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henny(R)

Straubing,
26.01.2018, 13:41
 

Wir überlegen, einen kleinen Bauernhof zu übernehmen (selbst machen)

Huhu!
Auf der Suche nach Selbstversorgerforen bin ich auf eures hier gestoßen - ich hoffe hier tummeln sich ein paar Menschen die wie ich den großen Schritt in die Selbstversorgung wagen wollen oder vielleicht schon gemacht haben.
Vorgestellt habe ich mir das schon seit ich 17 bin - raus aus der stickigen Stadt und ab aufs Land, so richtig konkret ist der Wunsch allerdings erst geworden als ich meinen mann kennengelernt habe und mittlerweile unser erstes Kind auf dem Weg ist.
Wir fahren schon seit knapp zwei Jahren regelmäßig durch die ländlicheren Gegenden in der Nähe, Ausschau haltend nach potentiellen Bauernhöfen.

Unseren Betrieb wollen wir von Grund auf BIO betreiben, jedoch nicht ausschließlich selbstversorgend, ich kann mir vorstellen einen kleinen Laden zu betreiben in dem wir überschüssiges Obst und Gemüse verkaufen, Tiere wollen wir nicht halten da wir beide Veganer sind.

Ich bin riesig aufgeregt und gespannt, ob alles so klappt wie wir uns das vorstellen, dann werde ich meinen Job kündigen und mich Vollzeit auf das neue Leben vorbereiten.
Wer von euch hat denn Erfahrung mit einem kleinen Baby den Schritt in die Selbstversorgung zu wagen?
Davor habe ich noch etwas Bammel ehrlich gesagt, da es mein erstes Kind ist bin ich recht ängstlich.

---
„Es sind nicht die Jahre deines Lebens, die zählen. Was zählt, ist das Leben innerhalb dieser Jahre.“

– Abraham Lincoln

ani(R)

28.01.2018, 21:32

@ henny
 

Wir überlegen, einen kleinen Bauernhof zu übernehmen

Hallo, Henny
Ja, ich habe Erfahrung auf diesem Weg gesammelt.
Gesiedelt habe ich 1985, da war meine älteste Tochter gerade 15 Monate alt.
Selbstversorgung betreibe ich bis heute, die Idee von Vermartung von Gartenerzeugnissen finde ich aber wegen extremen Selbstausbeutung sehr uninteressant.
Gerne erzähle ich dir mehr davon.
lautani(ät)web.de
Gruß
Ani

---
statt es nicht nötig zu haben und nicht zu haben,
lieber es nötig haben und zu haben

sibyllebaier(R)

Eichenzell,
29.01.2018, 13:01

@ henny
 

Wir überlegen, einen kleinen Bauernhof zu übernehmen

Grüß dich Henny!

Auch ich kann einige Infos beisteuern - nicht etwa weil ich selbst den Schritt gegangen bin (noch nicht) sondern weil ich mich schon viele Jahre mit diesem Thema beschäftige..
Gern gebe ich dir ein paar Quellen weiter aus denen ich mein Wissen ziehe, teils ist es Fachliteratur, teils Youtube Channel (auch von jungen Familien), aber schau selbst:

Bevor man sich blindlings in das Abenteuer Selbstversorgung stürzt und scheitert sollte man klein anfangen und die Thematik nach und nach in seinen Alltag integrieren.
Beginne mit dem Bau eines Beetes und lerne, wie man Obst und Gemüse im Wechsel anbaut.
Das ist gar nicht mal so kompliziert wenn man es einmal raus hat und ist für die spätere Selbstversorgung sehr wichtig.
Hierzu ein ausführlicher Artikel:
https://www.gartenflora.de/mein-garten/gartenpraxis/obst-gemuese-kraeuter/gemuesegarten-planen-fruchtfolge/

An Fachliteratur lass eich mir einmal monatlich vom ProAgrar Verlag ein Heft zuschicken zum Thema Ackerbau, das ist zwar nicht direkt auf Selbstversorgung ausgerichtet, bringt aber viele nützliche Tipps mit sich, ich war immer zufrieden.
Ich glaube sie bieten auch zur Thematik Biobetrieb etwas an, anbei ein Link:
https://www.proagrar-verlag.de/shop/

Weitere Büchertipps werden auf einer der führenden Seiten für Selbstversorger, "Experiment Selbstversorgung", bereitgestellt:
https://experimentselbstversorgung.net/12-buecher-die-unseren-weg-zur-selbstversorgung-begleiten/


Was das "Auswandern" auf einen Bauernhof inkl. Selbstversorgung als Ziel mit einem Säugling/Kind betrifft so kann ich auf zwei Youtube Channel verweisen, junge Familien mit kleinen Kindern die teilweise immer "On the Road" sind oder komplett auf Selbstversorgung umgestiegen sind, hierbei ist mir auch aufgefallen dass beide Familien sich ausschließlich vegan ernähren.

Jinti Fell - junge Familie, haben ihr ganzes Hab und Gut verkauft und touren nun mit Kleinkind durch Australien
https://www.youtube.com/channel/UCf1netb87P7Tyb6TPFCwXJw

Ellen Fisher - Familie die nach Maui ausgewandert ist, mein absoluter Lieblingschannel!!
https://www.youtube.com/user/MangoIslandMamma1

Raw Alignment - junge Frau, tolle Rezeptanregungen
https://www.youtube.com/channel/UCzLQ_5hu5fuVSEHkMGEq7Vg

Die ersten beiden Channel zeigen deutlich dass es keine Hürde sein muss mit einem Kleinkind oder Säugling in die Selbstversorgung zu starten, ganz im Gegenteil: das Kind kann viel natürlich aufwachsen, sich intensiver mit seiner Umwelt auseinander setzen, was auch der Kindesentwicklung enorm zugute kommt.


Wie auch "ani" würde ich jedoch vom Verkauf abraten, man muss lernen nur soviel anzubauen wie man auch selbst verbraucht und den Rest lagert/weckt man ein.
Zu viele behördliche Hürden wären im Weg, du wärst in gewissen Teilen wieder in einem Abhängigkeitsverhältnis, eben das willst du aber vermeiden.
Du könntest es unter der Hand verkaufen, müsstet ja aber trotzdem erstmal irgendwie Werbung schalten um die Leute darauf aufmerksam zu machen und so etwas kommt der Staat schnell auf die Schliche glaub mir..der will schön seinen steuerlichen Teil davon abhaben..

---
"..the glass of water is thousands of miles away,
it will take me a thousand years to cross my room again..."

- octavio paz

PeterNZ(R)

Kaitaia, New Zealand,
29.01.2018, 21:42

@ sibyllebaier
 

Wir überlegen, einen kleinen Bauernhof zu übernehmen

» Du könntest es unter der Hand verkaufen, müsstet ja aber trotzdem erstmal
» irgendwie Werbung schalten um die Leute darauf aufmerksam zu machen und so
» etwas kommt der Staat schnell auf die Schliche glaub mir..der will schön
» seinen steuerlichen Teil davon abhaben..

Interessante sichtweise. Benutzt du krankenhaeuser, strassen, kanalisation, schulen, behoerden, buechereien usw? Und verlangst du dass andere dafuer bezaheln aber du nicht? Wieso sieht man steuern immer als etwas was man an eine andere separate einheit zahlt. Was ist "der staat" und wofuer benutzt er deine steuern? Von missbrauch mal abgesehen. Missbrauch haeltst du nicht auf in dem du keine steuern mehr zahlst. Warum sind steuern grundsaetzlich "boese" und schlecht?

Wir alle sind "der staat",wir alle profitieren von den boesen steuern.

Cheers

Peter

PeterNZ(R)

Kaitaia, New Zealand,
30.01.2018, 00:42

@ henny
 

Wir überlegen, einen kleinen Bauernhof zu übernehmen

Habt ihr eine ahnung wieviel arbeit das ist? Wir fuehren nun schon seit 2002 ein "landwirtschaftliches" leben. Zugegebenermassen in einer toatal anderen ecke dieser erde. 100% selbstversorgung ist kaum moeglich also braucht man immer finanzielle mittel. Das bedeutet es geht einiges an zeit drauf diese zu beschaffen. Das ist die eine seite. Die andere ist, dass selbstversorgung ein 24 stunden 7 tage die woche job ist. Urlaub? Wochenende? Wohl kaum! Ich will das nicht zu schlecht machen aber man muss sich dessen bewusst sein. Die tollen videos und dokumentationen die man da so sieht wo die familie romantische picknicks machen, die toechter auf den ponies reiten und die jungs mit den lieben hunden spielen haben wenig mit der realitaet zu tun.

Ich hatte einen 8 stunden job und meine lebensgefaehrtin machte die farmarbeit. Before ich in meinem heimoffice gearbeitet habe, haben wir kuehe gemolken und kaelber gefuettert. Wenn ich fertig war mit meiner arbeit dann ist gemaeht worden oder andere arbeiten die zu zweit gemacht werden mussten durchgefuehrt worden. Man musste zeit finden wo man das obst eingekocht hat, sauerkraut machen, kaese machen, brot backen usw. Das kommt dannnoch zusaetzlich dazu. Das ist nur ein grober ueberblick.

Nicht umsonst haben frueher die ganze familie schwer gearbeitet um sich zu versorgen. Ich denke das ist heute sogar noch extremer da wir kosten haben die die frueher nicht hatten.

Bitte setzt die rosa brille ab. Ich will es nicht miesmachen aber seid bitte realistisch. Es ist knochenarbeit.

Cheers

Peter

Autarkie-Oldie(R)

30.01.2018, 11:48

@ PeterNZ
 

Wir überlegen, einen kleinen Bauernhof zu übernehmen

Ja!

Man kann nicht oft genug vor der rosaroten Brille warnen, bzw. den verträumten Vorstellungen.

Genauso oft wie davor gewarnt wird, werden die Warnungen auch ignoriert. Best-Zustände werden als Ansatz genommen, anstelle die kaum vermeidbaren Extrem-Verhältnisse.

Dabei ist es egal ob es nur um die ernährungstechnische Seite oder auch die Energetische geht.

Die Beispiele im Netz (in Wort und Bild) sind nicht selten aus der Anfangszeit, wenn noch viel Idealismus vorherrscht und die kleinen Alltags-Stressigkeiten entweder noch nicht aufgetaucht sind oder noch leichter zu verdauen sind.

Die positiven Muster-Beispiele kombinieren meistens das Zusammentreffen von tiefgehender Informations-Beschaffung, langer Planung und Vorbereitung, ausreichender finanzieller Mittel, gute Standort-Wahl, verlässliche Partner, körperlicher Fitness und auch Glück...


Wirklich von den Lebensmittel-Verkäufen leben kann man nur selten. Es mag ein Zubrot sein, aber (bis auf die bei Euch fehlenden Eier) wird dann "billig" produziert, wenn die Preise auf dem Markt auch günstig sind = meist unrentabel. Einen kleinen Überschuss kann man sicherlich mal den Nachbarn abgeben (was noch nicht verwerflich ist) alles Professionelle wird in aller Regel zu groß.

Nicht Wenige machen es wie ein Bekannter von meiner Insel:
im Winter wird irgendwo in Deutschland gearbeitet (viel und hart - LKW,...), um dann für 9 Monate ein überlebensfähiges Auskommen zu haben.

Daher würde ich versuchen, anfangs nur die Arbeitszeit zu reduzieren (3 - 4 Tage-Woche). Man bleibt "drin", hat Geld und auch ein wenig Abwechslung.

Peters Sichtweise bzgl. Steuern & Co. ist natürlich richtig. Aber es gibt schon "Aussteiger", die teilweise lange (bis ins hohe Alter...) auf Vieles verzichten, was der Staat so bietet - nicht nur die Kanalisation und Büchereien. Krankenkasse hat erst mal nichts mit nicht gezahlten Steuern (für inoffiziellen Handel) zu tun...

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