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Armin(R)

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04.05.2016, 15:38
 

Erdäpfelpyramiden/Mörtelwannen 2016, plus Wurzelgemüse-Pyramide, und Hochbeete (Erfahrungsberichte)

Hallo alle,
da es die Pyramidenmethode letztes Jahr nicht geschafft hat, besser abzuschneiden als einfache erdgefüllte Mörtelwannen, werde ich den Versuch nicht einfach wiederholen.
Siehe
Erdäpfelpyramide Versuch 2015

Aber ich habe wieder 2 Pyramiden aufgebaut. Nachdem die Holzteile schon mal 'rumliegen ;-) ... außerdem sind die Pyramiden wühlmausdicht. Das ist bei uns wichtig.
Die Pyramiden sind 4-stöckig. Erste Ebene 25 cm hoch, alle anderen je 20 cm hoch. Wühlmausgitter unten drin, Pyramiden-Grundfläche genau 1,00 Quadratmeter netto.
Also reine Erdfläche 1m², plus Bretter außen rum. Brutto nehmen die Pyramiden 1,10mx1,10m=1,21m² Gartenfläche weg, weil die untersten Bretter 5 cm dick sind. Abfälle von der Baugerüst-Reparatur.:-)

Okay:

1. Pyramide
Ganz klassisch mit 4 Kartoffeln je Ebene bestückt, zusammen also 16. Wahrscheinlich waren es vorjährige Frühkartoffeln "Frieslander".:confused:
Ich habe die Kartoffelerde vom Vorjahr wieder benutzt um zu sehen ob das Probleme macht. Ich habe lagenweise folgendes dazugegeben:
-Rasenschnitt
-Urgesteinsmehl, Algenkalk, Oscorna Bodenaktivator, Holzasche
-etwas Hornspäne, und ein Blut-/Kochenmehl das ich geschenkt bekommen hatte


2. Pyramide
Viel dichter besetzt:
In der untersten Ebene jeweils 3 Kartoffeln je Dreieck (4,17 Quadrat-Dezimeter je Kartoffel), zusammen also 12.
In der 2. Ebene 2 Kartoffeln je Dreieck (3,13 Quadrat-Dezimeter je Kartoffel), zusammen also 8.
In der 3. Ebene eine Kartoffel je Dreieck, wie üblich (3,13 Quadrat-Dezimeter je Kartoffel), zusammen also 4.
In der obersten Ebene 4 Kartoffeln auf's Quadrat verteilt (3,13 Quadrat-Dezimeter je Kartoffel).
Hört sich kompliziert an, ist aber ganz einfach so: Bei einer Kartoffelpyramide werden normalerweise die Kartoffeln in den obersten Ebenen viel dichter gesetzt als in den untersten. Das Vorjahres-Experiment hat aber gezeigt, daß die Ernte pro Fläche mit dichterem Besatz deutlich steigt.
Also stecke ich die Setzkartoffeln in den unteren 2 Etagen einfach auch dicht.
Ergebnis: Eine Kartoffelpyramide mit 12+8+4+4=28 Setzkartoffeln pro Quadratmeter.
Erdmischung wie oben.

Als Setzkartoffeln habe ich vorjährige Lagerkartoffeln "Agria" verwendet". Im Durchschnitt waren sie etwas mehr als zwetschgengroß. Ungewöhnlich klein also.


Ich habe dieses Jahr keine gekauften Setzkartoffeln verwendet, sondern vorjährige ausgetriebene Kartoffeln. Mal schauen wie das klappt.
Außerdem habe ich wie gesagt die Kartoffelerde vom Vorjahr gnadenlos wiederverwertet, plus Bodenverbesserer. Genau so wie es ein Hinterhofgärtner auf betonierter Fläche mit Kartoffelpyramiden vielleicht auch machen würde.

Abgesehen davon werde ich wieder ein paar Mörtelwannen füllen, sobald die Wiese wieder trocken ist und ich den "Rasen" mähen kann.;-)
Wenn ich schon die Kartoffelerde vom Vorjahr wiederverwerte, dann auch mit Rasenschnitt drin.

Die 3. Pyramide werde ich dieses Jahr mit Wurzelgemüse einsäen. Hauptsächlich Karotten, die ich auf etwa 4-5 cm Abstand rundum ausdünnen werde. Vielleicht auch noch Pastinaken in ein oder 2 Ebenen. In einem normalen Beet wären die Wühlmausverluste sonst untragbar. Mit etwas Glück ernten wir ein paar hundert (!) ordentliche Karotten von einem einzigen Quadratmeter, und ohne jegliches Jäten.:ok:


Dieses Jahr geht auch endlich das erste richtig gut gemachte Hochbeet in Betrieb:
Schmales Fundament aus 10 Stück zusammenbetonierten Betonrandsteinen zu je 1,99€ und 3 oder 4 Sack Estrichbeton.
19 mm verzinktes Sechseckgeflecht (Hasendraht) unten drin. Bei unserem kalkigen Boden sollte der Draht lange halten.

Kasten aus Douglasien-Rauhspund Nut&Feder, den ich mit wasserfestem Holzleim D4 (das ist harmloser Weißleim) zu Leimholz verleimt habe.
Für den Rauspund habe ich 9€/m² bezahlt, also 12 €/m² incl. 25% Ausschuß.
Die Bretter werde ich nach dem Verleimen mit der Lötlampe abflämmen (vor allem am Hirnholz) und danach die spätere Außenseite mit meinem Standard-Holzschutz behandeln:
Zu gleichen Teilen Kiefernteer (aus Wurzelstöcken destilliert), Balsamterpentin (auch aus Kiefer destilliert) und Leinöl. Hat mich zusammen etwa 6€/Liter gekostet und ist ein tolles Produkt.

In den Ecken 10 verzinkte Stahlwinkel, unten 6 verzinkte Lochbleche, die sich gegen das Betonfundament abstützen.

Innen wird der Kasten mit geschenkter EPDM-Teichfolie ausgeschlagen (bei einem riesigen Garten-Landschaftsbauprojekt übriggeblieben). Ansonsten würde ich Firestone Pondguard Teichfolie kaufen, die müßte so etwa 10€/m² kosten.

Oben am Hang sind die Holzwände 40 cm hoch, unten 60 cm. Hanglage halt. Jupp, das sind mehr als 15% Steigung:-D
Innenmaße 4,00mx1,25m=5,00m²

Das Hochbeet wird dieses Jahr mit Kohl bepflanzt, und mit der Erde vom vorjährigen Frühkartoffel-Hochbeet gefüllt. Das ist nach guten 10 Jahren auseinandergefallen. Für ein Beet aus wurmstichigem Abrißholz nicht schlecht.:-D

Geplant ist Grünkohl, Wirsing und Rosenkohl, plus Kohlrabi in den Lücken.
In einem solchen Hochbeet kann man den Wirsing und Grünkohl auf 40 cm Abstand setzen, nur beim Rosenkohl empfiehlt sich 50 cm. Kohlrabi auf 15 cm Abstand. Paßt also ganz schön was rein in die 5 m².
Z.B. 6 Rosenkohl, 10 Grünkohl, 14 Wirsing und viele Kohlrabi.
Vor vorjährigen Grünkohl haben wir vor 3 Wochen noch geerntet! Super Pflanze für Selbstversorger.

Ich hoffe, daß ich dieses Jahr trotz der ganzen anderen (Bau-/Auto-)Arbeiten noch dazu komme, mindestens ein weiteres Hochbeet aufzubauen.
In den folgenden Jahren möchte ich von diesem Hochbeet-Typ insgesamt 18 Beete bauen, plus 3 größere flachere (je 10m², max. 30 cm hoch) für Getreideversuche, Sonnenblumen, Markstammkohl oder ähnliches.

Und was habt ihr dieses Jahr so vor? :-P

Armin(R)

E-Mail

12.05.2016, 21:43

@ Armin
 

Korrektur: Pflanzabstand Karotten in der Pyramide, und Grünkohlernte

Hallo alle,
bei der Wurzelpyramide oben ist mir ein Fehler unterlaufen:
Der Pflanzabstand für Karotten in Tiefkultur beträgt 6-7,5 cm rundum (nicht 4-5 cm, das wäre für Rettiche). Aber die erste Ebene einer Pyramide, die auf einem festen Boden steht (Hinterhof) hat halt nur 25 cm Substratstärke, also nicht Tiefkultur.
Natürlich hätte ich einfach den verdichteten Boden darunter eine Grabgabel tief lockern können, aber das ist nicht der Sinn des Experiments. Ich will ja gerade wissen wie die reine Pyramide funktioniert.
Andererseits kann bei einer Pyramide ja das Kraut seitlich raushängen, also kann man schon recht eng setzen. Als Kompromiß nehme ich für die erste Ebene daher den oberen Wert.

Also werde ich in der untersten Ebene einen Pflanzabstand von etwa 7,5 cm wählen: etwa 21 Karotten pro Ecke oder 84 Karotten insgesamt in der ersten Ebene.
In der 2. Ebene (echte Tiefkultur) werde ich sie auf 6 cm Abstand setzen bzw. ausdünnen.
In der Tiefkultur arbeitet man fast immer mit Setzlingen. Nutzt das Beet besser aus und ermöglicht auch, etwaige Lücken zu schließen.

Das gibt dann nochmals 15 Karotten je Ecke bzw. 60 Stück in der zweiten Ebene.

Darüber dann noch ein paar Pastinaken:
In die 3. Ebene werde ich insgesamt 24 Pastinaken quetschen können, in die 4. Ebene 25.

Wenn alles gut geht (haha) ernte ich also über 140 Karotten von den untersten 2 Ebenen. Plus fast 50 Pastinaken als Suppengemüse zum Einfrieren/Einlagern.

Die Kinners haben das mit den eng gesetzten Karotten im Gefäß schon mal vor 2 Jahren probiert in einer alten Holzwanne (gute 25 cm tief Erde), zwischen Blumen. Gab schöne Karotten :-)

Der Grünkohl? Einen hatte ich noch übersehen. Den haben wir heute vollends geerntet und gleich geschmort und verspeist. War noch richtig gut. Die Pflanzen haben anstandslos den ganzen Schmuddelwinter durchgehalten (während wir gelegntlich geerntet haben) und in letzter Zeit noch frisch getrieben. Ab und zu habe ich Blütenansätze ausgeknipst. Aber jetzt - Mitte Mai - ist einfach Schicht im Schacht für Grünkohl. Der wird sonst zäh.

Also Berichtigung: Grünkohl hält bis MITTE Mai.

Armin(R)

E-Mail

14.11.2016, 12:41

@ Armin
 

Ergebnisse 2016: Erdäpfelpyramiden/Mörtelwannen/Freiland

Hallo alle,

da ich heute die letzten Kartoffeln geerntet habe (!), hier die Ergebnisse.

1. Kartoffelpyramide mit vorjährigen Frühkartoffeln Frieslander, Details siehe oben:
6.553 g (pro Quadratmeter, da genau 1m² Grundfläche)

2. Kartoffelpyramide mit vorjährigen Lagerkartoffeln Agria, dichter besetzt als üblich, Details siehe oben:
13.320 g (pro Quadratmeter, da genau 1m² Grundfläche)

3. Pyramide mit Wurzelgemüse: Totaler Reinfall. Ich habe keine Pastinakensamen bekommen und alles mit Karottensamen eingesät, aus einem Päckchen das ich im Vorjahr schon geöffnet hatte. Ich habe zwar die Keimschutzverpackung im Vorjahr gleich wieder zugeklebt und die Samen kühl gelagert, aber die Keimrate war ziemlich genau 0%. Obwohl ich in jede Saatstelle mindestens 4 Samen reingekrümelt habe.

Mörtelwannen:
Dieses Jahr 7 Stück, die ich mit schwerem Boden vom Hochbeetaushub/Wegebau gefüllt habe, plus einigen Zuschlagstoffen und Grasschnitt/Brennnesselkraut.
In jede Wanne mindestens 6 relativ schöne vorjährige Kartoffeln (Sorte keine Ahnung), bei sehr kleinen, verschrumpelten Kartoffeln habe ich auch mal viel mehr reingelegt.
Danach gemulcht mit Rasenschnitt. Ab und zu gegossen.
Nicht gejätet/gehackt/angehäufelt.

Ergebnisse waren dieses Jahr nur zwischen 1,62 und 2,3 kg pro Wanne, im Durchschnitt 1,8 kg/Wanne.
Da jede Wanne etwa 0,35 m² hat, haben die insgesamt 12.578 g Kartoffeln im Schnitt 5,13 kg/m² gebracht.
Im Vergleich zum Vorjahr enttäuschend. Vielleicht waren die Setzkartoffeln überwiegend Frühsorte, wer weiß...
Allerdings hatte ich keine Arbeit unterm Jahr, und die verbesserte Erde die beim Auskippen aus den Wannen herauskam war einfach nur spektakulär gut.

Spontanes Schrottbeet: ;-)
Nachdem ich im Gemüsebeet alles gesät und gepflanzt hatte, war diesmal spät im Jahr noch ein Stückchen mit 1,35 m² übrig, und ich hatte einfach keine Setzlinge mehr und auch keine Ahnung, was dort halb unter der riesigen Linde im Halbschatten mit ihren Wurzeln überall noch gedeihen würde.
Also habe ich - bevor es verunkrautet - einfach wieder das selbe gemacht wie im Vorjahr: Kartoffeln rein und mulchen. Ich habe schnell grob umgegabelt, den sprichwörtlichen Kehricht aus dem Kartoffellager reingelegt und alles mit Erde bedeckt und mit Grasschnitt gemulcht. Die Kartöffelchen waren meist etwa so groß wie Tafeltrauben, völlig schrumpelig und schon dünn und geil ausgetrieben. Kehricht halt :-D

Da es spät im Jahr war, ist das Kartoffelkraut erst jetzt Mitte November nach mehreren Frostnächten und Schneefall einigermaßen abgestorben. Also habe ich mich warm angezogen, das Eis aus einem Eimer gekloppt (Regen in herumstehenden Eimer plus Frost auf der Schwäbischen Alb) und habe die Erde aufgegabelt. Auch dort war der Boden so spektakulär krümelig, daß ich mit der behandschuhten Hand herumwühlen und die Kartoffeln herausholen konnte.
Vor 2 Jahren habe ich dort noch die Spitzhacke gebraucht. Fehlbodenschüttung vom Abbruch plus großzügig Mulch plus 2x Kartoffeln. Großartig!

Ergebnis: Eher große Kartoffeln, eine hatte 350g, mehrere rund 250g. Viele mittlere, ein paar winzige. Insgesamt 8.175 g von 1,35 m², also 6 kg/m².
Für's Freiland und Kehrricht-Setzgut ist das Ergebnis erste Sahne. Waren wohl Lagerkartoffel Agria :-)

Daneben sind übrigens unterm Jahr einige wilde Kartoffeltriebe (Frühkartoffel Frieslander vom Vorjahr) unter einem Trittbrett (wir nehmen alte Bretter als Beetwege, wegen Bodenverdichtung) herausgekommen und zu den Zucchini-Setzlingen rübergewachsen. Da das Kraut den Boden schön unkrautfrei, feucht und schattig gehalten hat, habe ich es nicht herausgerissen. Sobald die Zucchini groß genug war, hat sie die Wildlings-Kartoffel schnell platt gemacht.
Vorhin habe ich dann das Brett umgedreht und einmal mit der Gabel reingelangt: 3 große Kartoffeln mit insgesamt 530g. Keine Arbeit außer ernten :-P

Das Hochbeet steht rappelvoll mit Kohl und wird uns den Winter über bis in den späten Frühling mit frischem Gemüse versorgen.
Nächstes Jahr kommt dann das 2. Hochbeet dran.

Grüße

Armin

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