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Clemens(R)

21.10.2010, 09:56
 

Photovoltaik - Die Anlage ist auf dem Dach (Energieversorgung)

Hallo,

im Sommer holten wir das erste Angebot ein (Thread), nun ist die Anlage endlich auf dem Dach: 16,5 kWp, außerdem noch zwei zusätzliche Module für Notstromversorgung (und Betrieb einzelner Verbraucher, z.B. Router/Telefonanlage).

Ich war erstaunt, wie schnell die Anlage auf dem Dach war (altes Bauernhaus, schräges Ziegeldach): Inklusive Verkabelung bis zum Wechselrichter brauchten 5 Mann nur 9 Stunden vor Ort (wir haben einen Pauschalpreis akzeptiert, weil die letzten Handwerker äußerst langsam gearbeitet hatten, nachträglich gesehen war das für die Solaranlage ein Fehler).

Über Eure Erfahrungen (war hat eine Solaranlage?) würde ich mich freuen.

Viele Grüße

Clemens

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Altes Brot ist nicht hart - kein Brot, das ist hart

Clemens(R)

21.10.2010, 10:03

@ Clemens

Netzeinspeisung / Eigenverbrauch ?

Hallo,

hat sich jemand schon mal Gedanken gemacht über den Eigenverbrauch, der ja ebenfalls gefördert wird?

Interessant wird es ab 30% Eigenverbrauch, den wir aber kaum erreichen werden, evtl. aber unter Anschluß einer zweiten Wohnung (im Gesetz so vorgesehen, der Elektriker weiß aber noch nicht, wie er das machen soll).

Allerdings tendiere ich vom Gefühl her auch bei unter 30% für die Eigenverbrauchslösung, weil ich mit steigenden Strompreisen rechne (wenn die Unterschiede nicht allen klar sind, kann ich hier gern etwas zu den Grundlagen schreiben).

Hat jemand Erfahrungen mit dem Anschluß einer zweiten Wohnung? Wie habt Ihr Euch bezüglich Einspeisung/Eigenverbrauch entschieden bzw. wie würdet Ihr Euch entscheiden? Mich würden die verschiedenen Aspekte interessieren, damit wir uns leichter entscheiden können, denn im Detail ist mir die Rechnung noch unklar.

Viele Grüße

Clemens

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Altes Brot ist nicht hart - kein Brot, das ist hart

Armin(R)

E-Mail

21.10.2010, 16:06

@ Clemens

Netzeinspeisung / Eigenverbrauch ?

Hallo Clemens,

mir wär dat janze mit dem Eigenverbrauch (noch) zu blöd, denn

1. wissen unsere Angestellten in der Regierung noch nicht mal, wie sie den Eigenverbrauch steuerlich behandeln wollen

2. kann man den dafür nötigen zusätzlichen (4-quadranten) Zähler nicht kaufen, sondern muß ihn vom Energieversorger mieten (Fixkosten)

3. ist es bei einer großen 16,5-kW-Anlage wirklich schwierig, den Stromverbrauch derart gut mit dem Sonnenangebot zu koordinieren, daß man auf nennenswerte Eigenverbrauchsanteile kommt.

Das Argument mit dem steigenden Strompreis ist natürlich bedenkenswert ... ich rechne persönlich auch eher damit, daß die für 20 Jahre fix vereinbarten Einspeisevergütungen in z.B. 10 Jahren gar nicht mehr so üppig wirken könnten. Nicht auszuschließen, daß der durchschnittliche Einspeiser gegen Ende des 20-Jahres-Vertrags deutlich mehr für den bezogenen Strom bezahlt als für den eingespeisten reinkommt :-|

Trotzdem: Ich hab's neulich mal für eine Anlage ähnlicher Größe und unseren Haushalt durchgerechnet: Ich selbst würde es sein lassen.

Vielleicht hilft ein anderer Ansatz: Der Strompreis ist um so unwichtiger, je weniger einzelne kWh man verbraucht. Eine Strompreiserhöhung auf das 3-fache kann die monatliche Rechnung um 10-15 € erhöhen (bei 400 kWh/a), oder aber um 200 € (bei 6.000 kWh/a). Ich weiß von Haushalten beider Art.

Also: Von wieviel kWh pro Jahr Stromverbrauch gehst Du aus? Ist da Luft nach unten drin? Mit welchen Preissteigerungen rechnest du? Lohnt sich der Aufwand überhaupt? Oder steckst Du Geld/Hirnschmalz/Zeit besser in was anderes?

Noch was zum Thema Stromsparen: Ich habe neulich einen Gefrierschrank gesehen, Energieeffizienzklasse A+ (!), 162 l Inhalt, 226 kWh/a, 260€.
Unser mehrere Jahre alter Gefrierschrank hat 300 Liter, braucht angeblich 215 kWh/a, nach meinen Messungen sogar unter 200 pro Jahr. Er war zwar mehr als doppelt so teuer, ist aber auch fast doppelt so groß, hält locker 3 Tage ohne Strom, ist von super Qualität und spart schon jetzt etwa 45 €/a. Gegenüber diesem Gerät der A+ Klasse, man sollte es nicht für möglich halten. DAS ist eine gute Versicherung gegenüber Strompreiserhöhungen. Und natürlich eine feine Sache für Hobbygärtner :-)

Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen.

Grüße

Armin

Clemens(R)

22.10.2010, 11:48

@ Clemens

Photovoltaik - Foto unserer Anlage

[image]

Den Baum müssen wir wohl noch etwas kürzen.

Viele Grüße

Clemens

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Altes Brot ist nicht hart - kein Brot, das ist hart

Clemens(R)

22.10.2010, 15:18

@ Armin

Netzeinspeisung / Eigenverbrauch ?

» mir wär dat janze mit dem Eigenverbrauch (noch) zu blöd, denn
»
» 1. wissen unsere Angestellten in der Regierung noch nicht mal, wie sie den
» Eigenverbrauch steuerlich behandeln wollen





Hallo Armin,

kennst Du diesen Artikel?

http://www.sfv.de/artikel/umsatzsteuerliche_behandlung_bei_solarstrom-eigenverbrauch.htm

> [...]
> "Umsatzsteuerrechtlich wird die gesamte vom Anlagenbetreiber aus solarer
> Strahlungsenergie erzeugte Elektrizität an den Netzbetreiber geliefert.
> Dies gilt - entsprechend der Regelung zur sog. kaufmännisch-bilanziellen
> Einspeisung in Abschn. 42n Abs. 1 Satz 3 UStR - unabhängig davon, wo die
> Elektrizität tatsächlich verbraucht wird und ob sich der Vergütungsanspruch
> des Anlagenbetreibers nach § 33 Abs. 1 EEG oder nach § 33 Abs. 2 EEG
> richtet. Der Anlagenbetreiber ist mit dem Betrieb der Photovoltaikanlage
> unter den allgemeinen Voraussetzungen des § 2 Abs. 1 UStG unternehmerisch
> tätig: Ist die Photovoltaikanlage - unmittelbar oder mittelbar - mit dem
> allgemeinen Stromnetz verbunden, kann davon ausgegangen werden, dass die
> Voraussetzungen des Abschn. 18 Abs. 5 Satz 1 und 2 UStR erfüllt sind."
> [...]


Der Knackpunkt war ja, daß bei zuviel Eigenverbrauch die Unternehmereigenschaft gefährdet sein könnte und man damit die Umsatzsteuer auf den Anlagenpreis nicht zurückbekommt.

Außerdem (meine private Überlegung): Der Eigenverbrauch ist ja kein Eigenverbrauch wie bei der Selbstversorgung einer Gartenhütte, wo es tatsächlich um den eigenen Strom geht. Sondern es geht darum, eine möglichst hohe Vergütung zu erzielen, und die wird dadurch am höchsten, daß man den erzeugten Strom selbst verbraucht. Die Gewinnerzielungsabsicht, die ein Unternehmer für die steuerliche Anerkennung haben muß, liegt also vor.

Oder gibt es da noch eine Unklarheit, die ich nicht bemerkt habe?

Nachtrag (eben gefunden): Schreiben des BMF

» 2. kann man den dafür nötigen zusätzlichen (4-quadranten) Zähler nicht
» kaufen, sondern muß ihn vom Energieversorger mieten (Fixkosten)


Kennst Du dafür die ca.-Preise?

» 3. ist es bei einer großen 16,5-kW-Anlage wirklich schwierig, den
» Stromverbrauch derart gut mit dem Sonnenangebot zu koordinieren, daß man
» auf nennenswerte Eigenverbrauchsanteile kommt.


» Das Argument mit dem steigenden Strompreis ist natürlich bedenkenswert ...

Es stimmt, die 30% (ab denen es sich wirklich lohnt) sind schwer zu erreichen.

Andererseits: Die Strompreis bewegen sich derzeit zwischen etwa 19 Cent (plus ca. 80,00 Euro Grundgebühr) oder 21 Cent (ohne Grundgebühr). Bei unserem Verbrauch (um die 5.500 kWh) sind das im billigsten Fall zwischen 1.100 und 1.150 Euro, bei Ökostrom teilweise sogar deutlich mehr.

Ohne Umsatzsteuer kostet der Strom also 16 Cent (plus Grundgebühr) bzw. 17,6 Cent (inkl. Grundgebühr). Das ist die gegenwärtige Größenordnung, zum Jahreswechsel müssen wir mit mindestens 1,5 Cent Erhöhung rechnen (EEG-Umlage). Und dann wären wir bereits bei etwa 18 Cent plus Umsatzsteuer.

Wenn ich nun 1 kWh erzeuge und selbst verbrauche, dann spare ich zum einen die 18 Cent für den Strombezug, zum anderen bekomme ich noch eine Förderung von 16,65 (das ist doch netto?) Cent für jede selbst verrauchte kWh, das sind zusammen 34,65 Cent - also bereits mehr als die 33,03 Cent für die normale Einspeisung. (Wobei sich das natürlich immer nur auf den Anteil des selbst verbrauchten Stroms bezieht).

» Also: Von wieviel kWh pro Jahr Stromverbrauch gehst Du aus? Ist da Luft
» nach unten drin? Mit welchen Preissteigerungen rechnest du? Lohnt sich der
» Aufwand überhaupt? Oder steckst Du Geld/Hirnschmalz/Zeit besser in was
» anderes?


Ich möchte sowohl Strom sparen als auch mehr aus der Solaranlage herausholen. Und unabhängig von den nackten Zahlen: Es macht auch irgendwie Spaß, wenn man ein wenig Einfluß auf die Vergütung hat. Im Fall des Eigenverbrauchs nicht nur durch die Entscheidung dafür, sondern auch durch zeitlich gut gewählten Betrieb der Großgeräte (Wasch-/Spülmaschine nur bei Sonnenschein laufen lassen) oder (vielleicht später) durch Zwischenspeicherung des erzeugten Stroms.

Und wenn ich diesen Spaß jetzt schon kostenneutral haben kann und in Zukunft dabei gewinnen kann, dann würde mich das reizen. Ich weiß nur nicht, ob ich nicht doch einen Denkfehler gemacht habe, da der Eigenverbrauch meist etwas kritischer gesehen wird.

Übrigens: Je mehr Strom ich spare (neue Tiefkühltruhe, die alte ist 15 Jahre alt), desto mehr zahle ich in der Regel für den Strom, komme bei Eigenverbrauch also auf etwas bessere Werte. In sofern schließt Stromsparen den Eigenverbrauch nicht aus, sondern macht ihn noch eine Kleinigkeit lohnender.

Viele Grüße

Clemens

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Inga(R)

23.10.2010, 13:14

@ Clemens

Photovoltaik - Foto unserer Anlage

» [image]
»
» Den Baum müssen wir wohl noch etwas kürzen.
»
» Viele Grüße
»
» Clemens

Warum hast du die Reihen der Module nicht weiter zusammen geschoben, dann hätte noch noch eine Reihe mehr dahin gepasst, oder?


Ja, leider müssen die Bäume drumrum leiden!

Clemens(R)

23.10.2010, 20:48

@ Inga

Photovoltaik - Foto unserer Anlage

» Warum hast du die Reihen der Module nicht weiter zusammen geschoben, dann
» hätte noch noch eine Reihe mehr dahin gepasst, oder?




Hallo Inga,

auf dem Foto ist es nicht richtig zu sehen, aber der untere Teil des Dachs hat eine andere Schräge, daher mußte hier ein Zwischenraum bleiben.

Viele Grüße

Clemens



[image]

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Altes Brot ist nicht hart - kein Brot, das ist hart

Armin(R)

E-Mail

24.10.2010, 18:55

@ Clemens

Netzeinspeisung / Eigenverbrauch ?

Hallo Clemens,
kurz zwischen Tür und Angel: ich bin jetzt erst mal ein paar Tage irgendwo in den Kuhfladen ( = offline) unterwegs, danach werde ich hoffentlich dran denken, auf Deine Antwort einzugehen.

Alles Gute

Armin

Armin(R)

E-Mail

28.10.2010, 12:04

@ Clemens

Stromverbrauch, Eigenverbrauch

Hallo Clemens,

ich bin wieder zurück aus den Kuhfladen :waving:

Bei allen möglichen Fragen zu PV-Anlagen, Einspeisung etc. frage ich einfach immer einen Bekannten, der Anlagen verkauft, projektiert und baut, Investoren zusammenbringt etc. ...
und wenn ich ihn zum Thema "Eigenverbrauch" anspreche, dann verdreht er die Augen. Daher kann ich ihn nicht mehr fragen (das wäre roh von mir), und da ich selbst kaum Bescheid weiß und mittlerweile beim Thema Juristendeutsch/Regulierungswut/Subventionen/Steuer-Paragraphen Juckreiz und Schwindelgefühle entwickle, halte ich mich da besser raus. Tut mir leid, daß ich es auf's Tapet gebracht habe:-)

» » 2. kann man den dafür nötigen zusätzlichen (4-quadranten) Zähler
» nicht
» » kaufen, sondern muß ihn vom Energieversorger mieten (Fixkosten)

»
» Kennst Du dafür die ca.-Preise?

Je nach Energieversorger unterschiedlich, ich kenne Werte so um die 6-7 € pro Monat. Wird auch teurer gehen :-D

» Ich möchte sowohl Strom sparen als auch mehr aus der Solaranlage
» herausholen. Und unabhängig von den nackten Zahlen: Es macht auch
» irgendwie Spaß, wenn man ein wenig Einfluß auf die Vergütung hat. Im Fall
» des Eigenverbrauchs nicht nur durch die Entscheidung dafür, sondern auch
» durch zeitlich gut gewählten Betrieb der Großgeräte (Wasch-/Spülmaschine
» nur bei Sonnenschein laufen lassen) oder (vielleicht später) durch
» Zwischenspeicherung des erzeugten Stroms.

Das mit dem Spaß ist ein ziemlich starkes Argument, stärker noch als das finanzielle, finde ich.
Ich muß immer schmunzeln, wenn jemand bezweifelt, daß die Verbraucher wegen ein paar Cent Ersparnis z.B. den Waschmaschinenwaschgang an die uhrzeitabhängigen Strompreise anpassen würden (einfach als Verbraucher, ohne Photovoltaik).
Vielen ist das zweifellos zu blöd, aber viele andere werden sich mit sportlichem Ehrgeiz drauf stürzen. Schließlich scheint Schnäppchenjägerei unabhängig von wirtschaftlichen Zwängen ja vielen Leuten Spaß zu machen (Jäger und Sammler?), oder selbst Tanktourismus zur 20 km entfernten Billigtanke. Und im Gegensatz zum rechenschwachen Inlands-Tanktouristen bekommst Du ja wirklich noch Geld für Deinen Spaß :-D

» Übrigens: Je mehr Strom ich spare (neue Tiefkühltruhe, die alte ist 15
» Jahre alt), desto mehr zahle ich in der Regel für den Strom, komme bei
» Eigenverbrauch also auf etwas bessere Werte. In sofern schließt
» Stromsparen den Eigenverbrauch nicht aus, sondern macht ihn noch eine
» Kleinigkeit lohnender.

Da stimmt, wenn man von vorneherein von einem recht hohen Haushaltsverbrauch ausgeht (als Voraussetzung für Eigenverbrauch). Würde das Stromsparen z.B. zu einem Jahresbedarf von unter 1000 kWh/a führen, würde das Stromsparen die ganze Eigenverbrauchsgeschichte unsinnig machen (bei einer 16,5-kW-Anlage), darauf wollte ich hinaus. 1000 kWh/a deshalb, weil das selbst für einen 4-Personen-Haushalt ein realistischer Wert ist, wenn man nur will. Wieviel Personen auch immer ihr seid: ich setze mal 4 Personen an, das ist realistischer als wochenendheimfahrender Single-Student in WG-Zimmer.

Im Winterhalbjahr in Deutschland bei bedecktem Himmel ist die Anpassung von Verbrauch auf Solarstrom eher schwierig, auch wenn die schiere Größe Deiner Anlage hierbei immerhin hilft :-D

Übrigens: Bloß weil Deine Gefriertruhe 15 Jahre als ist, braucht sie noch kein Stromschwein zu sein. Unsere ist über 15 Jahre alt und zieht bei guten 300 Litern Volumen nur runde 180 kWh/a. Angegeben wurde sie damals mit 198 kWh/a.

Heutzutage nennt man so etwas Energieeffizienzklasse A++. Gekauft haben wir sie vor ca. 6 Jahren um 10 Euro von einer Witwe, die altershalber zur Tochter gezogen ist. Wieso nur 10 Euro? Na, altes Glump, wahrscheinlich ein Stromfresser. Will doch niemand. Außer uns. Ich dachte, mir fliegt das Blech weg, als ich die genaue Typenbezeichnung gelesen habe. In den 90ern war das DIE Truhe für die damals prohibitiv teuren Inselsysteme...

Also: Messen, dann weitersehen.

Noch was zum Haushaltsstrom: Wir verbrauchen zur Zeit etwa 2.700 kWh/a, als 4-Personen-Haushalt. Darin eingerechnet sind

- eine Gefriertruhe mit rund 300 Litern, ein Gefrierschrank mit über 300 Litern
- eine Kühl-Gefrierkombination aus der Zeit vor Truhe und Gefrierschrank, ein reiner Kühlschrank tät's auch (und würde max. die Hälfte Strom brauchen)
- eine alte Spülmaschine, die 150 kWh/a mehr zieht als ne neue
- eine Glühbirnen-Lichterschlange als Wohnzimmerlicht und -heizung ;-)
- ein stromfressender Router, ein altes Fax, alter AB, alles mit ungünstigen Netzteilen
- Baumaschinen, Hobelmaschine, Bautrockner manchmal
- Babystrahler
- Elektro-Heizlüfter im Auto, damit ich morgens nicht kratzen muß im Winter
- Wäsche von kleinen Kindern, die sich regelmäßig VÖLLIG einsauen, ohne Warmwasseranschluß seit einiger Zeit
- Elektroherd (mehrere warme Mahlzeiten täglich plus Backwaren), Elektro-Wasserkocher (locker 5 l Tee/Tag)
- ein Computer auf Dauerstandby 24/7
- alte Stereoanlage mit hohem Stromverbrauch, die oft aus Versehen über Nacht an ist und auch absichtlich viel läuft
- eine Solarthermie-Anlage ohne jede Stromverbrauchs-optimierung

Um auf wesentlich mehr Stromverbrauch zu kommen, müßte ich wahrscheinlich den Gehweg elektrisch beheizen, wieder auf Elektrowasserboiler umstellen, umfangreiche Weihnachtsbeleuchtung anschaffen oder was weiß ich.

Und das alles zusammen 2.700 kWh pro Jahr. Und nun stell' dir vor, wir würden das etwas optimieren (Baustelle fertig, Gasherd plus Flötenkessel, sparsamere Geräte, wieder Warmwassernutzung bei der Waschmaschine, Carport statt Heizlüfter im Auto,...) - da wären wir nullkommanix bei der Hälfte oder so. Trotz 600 Liter Gefriervolumen. Nur mal so als Beispiel, was 4 Personen mit Gemüsegarten so an Strom benötigen :hungry:

Mir macht Stromsparen zugegebenermaßen auch Spaß, allerdings liegt dieses Hobby ;-) seit Jahren auf Eis, weil ich anderes um die Ohren habe. Sobald es mich wieder genug interessiert, gehen wir in Richtung 1500 kWh / a.
Und schon deswegen habe ich mich der Eigenverbrauchssache nicht mit vollem Herzen zugewendet. Lohnt nicht bei unserem Verbrauch.

Bin schon gespannt, wie Du Dich entscheidest, was Deine Erfahrungen sind, was die Zukunft bringt, und wann wir selbst wohl Photovoltaik auf's Dach schrauben :-P

Grüße

Armin

Clemens(R)

01.11.2010, 12:27

@ Armin

Stromverbrauch, Eigenverbrauch

» Je nach Energieversorger unterschiedlich, ich kenne Werte so um die 6-7 €
» pro Monat. Wird auch teurer gehen :-D





Hallo Armin,

schade, daß Dein Bekannter da nicht ansprechbar ist. Aber ich sehe den Eigenverbrauch eher nur bis zum 30.06.2010 als problematisch an, und da hatten sich bestimmt viele Leute falsche Hoffnungen gemacht. Seit dem 01.07. bzw. den neuen Preisen seit dem 01.10. und der erwarteten Strompreiserhöhungen scheint es jedoch besser auszusehen. Falls Dein Bekannter das von sich aus mal zur Sprache bringt, dann wäre es schön, wenn Du hierzu etwas schreiben könntest.

Dann scheint die RWE ja tatsächlich gümstig zu sein, nach dem aktuellen Stand zahle ich bei Eigenverbrauch 30,00 Euro im Jahr für die zwei Zähler. Darin enthalten sind 12,00 Euro für "Abrechnungsaufwand", weil die RWE meine Rechnung schreiben und den monatlichen Stromabschlag ausrechnen möchte. Das halte ich zwar für zweifelhaft (als Lieferant bin ich ja nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet, Rechnungen zu schreiben - es ist die Aufgabe des Unternehmers, nicht des Kunden!), aber wenn ich mir für 1,00 Euro im Monat Aufwand sparen und Problemen aus dem Weg gehen kann, dann werden wir uns wohl dafür entscheiden.

» Das mit dem Spaß ist ein ziemlich starkes Argument, stärker noch als das
» finanzielle, finde ich.
» Ich muß immer schmunzeln, wenn jemand bezweifelt, daß die Verbraucher
» wegen ein paar Cent Ersparnis z.B. den Waschmaschinenwaschgang an die
» uhrzeitabhängigen Strompreise anpassen würden (einfach als Verbraucher,
» ohne Photovoltaik).
» Vielen ist das zweifellos zu blöd, aber viele andere werden sich mit
» sportlichem Ehrgeiz drauf stürzen.


Sportlicher Ehrgeiz trifft es eher, nicht die echten Cent. Eine Anlage nur dastehen haben und 20 Jahre lang nichts beinflussen können, nur zuschauen? Andere haben gern gutes Werkzeug (obwohl es vielleicht auch weniger oder einfacheres Werkzeug täte), mich reizt Photovoltaik seit Mitte der 80-er Jahre (ich hatte damals einige Semester E-Technik studiert und wollte in der Studienarbeit etwas mit Photovoltaik machen, das ist aber an den Kosten gescheitert).

Vielleicht schließe ich auch die beiden freien Zellen noch an (derzeit für Notstrom / reinen Eigenverbrauch ohne Abrechnung). Wirtschaftlich sinnvoll wäre das, technisch ändern ließe es sich auch noch, aber erstmal wird das meine Spielwiese. ;-)

» Da stimmt, wenn man von vorneherein von einem recht hohen
» Haushaltsverbrauch ausgeht (als Voraussetzung für Eigenverbrauch). Würde
» das Stromsparen z.B. zu einem Jahresbedarf von unter 1000 kWh/a führen,
» würde das Stromsparen die ganze Eigenverbrauchsgeschichte unsinnig machen
» (bei einer 16,5-kW-Anlage), darauf wollte ich hinaus.


Das trifft einen wunden Punkt bei uns - wir haben auch in diesem Jahr wieder einen Stromverbrauch von hochgerechnet 5.600 kWh/a und wissen eigentlich nicht wieso. Aber das greife ich in einem extra Beitrag auf.

» Bin schon gespannt, wie Du Dich entscheidest, was Deine Erfahrungen sind,
» was die Zukunft bringt, und wann wir selbst wohl Photovoltaik auf's Dach
» schrauben :-P


Ich habe mich jetzt für Eigenverbrauch entschieden, nur mit dem Elektriker bin ich mir in der Ausführung nicht ganz einig. Hintergrund: Der Onkel meiner Frau hat eine Wohnung im gleichen Haus, Zähler und Sicherungen sind im selben Kasten. Ich möchte sowohl uns als auch ihn mit Eigenstrom versorgen, was im Gesetz so vorgesehen ist und vom Solar Förderverein (sfv.de) auch für Mehrparteienhäuser so vorgeschlagen wird (dort werden nur Abrechnungsprobleme angesprochen), er dagegen hält das für technisch unmöglich. Bei BHKWs ginge das, aber nicht bei Photovoltaik, so der Elektriker ! ???

Viele Grüße

Clemens

---
Altes Brot ist nicht hart - kein Brot, das ist hart

Armin(R)

E-Mail

03.11.2010, 09:47

@ Clemens

Baum kürzen?

Hallo Clemens,
» Den Baum müssen wir wohl noch etwas kürzen.

welchen Baum? Ist da ein großer Baum, von dem man nur den Schatten sieht? Ich erkenne es nicht recht. Hat derjenige, der die Anlage projektiert hat, einen zu erwartenden Minderertrag durch den Baum ausgerechnet?

Hintergrund der Frage: Haupternte an Solarstrom ist im Sommer, wenn die Sonne hoch steht. Morgens und abends kann ein Baum natürlich trotzdem ein wenig stören. Allerdings schätzt man die Verluste gerne mal höher ein, als sie sind. Vielleicht stört der Baum also (noch?) nicht.

Grüße

Armin

Bederich(R)

E-Mail

03.11.2010, 10:50

@ Armin

Baum kürzen?

» Allerdings schätzt man die Verluste gerne mal höher ein, als
» sie sind. Vielleicht stört der Baum also (noch?) nicht.

Hallo Armin,
das kommt darauf an ob die Module in reihe, parallel oder Stränge parallel geschaltet sind.
http://www.bildl-solar.de/html/ertragswert.html

Schönen Gruß
Bederich

Armin(R)

E-Mail

03.11.2010, 12:39

@ Bederich

Baum kürzen?

Hallo Bederich,
» » Allerdings schätzt man die Verluste gerne mal höher ein, als
» » sie sind. Vielleicht stört der Baum also (noch?) nicht.
»
» Hallo Armin,
» das kommt darauf an ob die Module in reihe, parallel oder Stränge
» parallel geschaltet sind.
» http://www.bildl-solar.de/html/ertragswert.html

da hast Du natürlich auch wieder recht :-)

Ich erleb's nur immer wieder, daß die Leute *sehr* kritisch auf's Dach gucken, wenn mal spätabends im Herbst ein Schatten auf die Module fällt, auch wenn die schon fast Feierabend haben. Die meiste Musik spielt nun mal im Hochsommer, zumindest für den Einspeiser...

Huhu, Clemens, was sagst Du dazu? Reihe, parallel, Stränge?

Danke und Gruß,

Armin

X(R)

08.11.2010, 02:15

@ Clemens

Stromverbrauch, Eigenverbrauch

Hallo,
möchte mich zunächst bei Armin für seine Ausführungen bzgl. Kühlschrank bedanken. Es ist tatsächlich so, dass der Energieverbrauch nur von der Isolierung abhängt. Nehme ich also einen mit 4 cm und packe aussen noch mal 4 cm darum, so sollte der Verbrauch auf ca.25 % sinken.

In der Praxis bekomme ich hinten diese Isolierung selten hin, allerdings habe ich meine 4 Kühlmöbel derart isoliert und bin mit dem Resultat mehr als zufrieden.

Es braucht also KEIN neuer Kühlschrank gekauft werden! Das schont Umwelt und Geldbeutel.

Zur Stomverteilung:
Clemens müsste als EINZIGER Vertragsparner gegenüber der EVU's auftreten und den Strom weiter verteilen.

Dazu sind zwei Fragen zu klären:
1. Wäre das "legal"?
2. Reicht EIN Standartanschluss für alle daran angeschlossenen Haushalte aus? Es kann also KEIN Durchlauferhitzer betrieben werden, wohl aber Boiler während der Sonnenstunden aufgeheizt werden, was natürlich energetisch auch Schwachsinn wäre. Zudem bekäme man über einen Zweitarifezähler auch in den Nachtstunden günstigen Strom.

Natülich wäre auch beides kombinierbar. ;-)

Es gäbe auch eine andere Methode der "Stromverteilung", die ich hier aus naheliegenden Gründen nicht weiter erörtern will.

Es gibt im geweblichen Bereich auch einen Tarif wo aber einmal in einem bestimmten Zeitraum eine Mindestleistung über mindestens eine Stunde konstant abgemommen werden müssen.
LG.

Clemens(R)

09.11.2010, 12:32

@ Armin

Dachbelegungsplan

» Ich erleb's nur immer wieder, daß die Leute *sehr* kritisch auf's Dach
» gucken, wenn mal spätabends im Herbst ein Schatten auf die Module fällt,
» auch wenn die schon fast Feierabend haben. Die meiste Musik spielt nun mal
» im Hochsommer, zumindest für den Einspeiser...
»
» Huhu, Clemens, was sagst Du dazu? Reihe, parallel, Stränge?





Hallo Armin,

sorry, daß ich erst heute antworte.

Hier der Dachbelegungsplan:

[image]

Die unterste Reihe (String 4) hat eine andere Dachneigung als die anderen Stränge und ist an einen komplett anderen Eingang des Wechselrichters angeschlossen (er hat extra 2 getrennte Eingänge, damit man verschiedene Dächer kombinieren kann).

String 1-3 haben je 19 Module, String 4 besteht aus 15 Modulen (inkl. den 2 Modulen zwischen "1-" und "2-", auf dem Bild schlecht erkennbar). Hinzu kommen noch 2 Module, die nicht an den Wechselrichter angeschlossen sind.

Das Haus hat eine Fehlstellung von 60 Grad nach Osten, der Schatten fällt bei tiefer Sonne ggf. auf die 3-4 Module links in der untersten Reihe. Sollte auch Schatten auf den höher gelegenen String 3 fallen, wäre der Baum dort problemlos zu schneiden. Aber auch für die unterste Reihe warte ich erstmal ab, ob der Schatten bzw. der Minderertrag wirklich nennenswert ist.

Viele Grüße

Clemens

---
Altes Brot ist nicht hart - kein Brot, das ist hart

case(R)

NRW,
16.12.2010, 02:38

@ Clemens

Photovoltaik - Die Anlage ist auf dem Dach

Hi Clemens,

vielleicht etwas verspätet, aber habs grad erst gesehen. Meine gaaanz herzlichen Glückwünsche zur neuen Solaranlege !!!

Wow, was für ein Teil !

Ich weiss noch, wie wir vor längerer Zeit darüber sprachen und ich danach im Kopf hatte "der sollte sich von der Ost-West-Ausrichtung nicht ins Bockshorn jagen lassen". Und jetzt hast Du's auf dem Dach. Klasse!

Und was die Eigenverbrauchs-Diskussion angeht: Man muss nutzen, was sich an Subventionsmöglichkeiten derzeit bietet, angesichts der derzeit laufenden Kürzungsbemühungen von Strom-Lobby-höriger Seite aus ist es gut, das es über den Eigenverbrauch noch ein Schlupfloch gibt. Aber wieauchimmer, das Entscheidende ist: In einigen jahren wird sich das Ding selbst abbezahlt haben und dann hast Du auf dem Dach die Power, um Deinen ganzen Haushalt (und noch darüber hinaus) mit Strom versorgen zu können, das ist, was m.E. zählt.

Und das hat meiner Meinung nach auch viel mit Selbstversorgertum zu tun. Eigenes Gemüse anbauen ist eine Sache, aber die jährlichen Energiekosten sind (zumindest bei mir) noch um Einiges höher als die Gemüsekosten.

Selbstversorgung findet eben auf mehreren Ebenen statt, das war für mich eine wichtige Erkenntniss.

Und eins führt zum anderen. Ich bin jetzt gerade dabei, den ersten Winter Erfahrungen mit unserer neuen Holzheizung zu sammeln, die erste Tonne selbstgehacktes und gespaltenes Brennholz ist bereits verheizt.

Jetzt beschäftigt mich momentan sehr das Thema: "Wie kann ich möglichst (kosten-)effizient unsere Hütte dämmen", damit die schöne Wärme nicht einfach so durchs Fenster oder durch die Wand rausgeht. So kommt eins zum anderen.

Aber ich schweife ab, wollte eigentlich bloß ein kurzs Statement ablassen, dass es mich freut, das Du das mit der Solaranlage jetzt umgesetzt hast.

Liebe Grüße,
Case

case(R)

NRW,
16.12.2010, 02:45

@ Clemens

Photovoltaik - Die Anlage ist auf dem Dach

PS: Und bin mal gespannt, auf was für einen Ertrag Du kommst, immerhin dürfte bei uns die Einstrahlungsmenge ja ähnlich sein. Ich hab bei mir für unsere erste Anlage, die ja auch Ost-Ausrichtung hat einen Daumenwert von 770KWh/a über 4 Jahre er- bzw. ge-mittelt. Wenn das bei Dir auch zuträfe kämst Du bei 16.5 KWp auf satte 12705 KWh im Jahr ! Ich glaube aber, dass es sogar noch mehr sein könnten, denn immerhin hast Du ja Panels einer neueren und damit effizienteren Generation.

Na, ich finds auf jedenfall spannend, was da die nächsten jahre bei Dir so rauskommt.

Gruss, Case

Clemens(R)

21.12.2010, 17:31

@ case

Photovoltaik - Die Anlage ist auf dem Dach

» Ich weiss noch, wie wir vor längerer Zeit darüber sprachen und ich danach
» im Kopf hatte "der sollte sich von der Ost-West-Ausrichtung nicht ins
» Bockshorn jagen lassen". Und jetzt hast Du's auf dem Dach. Klasse!




Hallo Case,

schön, mal wieder etwas von Dir zu hören

Offizielle Einweihung der Anlage ist übrigens erst am Donnerstag, denn bisher ist die Anlage noch nicht ans Netz angeschlossen. Wir wollten erst unseren Onkel mit unserem Strom versorgen (wir hätten die 30% Eigenverbrauch erreicht und er die Grundgebühr gespart), aber sein Strom kam immer von der RWE, und das mit Solar, das ist ihm nicht so geheuer ... - okay, bevor er nachher doch noch unglücklich ist, wollte ich ihn nicht überreden, aber der Elektriker hatte nicht verstanden, daß ich auf jeden Fall nach Eigenverbrauch abrechnen will, und so mußten wir jetzt noch auf den speziellen Zähler warten, da der nur von der RWE kommen kann.

» das es über den Eigenverbrauch noch ein Schlupfloch gibt. Aber
» wieauchimmer, das Entscheidende ist: In einigen jahren wird sich das Ding
» selbst abbezahlt haben und dann hast Du auf dem Dach die Power, um Deinen
» ganzen Haushalt (und noch darüber hinaus) mit Strom versorgen zu können,
» das ist, was m.E. zählt.


Ich fürchte auch, daß die (bis jetzt noch vorhandene) Wechselmöglichkeit zwischen normaler Einspeisung und Eigenverbrauchsabrechnung abgeschafft werden könnte, daher habe ich meine Frau auch überzeugt, das jetzt schon machen. Der Elektriker hätte es wohl lieber anders gehabt, denn diese Lösung ist für ihn noch weitgehend Neuland ("Das macht noch niemand so" - und mit diesem Argument bleibt das auch lange so, weil die meisten abgeschreckt werden).

Aber willst Du nicht mal vorbeikommen und Dir die Anlage im Betrieb ansehen? Ich würde mir gerne auch mal Deine ansehen.

» Jetzt beschäftigt mich momentan sehr das Thema: "Wie kann ich möglichst
» (kosten-)effizient unsere Hütte dämmen", damit die schöne Wärme nicht
» einfach so durchs Fenster oder durch die Wand rausgeht. So kommt eins zum
» anderen.


Das solltest Du nochmal in einem extra Thread ansprechen, denn das interessiert bestimmt viele. Und es gibt auch einzelne Seiten, die die übliche Dämmung sehr kritisch bewerten, aber ich weiß nicht so recht, was davon zu halten ist. Wir müssen uns auch jeden Fall noch etwas um die Zugluft kümmern, denn die hat sich jetzt sehr störend bemerkbar gemacht.

Viele Grüße

Clemens




P.S.: Was macht die Pilzzucht? Ich habe Deinen Stand lange nicht mehr gesehen.

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Altes Brot ist nicht hart - kein Brot, das ist hart

SchlemmerSchl

30.12.2010, 11:35

@ case

Photovoltaik - Die Anlage ist auf dem Dach

» PS: Und bin mal gespannt, auf was für einen Ertrag Du kommst, immerhin
» dürfte bei uns die Einstrahlungsmenge ja ähnlich sein. Ich hab bei mir
» für unsere erste Anlage, die ja auch Ost-Ausrichtung hat einen Daumenwert
» von 770KWh/a über 4 Jahre er- bzw. ge-mittelt. Wenn das bei Dir auch
» zuträfe kämst Du bei 16.5 KWp auf satte 12705 KWh im Jahr ! Ich glaube
» aber, dass es sogar noch mehr sein könnten, denn immerhin hast Du ja
» Panels einer neueren und damit effizienteren Generation.
»
» Na, ich finds auf jedenfall spannend, was da die nächsten jahre bei Dir so
» rauskommt.
»
» Gruss, Case


Na toll, sieht ja gut aus. Ich möchte mir in der nahen Zukunft auch Solar Anlage besorgen. Wo fängt man da eigentlich am besten an? Ich weiß, Anfänger frage. Aber es würde mich interessieren.

Clemens(R)

01.01.2011, 20:51

@ SchlemmerSchl

Photovoltaik - Die Anlage ist auf dem Dach

» Na toll, sieht ja gut aus. Ich möchte mir in der nahen Zukunft auch Solar
» Anlage besorgen. Wo fängt man da eigentlich am besten an? Ich weiß,
» Anfänger frage. Aber es würde mich interessieren.




Hallo,

die wichtigste Frage ist, ob Du ein ausreichend großes Dach zur Verfügung hast, auf das Du langfristig die Photovoltaikanlage bauen kannst.

Am besten dürfte es sein, Du suchst Dir erstmal irgendeinen Solarbauer in der Nähe und bittest ihn um ein Angebot, dann hast Du schon mal eine Größenordnung. Wenn Dir das sinnvoll erscheint, dann kannst Du Dich um die weiteren Details kümmern.

Generell solltest Du Dich bald darum kümmern, denn die Einspeisevergütung wird weiter sinken. Die Vergütung, die Du bei Inbetriebnahme zugesagt bekommst, ist dann aber für 20 Jahre garantiert.

Viele Grüße

Clemens

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Altes Brot ist nicht hart - kein Brot, das ist hart

Autarkie-Oldie(R)

21.02.2015, 11:51
(editiert von Autarkie-Oldie, 21.02.2015, 12:11)

@ Clemens

Photovoltaik - Die Anlage ist auf dem Dach

Frage:

warum hast Du als Selbstversorger die Anlage nicht selbst installiert?

Ab Ende der Neunziger, bis so Mitte des letzten Jahrzehntes haben wir auch die allermeisten Anlagen montiert - Geld spielte ja kaum eine Rolle. Die Gewinne von Kunden und uns waren riesig.

Aber seit ca. 10 Jahren installieren die allermeisten Kunden ihre Anlagen selbst, solange keine extrem hohen oder steilen Dächern.

Zu damaliger Zeit wurde die Montage mit ca. 100 bis 500 Euro/kWp abgerechnet - also bei Euch doch sicherlich Richtung 5.000 Euro. Wenn weniger, dann wurde es bei der Anlage kassiert...

Habe mal geschaut, um den obigen Zeitraum lag eine Anlage dieser Größe bei uns, je nach Modul-Art zwischen 2.200 und 2.800 Euro je kWp netto frei Haus. Gute Amortisationszeiten lagen bei 5 Jahren, Schlechte bis 13 Jahre. Heute liegt so etwas nur noch bei 900 - 1.500 Euro je kWp - die Amortisation dauert dennoch ein wenig länger.

Der Selbstbau ermöglicht nicht nur das Einsparen der Montagekosten, sondern auch günstigere Bezugspreise, freie Komponenten-Auswahl (No China) und vor allem mehr Spaß und Verständnis für die eigene Anlage. Lediglich für den Anschluss bedarf es dann des örtlichen Elektrikers.

Selbstbau von Solarstrom-Anlagen

Ob kleines Dach oder großes Dach - die Unterschiede sind marginal, weil es kaum noch Mengenstaffeln gibt. Aber eine Montage ist, wegen des grundsätzlichen Einrüstungs-Aufwand, bei einer kleineren Anlage natürlich im Verhältnis teurer.

Mittlerweile weiß man auch, dass nicht nur in den Anfangs-Tagen, sondern gerade auch in dieser, damaligen Hype-Zeit (wegen Mutti Merkel), viele Anlagen elektrisch und mechanisch (statisch) eher mangelhaft ausgeführt wurden. Schuld war die Hektik, der beginnende Preisdruck und die vielen neuen Quereinsteiger...

Ich konnte keinerlei Daten zur Anlage finden (Module, WR, Kabelstärke, Gestell,...)

Wie sehen die Erträge für die Kalenderjahre aus?

Clemens(R)

22.02.2015, 22:50

@ Autarkie-Oldie

Photovoltaik - Die Anlage ist auf dem Dach

» warum hast Du als Selbstversorger die Anlage nicht selbst installiert?




Hallo,

ich kümmere mich gern um Garten etc. und sehe auch zu, mehr handwerkliches zu lernen, aber bei Dach habe ich doch Respekt. Da geht es ja nicht nur um meine Sicherheit, sondern auch um die Frage, ob das Dachgerüst stabil genug ist für die Anlage. Was ist, wenn das Dach nachher nicht mehr ganz dicht ist? Und das Üben wollte ich nicht mit einer so großen Anlage beginnen.

» Zu damaliger Zeit wurde die Montage mit ca. 100 bis 500 Euro/kWp
» abgerechnet - also bei Euch doch sicherlich Richtung 5.000 Euro. Wenn
» weniger, dann wurde es bei der Anlage kassiert...
»
» Habe mal geschaut, um den obigen Zeitraum lag eine Anlage dieser Größe bei
» uns, je nach Modul-Art zwischen 2.200 und 2.800 Euro je kWp netto frei
» Haus. Gute Amortisationszeiten lagen bei 5 Jahren, Schlechte bis 13 Jahre.
» Heute liegt so etwas nur noch bei 900 - 1.500 Euro je kWp - die
» Amortisation dauert dennoch ein wenig länger.


Bei der Anlage spielte die Aussicht auf Gewinn nur eine untergeordnete Rolle. Denn wenn Gewinn kommt, dann kommt er bei unserer Anlage erst relativ spät, da die Ausrichtung schlecht ist (60 Grad zu weit nach Osten). Die Solarfirma hatte auch ausdrücklich gesagt, daß die Ausrichtung grenzwertig ist und sich die Anlage erst in 11 bis eher 13 Jahren rentieren würd. Wir betrachten die Anlage aber nicht nur als Gewinnobjekt, sondern auch als sichere Geldanlage. Wir hatten das Geld verfügbar, bei Fonds oder sonstigen Anlagen waren wir eher skeptisch, und so spielte auch die Sicherheit der Geldanlage eine Rolle. Und verbunden mit meinem schon laneg bestehenden Interesse an PV haben wir es dann gemacht.

Kurzer Hintergrund: Ich habe erst Anfang 2009 geheiratet, das Haus ist das von meiner Frau runderneuerte Haus ihrer Großeltern, ein gut 200 Jahre altes Fachwerkhaus. Ende 2010 kam die Anlage aufs Dach. Der Onkel meiner Frau, der hier sein Altenteil hat, hat uns ohnehin für verrückt erklärt - auch das war mit Grund dafür, die Installation einer Firma zu überlassen. Damit uns nur noch das Sonnenrisiko bleibt, nicht das Baurisiko.

Wenige Wochen zuvor hatten wir schlechte Erfahrungen mit anderen Handwerkern gemacht, sie haben sehr langsam gearbeitet. Wir hätten den Aufbau auf Stundenbasis vornehmen lassen können, haben uns aber dann entschieden, lieber genau zu wissen, was uns der Spaß kostet, statt ein Risiko einzugehen. Okay, heute weiß ich, wie extrem schnell die Handwerker waren, die Montage war also ein gutes Geschäft für die Solarfirma. Aber ich jammere da nicht, es war damals zwar ein Fehler, aber dafür hatten wir die klare Kalkulation, die wir damals wollten.

» Der Selbstbau ermöglicht nicht nur das Einsparen der Montagekosten,
» sondern auch günstigere Bezugspreise, freie Komponenten-Auswahl (No China)
» und vor allem mehr Spaß und Verständnis für die eigene Anlage. Lediglich
» für den Anschluss bedarf es dann des örtlichen Elektrikers.


Wir haben uns für Module von SCHOTT entschieden, installiert sind 16,5 KW PV-Leistung mit einem 15 KW-Wechselrichter von SMA (Sunny Tripower). Für den Wechselrichter hatten wir letzes Jahr einen Garantiefall, der Austausch wurde innerhalb weniger Tage vorgenommen.

» Mittlerweile weiß man auch, dass nicht nur in den Anfangs-Tagen, sondern
» gerade auch in dieser, damaligen Hype-Zeit (wegen Mutti Merkel), viele
» Anlagen elektrisch und mechanisch (statisch) eher mangelhaft ausgeführt
» wurden. Schuld war die Hektik, der beginnende Preisdruck und die vielen
» neuen Quereinsteiger...


Mechanisch hatten wir überhaupt keine Probleme, auch beim Dach nicht. Die Firma, mit der der Solarteur da zusammenarbeitet, hat gute Arbeit geleistet.

Die Solarfirma gab es damals schon über 10 Jahre, sie beschäftigt sich ausschließlich mit PV. Wir hatten zwei Konkurrenzangebote, aber die anderen Firmen waren zum einen etwas teurer, zum anderen boten sie PV nur als Teil ihres Gesamtangebots an (das eine war eine Heizungs-/Wasserinstallationsfirma). Hauptgrund, uns für den Anbieter zu entscheiden, war, daß er das seit 10 Jahren ausschließlich macht, also auch mehr auf seinen Ruf im Bereich PV angewiesen ist (lokale Fachfirma).

» Ich konnte keinerlei Daten zur Anlage finden (Module, WR, Kabelstärke,
» Gestell,...)


Kabel kann ich jetzt nicht sicher sagen. Ich hatte das jedenfalls angesprochen, bevor wir den Endpreis hatten. Daß ich nicht am Kabel sparen möchte. Mir wurde versichert, daß man zwar noch dickere Kabel verwenden könne, das aber nichts mehr bringen würde.

» Wie sehen die Erträge für die Kalenderjahre aus?

Im letzten Jahr (2014) hatten wir 14.406 kWh Ertrag, davon konnten wir 4.194 kWh selbst verbrauchen (29,1%). Die älteren Werte suche ich die Tage raus.

Viele Grüße

Clemens

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Altes Brot ist nicht hart - kein Brot, das ist hart

Autarkie-Oldie(R)

23.02.2015, 07:04

@ Clemens

Photovoltaik - Die Anlage ist auf dem Dach

Nun, Du hattest wenigstens deutsche Markenware genommen (auch wenn das im Falle des zum Ausstieg gezwungenen Modulherstellers heute nicht mehr als wichtig erscheinen mag...) Meist wird da dann auch gespart und gar "NoName-China" genommen.

Interessenten, denen es nicht auf eine absolute Gewinn-Maximierung ankommt, haben wir leider seit vielen Jahren nicht mehr. Die Woche wollte einer gar, bei der Variante mit zusätzlicher Batteriebank, einkalkuliert haben, wieviel er später noch für seine alte Batteriebank beim Schrotthändler bekommen könnte. Ich lehnte komplett ab. Taschenrechner-Tricks führen schnell zu Ärger.

Natürlich schaut man sich ein Dach vorher an, wie die Ziegel sind. Da die aber nicht betreten werden, geht da eigentlich nichts zu Bruch. Im Gegenteil, viele Kunden, die eigentlich vorher neu eindecken wollen, können sich das sparen, weil die 20 - 40 Jahre alten Ziegel unter einer vollständigen Moduldecke praktisch "konserviert" werden (kein UV, kein Wind, kein Wasser,...)

Ob Selbstbau oder Solarteur, SMA reagiert immer vorbildlich und heutzutage ist ein Garantiefall sehr selten. Von 1000 Anlagen werden es gerade mal 10 Stück gewesen sein. Vor allem früher.

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