sie eine externe Förderstätte besuchen oder tagsüber lieber in ihrem Heim betreut werden. Das hat der Sozialausschuss des unterfränkischen Bezirkstags jetzt beschlossen. Der Ausschuss kippte damit die Beschlussvorlage der Bezirksverwaltung und durchkreuzte die Pläne des St. Josefs-Stift Eisingen, das in Aschaffenburg ein Heim mit Förderstätte plant.
Monatelang rang die CSU-Fraktion im Bezirkstag mit Eltern schwer behinderter Kinder, die die bisherigen Regelungen nicht länger hinnehmen wollen (wir berichteten). Vor allem die Aschaffenburger Elterninitiative "Teilhabe für alle" lief Sturm gegen die Förderpraxis des Bezirks in Bezug auf Menschen, die so schwer behindert sind, dass sie keine Werkstatt besuchen können. Demnach hatten nur Menschen, die zu Hause leben, das Recht auf einen Platz in einer Tagesförderstätte. Bei Heimbewohnern sollte es genügen, wenn sie auf dem Gelände des Heims tagsüber Beschäftigungsangebote erhalten.

CSU-Antrag modifiziert
Mehrere Behinderte, Betreuer und Eltern verfolgten am Dienstag in Würzburg die Sitzung des Sozialausschusses, um ihre Forderung nach einem zweiten Lebensbereich für behinderte Menschen zu unterstreichen. Das Einlenken der CSU erlebten sie als "verblüffend, aber gut", wie ein Vater kommentierte. Laut CSU-Fraktionschef Peter Motsch wurde in der Fraktion bis zur letzten Minute gerungen. Erst gegen 22 Uhr am Vorabend verschickte Motsch per Mail einen CSU-Antrag.

Die Grünen im Bezirkstag setzten eine Modifizierung des Antrags durch. So hatte die CSU vorgeschlagen, die Einrichtungsträger zusammen mit dem Bezirk entscheiden zu lassen, ob ein Behinderter mit Artikulationsproblemen eine externe Förderstätte besuchen "kann und will". Das hatte bei Eltern Ängste ausgelöst, da die Kriterien unklar blieben. Die Grünen ergänzten den CSU-Antrag deshalb so, dass die Behinderten selbst oder deren gesetzliche Betreuer unabhängig von den Kosten entscheiden dürfen, auf welche Weise sie tagsüber gefördert werden.

Planen wird schwerer
Für die externen Tagesförderstätten in Unterfranken sollen 3,43 Millionen Euro in den Haushalt für das Jahr 2009 eingestellt werden. Insgesamt will der Bezirk im kommenden Jahr rund 25,5 Millionen Euro dafür ausgeben, dass auch schwer behinderte Menschen am Arbeitsleben teilhaben können. Knapp 74 Millionen Euro sind darüber hinaus für die Behindertenwerkstätten vorgesehen. Dort werden 2009 voraussichtlich 3460 Menschen beschäftigt - zehn Prozent mehr als vier Jahre zuvor. Der gesamte Sozialhaushalt für 2009 wird 272 Millionen Euro umfassen, 8,1 Millionen mehr als dieses Jahr.

Das St. Josefs-Stift, das in Aschaffenburg eine Einrichtung für 24 Menschen plant, steht durch die Entscheidung vor einer Herausforderung. Denn für den Träger wird es schwerer, personell und finanziell zu planen.

Laut Bezirksverwaltung war das Stift der Auffassung, dass eine Aufteilung der Pflegesätze für Wohnen und für eine externe Tagesförderung "nur zusätzliche Verwaltungsaufgaben erfordert ohne jede Qualitätsverbesserung". Dieser Ansicht hatte sich die Behörde angeschlossen.


Mein Leserbrief dazu wurde dann auch noch veröffentlicht:

Großer Erfolg für Elterninitiative
Für unsere Elterninitiative ist es ein großer Erfolg, dass die langwierige Überzeugungsarbeit und die Argumente der Eltern doch noch ein Umdenken bei den verschiedenen Fraktionen bewirken konnten. In der Sitzung des Bezirkstags im Juli war auch nach einer regen und kontroversen Diskussion noch keinerlei Übereinstimmung zur Umsetzung der Förderstättenkonzeption der bayerischen Bezirke zu erkennen.
Der jetzt im Sozialausschuss einstimmig getroffene Beschluss freut uns Eltern sehr, denn künftig wird es auch für Heimbewohner möglich sein, je nach Bedarf interne tagesstrukturierende Angebote in der Einrichtung in Anspruch zu nehmen oder eine externe Tagesförderstätte zu besuchen.

Wir Eltern begrüßen auch, dass die folgende Anregung aufgenommen und einstimmig befürwortet wurde: "Die Wahlfreiheit, ob eine externe Förderstätte besucht wird, obliegt dem betroffenen Menschen bzw. den gesetzlichen Betreuern". Nun können auch wir Eltern für die Rechte unserer Söhne und Töchter sprechen, wenn sie selbst nicht dazu in der Lage sind. Damit wird das Motto "Nichts über uns ohne uns" aus dem Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen 2003 nun auch für Menschen, die nicht verbal kommunizieren können, zur Realität. Dass das St.-Josefs-Stift - nach Angaben der Bezirksverwaltung - der Auffassung ist, eine externe Tagesförderung bringe keine Qualitätsverbesserung für die Bewohner der Einrichtung, ist für uns Eltern auf Grund unserer täglichen Erfahrung nicht nachvollziehbar. Schließlich legt der Einrichtungsträger in Eisingen selbst großen Wert auf einen zweiten Lebensbereich und ermöglicht den dortigen Heimbewohnern den Besuch der externen Tagesförderstätte.

Die Eltern und ihre erwachsenen Söhne und Töchter warten nun auf die baldige Errichtung des Wohnheims und eine Umsetzung dieses Beschlusses.
Inge Rosenberger [...]



Und für alle besonders neugierigen Leute gibt es noch mehr interessante Links zu Zeitungsartikeln. (Bericht 1 und 2 stehen z. T. bereits hier)

Mit meiner Petition vom letzten Jahr an den Bundestag hat das hier jetzt allerdings nichts zu tun. Dazu gibt es noch keine offizielle Entscheidung, aber dort sehe ich wirklich gar keine Chance auf eine positve Entscheidung und habe schon die entsprechenden bösen Briefe an die Politiker abgespeichert.


Viele liebe Grüße
Inge

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