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Hinterbänkler(R)

16.02.2009, 17:17
 

Solidargemeinschaft Dorf (Projekte)

Mit diesem Beitrag möchte ich einen Thread eröffnen,
der diesmal nicht die persönliche Vorbereitung zum Ziel
hat, sondern seinen Schwerpunkt auf eine langfristige
Zusammenarbeit und Solidargemeinschaft mit dem Dorf,
in dem wir leben, für die kommende Phase legt.

Mir wird immer klarer, dass man in der dichtbesiedelten
Situation in Mitteleuropa nicht wie Basey auf absolut
autark machen wird können. Man wird nicht jahrelang
seine gebunkerten Dosen verteidigen können, wenn der
eigene Junge im Dorf rumerzählt, was er alles zu essen
bekommt oder wenn 300m weiter die Kinder der
Nachbarn (ver)hungern. Das geht möglicherweise einige
Monate, aber niemals dauerhaft. Wiederum wird das
Dorf eine Art autarke Solidargemeinschaft bilden
müssen, um zu überleben.

Wir haben lange überlegt, ob wir uns in einem anderen
Dorf eine gute Immobilie kaufen. Wir kennen ein Dorf,
das strategisch in mancher Hinsicht etwas besser liegt
als unseres und wo wir einige 'gute' Leute kennen. Aber
dort würden wir quasi von vorne beginnen. Hier in
unserem Dorf leben wir jetzt schon 7 Jahre. Wir sind
zwar im Dorf nirgends konkret eingebunden (also nicht
in den Vereinen oder irgendwelchen Komissionen) haben
aber eine gute Reputation (u. a. dadurch, dass wir viele
Leute aus dem Dorf zu unseren Festen eingeladen haben,
was die so bisher nicht kannten…).

Was wir jetzt suchen sind Ideen und Strategien zur
günstigen Beeinflussung des Dorfes in Hinsicht auf eine
künftige gegenseitige Unterstützung und wie wir uns als
'Reingeschmeckte' (oder wie man hier sagt: 'Neuzuzüger')
unentbehrlich machen können. Unentbehrlich, damit wir
nicht als gut Vorbereitete als erste zum Opfer fallen.

Neben einer bereits langfristigen betriebenen positiven
Positionierung zum Dorf haben wir jetzt begonnen, die
vertrauensbildenden Maßnahmen zu intensivieren und
als erstes unsere 6 umliegenden Nachbarhöfe (fast alles
Außenhöfe) mit einem kleinen Neujahrsgruß besucht.
Dabei haben wir auch jeweils abgecheckt, wie deren
Zukunftsperspektive bzw. Zukunftsvorstellung ist. Die
Situation für die Milchbauern ist recht dramatisch. Sie
haben aufgrund einer geänderten Subventionslage schon
mal 10.000 Franken weniger dieses Jahr und ab Mai
kommen wegen zusätzlichen Umstrukturierungen
voraussichtlich nochmals weitere starke Einbussen hinzu.
Einige Bauern ahnen die sich entwickelnden schlimme
Verhältnisse ("Es wird mal wieder richtig Hunger geben…" ).
Ein anderer - der Bio-Bauer, von dem wir ursprünglich
dachten, dass er das kritischste Bewusstsein hat – meinte
dagegen, dass alles wieder gut wird und macht sich
überhaupt keine Zukunftssorgen.

So gehen also unsere Überlegungen konkret dahin, bei
unseren Vorbereitungen künftig das Dorf mitzuberücksich-
tigen. Aus diesem Grund haben wir jetzt einen Fond
gebildet, der zunächst 24.000 CHF (also 16.000 EUR)
umfasst. Dieses Geld ist zweckgebunden für 'das Dorf',
wobei natürlich keiner im Dorf was davon weiß.

Nun also meine Fragen ans Forum:

Was gibt es für Vorschläge, wie man das Geld zum best-
möglichsten Nutzen für die Gemeinde in der kommenden
Situation einsetzen kann?


- Wir haben beispielsweise an grössere Mengen Samen
gedacht, weil von denen niemand Samen hat. Selbst der
Gemüsebauer kauft seine Setzlinge ein.
- Unsere umfangreiche Spezialbibliothek könnten wir auch
öffentlich zugänglich machen.
- Eine andere Idee ist Shetlandponys und Zubehör zu kaufen
und bei den Pferdehaltern unterzustellen. Aus dem Fond
könnten dann auch die laufenden Haltungskosten bezahlt
werden. Zunächst wären z.B. die Pferde offiziell für
unseren Jungen. Später könnten wir sie dann der Gemeinde
als Arbeitspferde zur Verfügung stellen…

Was gibt es von Euch für Vorschläge das Dorf strategisch und
mittelfristig an das Thema 'Crash' heranzuführen?


- Eine Freundin, die künftig ebenfalls zur Gruppe gehören wird,
denkt beispielsweise daran hier eine Kneipe zu bewirtschaften,
um guten Kontakt ins Volk zu kriegen.

Wer von Euch setzt ebenfalls auf eine Kooperation mit dem Dorf
oder der Umgebung anstelle von Einzelkämpfermaßnahmen?



Unsere spezielle Ausgangssituation zusammengefasst:

1. Gemeinde
- ca. 40km südlich von Basel
- im Schweizer Jura, Höhe ca. 550m
- geografische Randlage, d.h. keine großen Durchgangsstraßen
- ca. 1000 Einwohner - davon schätzungsweise 2/3 alteingesessen
und der Rest in den letzten 10 Jahren zugezogene Familien (meist
als Pendler z.B. wegen günstigem Bauplatz)
- ca. 15 landwirtschaftliche Betriebe
davon 8 auf Außenhöfen
10 mit Schwerpunkt Milchwirtschaft (je ca. 25-50 Kühe)
1 Gemüsebauer
Mehrere Pferdezucht- und –unterstellbetriebe (z.B. auch
Springpferde)
- 2 Fabrikbetriebe
1 modernste und sehr spezialisierte Metallbearbeitung - wird
im Lauf des Jahres wegziehen
1 Kunststoffspritzguss
- einige kleine Schreinereien
- 1 Landwirtschaftsmaschinenbetrieb
- 1 Metzgerei
- 1 Mini Tante-Emma-Laden
- 1 Kirche mit Pfarrer und Friedhof
- 1 Tierarzt lebt wohl im Ort aber ohne eigene Praxis
- kein Arzt
- Funktionierendes Dorfleben (Musikverein, Sportvereine, Schützen-
verein…)
- Kindergarten + Schulklassen 1-4
- Freiwillige Feuerwehr
- Eigene Wasserversorgung aus viell. 5 Quellen
- Eigene Abwasserversorgung
- 1 große Zivilschutzanlage, nicht mehr für Notfälle hergerichtet
(wird zum Teil von Vereinen genutzt / also zwar noch Mehrstock-
betten, aber keine Matratzen mehr…)
- Das Dorf ist sozial relativ intakt und es gibt keine Fraktionsbildung.

2. Persönliche Situation
- Alter Außenhof (gemietet) einige 600 m vom Dorfkern
- Belebt von Kleinfamilie: Vater (also ich, deutsch), Mutter
(Schweizerin), Junge 2,5 Jahre
- Keine aktive Landwirtschaft
- große Wiese mit sehr vielen ungepflegten alten Apfel-, Birn-,
Kirschbäumen (von uns mitnutzbar)
- Eigene Quelle
- Im Krisenfall wird mein erwachsener Sohn mit Frau ebenfalls hier
oder in der Nachbarschaft wohnen werden.
- Weitere Freunde/Freundinnen werden künftig noch zu unserer
Gruppe stoßen.

Nun, ich freue mich auf Eure Gedanken.

Gruss
Hinterbänkler

Clemens(R)

16.02.2009, 20:59

@ Hinterbänkler

Solidargemeinschaft Dorf / kurze Info zum Thema

» Mit diesem Beitrag möchte ich einen Thread eröffnen,
» der diesmal nicht die persönliche Vorbereitung zum Ziel
» hat, sondern seinen Schwerpunkt auf eine langfristige
» Zusammenarbeit und Solidargemeinschaft mit dem Dorf,
» in dem wir leben, für die kommende Phase legt.





Hallo Hinterbänkler,

danke für Deinen Beitrag. Für den ein oder anderen, der sich hier mehr für Tomaten oder Gewächshäuser interessiert, mag nicht ganz klar sein, was Du mit "kommender Phase" meinst, deshalb eine kurze Info von mir dazu.

Hinterbänkler geht (wie ich übrigens auch) davon aus, daß die Wirtschaft vor dem Zusammenbruch steht und wir dann nicht mehr die nahezu ideale Versorgung haben, wie wir sie jetzt kennen. Deshalb steht für einige hier im Forum nicht nur der Spaß am eigenen Garten im Vordergrund, sondern auch der Versuch, zumindest teilweise autark leben zu können. Also nicht nur als reines Hobby, sondern als Zukunftsvorsorge, so wie andere eben eine private Zusatzrente abschließen.

Eine sehr sachliche Analyse zur wirtschaftlichen/politischen Entwicklung findet man z.B. bei leap2020.eu:

Die globale Finanzkrise, für die der Monat September 2008 einen weiteren
Krümmungspunkt der Entwicklungskurve darstellte, wie LEAP/E2020 es bereits
im Februar 2008 (1) vorhergesagt hatte, ist lediglich der Auslöser der
umfassenden weltweiten Krise. Die finanziellen und währungspolitischen
Stürme der letzten Monate lassen eine Serie von wirtschaftlichen, sozialen
und politischen Krisen virulent werden, die die letzte Phase der umfassenden
weltweiten Krise prägen werden. Die schlimmsten Auswirkungen der Krise für
Menschen, die Sozialsysteme, die Realwirtschaft und unsere politischen
Systeme liegen nicht etwa hinter, sondern sehr wohl noch vor uns.
(Link)

Die Zukunftsvorstellungen mögen für jeden anders sein, aber sofern es dazu führt, daß sich hier Leute treffen, die sich für ein autarkes Leben interessieren, ergänzt sich das sehr gut.

Viele Grüße

Clemens

---
Altes Brot ist nicht hart - kein Brot, das ist hart

Bederich(R)

E-Mail

17.02.2009, 20:36

@ Hinterbänkler

Solidargemeinschaft Dorf

Hallo Hinterbänkler,
gute Kontakte zu den Nachbarn sind immer hilfreich.
Auf dem Land zu leben ist in Krisensituationen bisher und wahrscheinlich auch in Zukunft sinnvoll.
Weil es in jeder Solidargemeinschaft Menschen gibt die mehr herausnehmen als sie einbringen, ist es erforderlich, dass einige Mitglieder mehr einbringen als sie herausnehmen.
Diejenigen, die mehr einbringen haben ein besseres Wohlsein und höhere Anerkennung.
Deshalb sollte jeder bestrebt sein möglichst wenig von Anderen in Anspruch zu nehmen und selbst sehr produktiv zu sein.

Zu den landwirtschaftlichen Betrieben:
Diese sind in der heutigen Zeit hochtechnisiert und vollkommen von Kraftstoff und Strom abhänig.
Einbringen von Saatgut und Ernte sind nicht mehr manuell möglich.
Melken und kühlen von Milch sowie deren Abtransport ist ohne Energie nicht möglich.

Schönen Gruß
Bederich

---
Du hast keine Chance, aber nutze sie!

Hinterbänkler(R)

18.02.2009, 01:06

@ Bederich

Solidargemeinschaft Dorf

» Deshalb sollte jeder bestrebt sein möglichst wenig von Anderen in Anspruch
» zu nehmen und selbst sehr produktiv zu sein.
»
» Zu den landwirtschaftlichen Betrieben:
» Diese sind in der heutigen Zeit hochtechnisiert und vollkommen von
» Kraftstoff und Strom abhänig.
» Einbringen von Saatgut und Ernte sind nicht mehr manuell möglich.
» Melken und kühlen von Milch sowie deren Abtransport ist ohne Energie nicht
» möglich.

Danke Bederich,

das ist mir alles sehr bewußt. Ich möchte für die Landwirte auch kein Saatgut wie Getreide bereitstellen, sondern Gemüsesamen, weil ich weiß, daß der Gemüsebauer auch nur Setzlinge bestellt. Früher hat er aber selber gezogen und pikiert. Was die Hochleistungskühe betrifft ist der Fall für mich vollkommen klar. Die taugen nichts für die Krise. Ich hoffe daß man eines Tages in dieser Gemeinde eine Art 'Schlachtplan' im wahrsten Sinne des Wortes machen kann, bevor man alle Tiere keulen muß, weil kein Strom mehr da ist.

Gruss
Hinterbänkler

Als Ergänzung: Man muss auch von den anderen nehmen können. Das ist sehr wichtig. Man muß auf eine Art gleichwertig sein, sonst wird man angefeindet.

Clemens(R)

19.02.2009, 18:09

@ Hinterbänkler

Solidargemeinschaft Dorf

Hallo Hinterbänkler,

Euro Idee, die Dorfgemeinschaft zu verbessern (und damit autarker/überlebensfähiger zu machen) gefällt mir sehr gut.

» Was gibt es für Vorschläge, wie man das Geld zum best-
» möglichsten Nutzen für die Gemeinde in der kommenden
» Situation einsetzen kann?


Die Idee mit Samen oder Pferden finde ich nur eingeschränkt gut. Denn wenn Ihr die Pferde jetzt nur unterstellt, denn sind weder die Pferde noch die zukünftigen Nutzer das Arbeiten gewohnt. Und Samen in einer Menge vorrätig zu halten, die ein Erwerbsbauer benötigt, dürfte schwierig sein. (und er wird Dir in diesem Mengen auch verderben, wenn alles noch ein paar Jahre so weitergeht).

Meine Vorschläge:

- Großes Gewächshaus (ggf. Folientunnel), in denen Ihr jetzt übt, Setzlinge heranzuziehen, und zwar so kräftige Pflanzen, daß sie problemlos aufs Feld gepflanzt werden könnten. Jetzt kannst Du Dein gesamtes Gemüse selbst anbauen (jetzt das Gewächshaus auch zum Anbau statt nur zur Zucht verwenden), ggf. hättest Du die Möglichkeit und auch die Erfahrung, mehr Pflanzen heranzuziehen.

- Macht Dir Jugendarbeit Spaß? ==> Pfadfindergruppe. Die Jugendlichen lernen damit sowohl praktische Dinge als auch Gemeinschaftssinn.

- Mitarbeit in der freiwilligen Feuerwehr

- Du schreibst, daß es im Ort keinen Arzt gibt. ==> Eventuell Heilpraktikerausbildung ?

- Heizung autark machen (Holz: Vorräte anlegen, Öl ebenso und auf Stromversorgung achten). Und davon erzählen, was Ihr macht, damit es als Beispiel dient.

- Brot selbst backen und das gemeinsame Backen organisieren. Früher gab es auch Backhäuser, in denen gemeinsam gebacken wurde, vielleicht läßt sich diese Tradition ja wieder beleben? (Und wer viel bäckt, wird auch automatisch Getreide oder Mehl lagern, statt immer zum Supermarkt zu fahren, um Brot zu kaufen)

- Wird in der Gegend noch altes Handwerk gepflegt? Und wenn es nur der Kultur- und Gesellkeitsverein ist, es kann durchaus Spaß machen, mal eine Sense auszuprobieren oder Heu wie vor hundert Jahren einzubringen. Man freut sich dann zwar umso mehr über den Traktor und den Mähdrescher, aber man hatte gemeinsam Spaß und hat auch etwas gelernt

- Mitarbeit im Obst- und Gartenbau, alle Kurse zum Schnitt und Pflanzengesundheit besuchen (und Tips dann auch weitergeben)

- Waren/Dienstleistungen zuerst im Ort einkaufen, nicht irgendwo außerhalb

- Den Garten auf Vordermann bringen (auch junge Bäume und Büsche anpflanzen)

Viele Grüße

Clemens

---
Altes Brot ist nicht hart - kein Brot, das ist hart

Hinterbänkler(R)

19.02.2009, 21:41

@ Clemens

Solidargemeinschaft Dorf

» Die Idee mit Samen oder Pferden finde ich nur eingeschränkt gut. Denn wenn
» Ihr die Pferde jetzt nur unterstellt, denn sind weder die Pferde noch die
» zukünftigen Nutzer das Arbeiten gewohnt. Und Samen in einer Menge vorrätig
» zu halten, die ein Erwerbsbauer benötigt, dürfte schwierig sein. (und er
» wird Dir in diesem Mengen auch verderben, wenn alles noch ein paar Jahre
» so weitergeht).

Danke Clemens - gute Vorschläge!

Kurz zu den Samen: Es geht nicht um Mengen für landwirtschaftliches Gewerbe. Es geht darum dann - wenn die Strukturen zusammenbrechen und das Dorf auf sich gestellt ist - genügend Samen für das Dorf zu haben. Ab dem Moment wird kein Handel mehr getätigt und man muss nur noch die Mengen fürs Dorf anpflanzen. Und Samen haben, die nachgezogen werden können. Wir haben für uns zum Teil bereits robuste alte Sorten angeschafft.

Die Idee mit den Pferden ist zugegebenermaßen noch nicht ausgereift. Trotzdem werden die meisten Pferde hier nicht lange taugen. Dagegen sind beispielsweise Shetlandponys von Charakter, Robustheit und Vielseitigkeit interessant. Natürlich muss man die dann auch mal vor den Wagen spannen, der mit zum Vorsorge-Programm gehören würde.

Viele Grüsse
Hinterbänkler

Hinterbänkler(R)

22.02.2009, 17:25

@ Clemens

Samen / Saatgut lagern / Tiefkühllagerung

» Und Samen in einer Menge vorrätig
» zu halten, die ein Erwerbsbauer benötigt, dürfte schwierig sein. (und er
» wird Dir in diesem Mengen auch verderben, wenn alles noch ein paar Jahre
» so weitergeht).

Hallo Clemens,

Eine Ergänzung zu Deinem Einwurf:

Ich habe heute mal das Spezialbuch 'Handbuch Samengärtnerei' befragt.

Saatgut lagern

Wichtig für eine erfolgreiche Saatgutlagerung ist:

Trockenes Saatgut: Je trockener Saatgut ist, desto länger behält es die Keimkraft. Keinesfalls darf sich Saatgut beim Einlagern klamm anfühlen, da es sonst im Lager verschimmelt.

Dichte Lagergefäße: Wenn Saatgut möglichst wenig Luftkontakt hat, atmet es nicht so viel und altert nicht so rasch.
Kühle Lagerung: Optimal sind Temperaturen zwischen 0°C und 10°C. Wichtig ist auch, dass die Temperaturen möglichst nicht kurzfristig schwanken.

Dunkle Lagerung: Saatgut am besten in einem dunklen Raum oder in dichten Gefäßen in einer dunklen Schachtel aufbewahren.

Trockene Lagerung: Beim Zusammentreffen von Feuchtigkeit und Wärme ist es nicht nur mit der Keimruhe vorbei, es fühlen sich auch Pilze und Bakterien wohl, die die Samen schädigen.

Mäusesicher: Samen müssen vor Mäusen und anderen Schädlingen geschützt werden. Mehlmotten, Bohnenkäfer und andere Insekten, Mäuse und Ratten sind die wichtigsten Lagerschädlinge.

Gut verschließbare Behälter wie Marmeladegläser, Glasflaschen mit luftdichtem Verschluss. Einkochgläser mit Gummidichtungen. Besonders bewährt haben sich mit Bügeln verschließbare Gläser.

Platzsparend ist die Aufbewahrung von mehreren Samensäckchen in einem großen Glas.

Kühle Aufbewahrung, am besten trockene kühle Räume.

Tiefkühllagerung ist nur bei sehr gut getrocknetem Saatgut möglich, sonst zerstört man den Keimling. Dazu muss das Saatgut unbedingt über Silikagel getrocknet werden und in metallbeschichteten Säckchen eingeschweißt werden. Bei -18°C halten sich dann Samen mindestens 10, bei manchen Sorten auch über 20 Jahre mit ausreichender Keimfähigkeit.

Holzkisten, Nylon/Plastiktüten, Papptüten oder -schachteln sind ungeeignet, da sie kein Hindernis für Feuchtigkeit und Schädlinge darstellen.


Trocknen der Samen

Die gesäuberten Samen mindestens eine Woche lang trocknen. Dabei darf die Trocknungstemperatur nicht langfristig über 35°C steigen, da sonst die Keimlinge Schaden erleiden. Bei Arche Noah trocknen wir die Samen in Kaffeefiltern, die auf einem Wäschetrockner hängen, der nicht in der prallen Sonne, sondern im Schatten aufgestellt ist. Den Sortennamen mit einem wasserfesten Stift auf den Filter schreiben.

Möglichkeiten zum Trocken sind: Dachboden, Ofennähe, Heizräume, Brutkasten.

Sind keine geeigneten Räume vorhanden, kann Saatgut über Silikagel getrocknet werden. Silikagel ist in Form kleiner Kügelchen in der Apotheke erhältlich. Die Samen in offenen Gläsern oder in Stoffsäcken in eine luftdicht verschließbare Kiste stellen. Die gleiche Menge Silikagel wie Saatgut in die Kiste legen und ca. eine Woche trocknen lassen. Nicht direkt mit den Samen in Berührung bringen! Silikagel ist im trockenen Zustand blau, im feuchten rosa, und kann dann über der Heizung oder im Mikrowellenherd wieder getrocknet ('regeneriert') werden.

Gruß
Hinterbänkler

Hinterbänkler(R)

22.02.2009, 17:41

@ Clemens

Leben wie vor 200 Jahren

» - Wird in der Gegend noch altes Handwerk gepflegt? Und wenn es nur der
» Kultur- und Gesellkeitsverein ist, es kann durchaus Spaß machen, mal eine
» Sense auszuprobieren oder Heu wie vor hundert Jahren einzubringen. Man
» freut sich dann zwar umso mehr über den Traktor und den Mähdrescher, aber
» man hatte gemeinsam Spaß und hat auch etwas gelernt

Ich habe noch E-Post bekommen. Ein Auszug:

Anstelle von einem Survivalverein fände ich einen *Kurs* "Leben ohne Strom und Öl/Benzin" oder "Leben wie vor 200 Jahren" sinnvoller. Der sollte gemeindeübergreifend angeboten werden und Bauern und Interessierten die wichtigsten alten Kulturtechniken vermitteln. Das würde evtl. mehr Leute anlocken als ein Survivalverein.

Schon die Einladung zum Kurs würde ein sehr wichtiges, wie du sagst, "subversives" Element beinhalten, nämlich den Hinweis auf die Instabilität unseres Systems bzw. unserer Logistik und auf die aktuelle Krise.

Guerrero(R)

28.02.2009, 10:18

@ Hinterbänkler

Solidargemeinschaft Dorf

Guten Tag.

Nach meiner Ansicht:

1. Die globale Finanzkrise wird zum globalen Zusammenbruch der Wirtschaften führen in einem nie dagewesenen Umfang.

Sieh GEAP (Finanz- und Markt - Wissenschaftler)

2. Ein Dorf ist in der Regel nicht darauf vorzubereiten.
Nur wenige ahnen oder denken an diesen möglichen Zusammenbruch.

3. Also kann man nur selbst (enger Kreis) vorbereiten und dabei
nach seinen Möglichkeiten möglichst viel für andere vorbereiten.

Z. B. Größere Menge von Heizöl lagern.
Starke Diesel - Stromerzeuger kaufen,
die auch bei Bauern eingesetzt werden können im Notfall.
Einen Brunnen mit gutem Wasser haben.
Brotbackofen wo größere Mengen Brot gebacken werden können
und Vorrat an Weizen und Roggen.
Ich habe einen fahrbaren Ofen.

Gut gelagert (trocken) kann Getreide 2 - 3 Jahre lagern.
Natürlich braucht man eine gute Mühle und einen guten Kneter...

Man sollte auch die Krise nicht für Jahrzehnte sehen,
nach meiner Ansicht werden es in D einige Monate Chaos sein
und dann 2 - 3 Jahre schwierige Zeiten.

Man sollte für die Chaos - Monate (keine öffentliche Ordnung)
eine Bürgerwehr bilden.

Sehr wahrscheinlich wird es eine Währungsreform geben.
Also eine neue Währung nicht nur in D.

In meinem Dorf von ca. 300 Einwohnern gibt es 3 Großbauern.
Etwa 20 Familien haben noch einen oder mehrere Traktoren.
da braucht man keine Pferde, wenn man für die schwierige Zeit
Heizöl bunkert.
Um einen Bauern mit Pferden zu helfen
bräuchte der wohl üner 100 und wer "bedient" die mit was?

Es gibt in D die besten Vorbereitungen für Katastrophen.
Da werden die Wichtigen mit Diesel versorgt.
Also zuerst die Bauern.
Dann wird es Lebensmittelkarten geben,
denn der Staat hat kein Geld mehr für soziale Ausgaben.
(Rente, Arbeitslose usw.)
Wichig ist es Düngemittel in Genüge zu haben für etwa 3 Jahre.

Es wäre auch gut ein größeres Foliengew. Haus zu kaufen.
Da gibt es welche die brauchen keine Fundamente und keine Bau-Genehmigung
und sind sehr preiswert und stabil.

Und Lebensmittel die einige Jahre halten (Büchsen, Reis, Hülsenfrüchte)
Es gibt die schon haltbar mindesten bis 2012.

Es bleibt nach meiner Ansicht wenig Zeit.
Spätestens im Sommer - Herbst wird wohl der Crash kommen.


Alles Gute
Guerrero

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